Data Views on Peak Democracy
Wie lässt sich Demokratie im Zeitalter von Daten erfahrbar machen? Beim Open Atelier «Data Views on Peak Democracy» zeigten Studierende des BA Data Design + Art ihre aktuellen Projekte – und machten komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar, hörbar und erlebbar.



Während es lange so schien, als würde sich die Demokratie weltweit als politisches Modell durchsetzen, kehrt sich diese Entwicklung seit der Jahrtausendwende um.
Warum bleibt die Stimmbeteiligung stabil, obwohl das Bildungsniveau steigt? Wie hängen demokratische Prozesse mit wirtschaftlichen Entwicklungen zusammen? Und stärken oder gefährden soziale Medien die Demokratie?
In interaktiven Installationen untersuchten die Studierenden in einer Lehrkooperation mit Politikwissenschaftler:innen zentrale Fragen rund um Demokratie, Technologie und gesellschaftlichen Wandel. Die Arbeiten reichten von datenbasierten Visualisierungen bis hin zu sinnlichen Zugängen mit Klang und Raum – und eröffneten neue Perspektiven auf aktuelle Entwicklungen.




Insgesamt wurden am Open Atelier «Data Views on Peak Performance» 13 physische, virtuelle und installative Projekt zur Thema präsentiert und diskutiert. Drei werden in der Folge kurz vorgestellt:
«Ist Social Media ein Demokratie-Killer?»
Soziale Medien sind längst ein zentraler Ort politischer Kommunikation. Doch welche Rolle spielen digitale Plattformen in politischen Prozessen wirklich? Die datengetriebene Licht-Installation «Ist Social Media ein Demokratie-Killer?» die Rolle digitaler Plattformen in politischen Prozessen. Basierend auf V-Dem Daten (Varieties of Democracy 2024) macht sie anhand von fünf Ländern sichtbar, wie Algorithmen, Fake News und die staatliche Social Media Kontrolle demokratische Prozesse gleichzeitig stärken und gefährden können.
In einem elektronischen Modell lässt sich per Knopfdruck der Demokratiegrad und weitere Vergleichswerte – etwa die staatliche Kontrolle von Social Media – eines pro Landes verfolgen. Fünf parametrisch verstellbare Prismen stehen für jeweils einen Vergleichswert – etwa staatliche Kontrolle von Social Media – und bilden gemeinsam die Situation eines Landes ab. Ihr Zusammenspiel ergibt den Demokratiewert, der auf die Hauptansicht des Modells projiziert wird.
Das spielerische Modell basiert auf reellen V-Dem Daten (Varieties of Democracy 2024) und lädt dazu ein, Zusammenhänge zu entdecken, zu hinterfragen – und ins Gespräch zu kommen: Wie steht es um die Demokratie in meinem Land?
Studierende: Nina Ingold, Luis Rau, Iara Tobler (BA DD+A, 2. Semester)




Drift – Wohin Parteien Wandern, wenn die Wirtschaft wankt
Mit der raumhohen Medieninstallation «Drift» rückt die Verbindung zwischen Wirtschaft und Politik in den Fokus.
Grundlage der über ein Tablet navigierbaren Datenvisualisierung bildet die «Manifesto Project Database» (MBD), eine der einflussreichsten Datensätze der Politikwissenschaft. Sie kodiert Parteiprogramme europäischer Länder über Jahrzehnte hinweg und macht ideologische Verschiebungen quantitativ messbar.
Animierte, kodierte Visualisierungen zeigen,Sie macht politische Dynamiken räumlich erfahrbar und zeigt, wie sich Parteipositionen von über 1000 Parteien und mehr als 50 Ländern im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Entwicklungen nach links und rechts verschieben. Und machen die daraus resultierenden politischen Dynamiken räumlich sichtbar.
Studierende: Gian Biswas, Diana Grab (BA DD+A, 4. Semester)




Sounds of Democracy
Einen anderen Zugang wählt das Projekt «Sounds of Democracy» – eine sonifizierte Datenskulptur, die politische Beteiligung in der Schweiz hörbar macht.
Hohe und tiefe Töne stehen für verschiedene Altersgruppen und politische Ausrichtung. Der Rhythmus bildet ab, wie stark sich diese jeweils beteiligen. So wird erlebbar, wie unterschiedlich Generationen abstimmen. Und wie viel Potenzial in einer stärkeren Beteiligung jüngerer Stimmen stecken kann.
Die auf bundesstatistischen Daten basierende Skulptur ist Analyseinstrument und Impulsgeberin zugleich: Sie zeigt die aktuelle Situation auf und regt an, über Zukunftsszenarien nachzudenken – und den eigenen Stimm-Rhythmus zu hinterfragen.
Studentinnen: Chirin Probst, Yael Schneider (BA DD+A, 2. Semester)




HSLU – Design Film Kunst
BA Data Design + Art
Information Design + Datenvisualisierung
Modul Think 2/4 + Play 2/4
Studierende 2. + 4 Semester:
Dozierende:
Michael Flückiger, Max Frischknecht, Pascal Berger, Petra Hasler, Sebastian W. Hoggenmüller, Markus Zank, Isabelle Bentz
Kontakt:
datadesignart@hslu.ch
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