Corinne Seeholzer
Wer beim regelmässigen Pendeln seine Umgebung beobachtet, sieht die Reisenden an ihrem Handy beschäftigt. Sie halten ihre eigene Welt in der Hand. Corinne Seeholzer zeichnete auf der Strecke Zürich-Luzern während eineinhalb Jahren die Hände am Handy ihrer Mitreisenden. Die Finger bewegen sich schnell, sie scrollen, swipen, swiften, tanzen, verharren, krümmen sich, klammern sich fest oder berühren sanft die Bildschirmoberfläche. Die Linie des Bleistifts folgt diesem Spiel im gleichen Rhythmus, macht die Bewegung sichtbar und wird selbst zur Bewegung. Das Resultat dieses seriellen, fast meditativen Zeichnens sind 50 Skizzenhefte, ein visuelles Archiv, eine Zeitsammlung. Mit dem alten Medium der Zeichnung erforscht sie so die neuen Gesten der Technologie.
0 Kommentare