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Kyrillos Nyx

Kabinett Maleficum

Das Werk beschäftigt sich mit der Hexenverfolgung im Raum Zug und Luzern, und untersucht Orte, an welchen diese marginalisierte Gruppe von Menschen leiden musste.

Das Werk untersucht diese historischen Schauplätze, die mit der Zeit an Bedeutung verloren haben und heute die gewaltvolle Geschichte nicht mehr direkt erzählen. Dabei handelt es sich bei den Orten um Folterräume, Gefängniszellen, Richt- und um Hinrichtungsplätze.

Mit Techniken der analogen Fotografie werden diese Orte festgehalten und zeigen Spuren ihrer heutigen Nutzung. Die Entwicklung der Filmstreifen und der Bilder ist dabei experimentell. Der Entwickler besteht aus einem Sud aus Blumen und anderen Materialien, die aufgekocht in Fluss- und Seewasser sind. Die Zutaten sind alle an diesen Orten gesammelt worden. Zusammen mit Soda und Vitamin C entsteht so ein Entwickler. Die Verwendung der Pflanzen/Materialien steht dabei für die Überdauerung und Veränderung. Sie wachsen aus der Erde, oder waren selbst Zeug*innen dieser grauenvollen Akte der Justiz. Auch das Wasser, fliessend, stauend, wellend, in einem Becken, das Zeug*in war.

Die Bilder stehen in einem Regal, das altehrwürdig daherkommt, doch bei genauerem Betrachten ein Massenprodukt ist. Es transportiert mehr Schein als Sein. Dieser Kontrast hinterfragt die Geschichte, die ein Objekt zu erzählen vermag. Die Fotografien, eingerahmt in vergoldeten Rahmen, stehen bedeutungsvoll und mit erkennbarem sentimentalem Wert darin. Daneben Bücher und Gläser mit Flüssigkeiten und Salzen. Stühle, und eine Archivmappe mit Protokollen und Überlieferungen, die neben dem Regal stehen, laden ein, zu verweilen und die vorhandene Lektüre zu lesen. Der Kontext wird so allmählich sichtbar und die scheinbar zusammenhangslosen Fotografien enthüllen ihr grausames Netz an Gewalt.

Auch einige Gänseblümchen finden sich im Regal, eine Blume, die hier heimisch ist und auf den meisten Wiesen und an vielen der dokumentierten Orte anzutreffen ist. Das Gänseblümchen wird oft mit den Attributen von Unschuld, kindlicher Freude und Neuanfang verbunden. Hier soll es zudem an die Opfer des Hexenwahns erinnern, die Frauen*, Männer* und die Kinder*, deren Leben ein grausames Ende fand. In Gedanken daran werden die Besuchenden gebeten, gemeinsam eine Blumenkette zu knüpfen.

Die Lektüre im Regal ist zum einen historisch und nimmt direkte Forschung auf, andere sind Romane, basierend auf der Hexenforschung. Wieder andere ziehen die Figur der Hexe in den modernen Kontext und vertiefen ihre politische Seite.

Kabinett Maleficum

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