Giorgio Jeremy Schmidt
Der Werkkomplex von Giorgio Schmidt untersucht Male Body Image Issues und männliche Unsicherheiten durch eine
Kombination aus fotografischer Praxis und digitaler Bildverarbeitung. Während fotografische Porträts von
Studierenden der HSLU und Personen aus dem persönlichen Umfeld entstehen, werden Gespräche geführt, die intime
Einblicke in Selbstwahrnehmung, Verletzlichkeit und gesellschaftlichen Druck eröffnen. Die analogen Bilder werden in
einem experimentellen Prozess selbst entwickelt und stehen gleichwertig neben digitalen Aufnahmen. In einer
Videoinstallation werden diese Bilder mittels Morphing-Techniken kontinuierlich ineinander überführt. Die Körper
verlieren dabei ihre Stabilität, verschieben sich, zerfließen und entstehen neu. Die Projektion im Loop erzeugt einen
Zustand permanenter Transformation, in dem eindeutige Zuschreibungen von Identität unterlaufen werden. Begleitet
wird die Projektion von fragmentierten Audiointerviews, die über im Raum verteilte MP3-Player zugänglich sind.
Stimmen überlagern sich, brechen ab, setzen neu an – ein chorisches Geflecht aus persönlichen Erzählungen, das die
visuelle Auflösung der Körper auf einer auditiven Ebene fortführt. Analoge Filmstreifen und Fotografien erweitern die
Installation als materielle Spuren des Prozesses und verweisen auf die Gleichzeitigkeit von Dokumentation und
Konstruktion.
Text: Johanna Bruckner
Giorgio Schmidt’s body of work explores male body image issues and insecurities through a combination of
photographic practice and digital image processing. While creating photographic portraits of students from HSLU and
individuals from his personal environment, he conducts conversations that offer intimate insights into self-perception,
vulnerability, and social pressure. The analogue images are self-developed through an experimental process and
presented alongside digital photographs. In a video installation, these images are continuously merged using morphing
techniques. Bodies lose their stability, shift, dissolve, and re-emerge. The looped projection creates a state of constant
transformation in which fixed notions of identity are undermined. The projection is accompanied by fragmented audio
interviews accessible through MP3 players distributed throughout the space. V oices overlap, break off, and resume—
forming a choral web of personal narratives that extends the visual dissolution of bodies into the auditory realm.
Analogue film strips and photographs expand the installation as material traces of the process, pointing to the
simultaneity of documentation and construction.
Text: Johanna Bruckner
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