Header

Max Grünig

Raconte-moi ton histoire

Konzepte einer undisziplinierten Stadtbetrachtung

In einem essayistischen Bewegtbild erkunde ich Methoden und Grenzen von Stadtdarstellung. Stadt verstehe ich dabei als komplexes, dynamisches Phänomen aus materiellen und immateriellen Aspekten.

Die Höhlenmalerei war existentiell, da sie ein präzises Studium des Tieres ermöglichte. Ausgehend von der Annahme, dass Darstellung dazu dient, ein Ding besser zu verstehen, stelle ich fest: Mein Tier ist die Stadt. Schon immer ist sie mein Lebensraum, meine Umwelt, meine Kontrahentin. Je mehr ich ihre Einzelteile und deren Zusammenhänge lesen kann, desto aufregender werden die histoires, die sie mir erzählt.

Die Arbeit zeigt ein städtisches Ritual, das jährlich im öffentlichen Raum performt wird.
Bild und Ton werden verlangsamt, Fragmente eines Wimmelbildes werden eintauchend betrachtet und reflektiert. Das Motiv macht immaterielle Aspekte von Stadt sichtbar und dient zeichenhaft für Stadt selbst. Es erzählt von Repräsentation, Hierarchie, Symbolik, Zugehörigkeit, Ausschluss, Perspektive, Gleichzeitigkeit, Ambivalenz, Zweifel. Die Stadt möchte betrachtet werden, indem sie sich selbst immer wieder aufführt. Dabei frage ich mich: Ist subjektive Stadtbetrachtung gleichzeitig auch eine objektive?

Mentorat: Marina Belobrovaja
Ton: In Zusammenarbeit mit Alex Anderfuhren

0 Kommentare