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Melisande Zeibig

Klatsch mich nicht aus – (Das Klatschen geht weiter)

Klatsch mich nicht aus ist ein kollaboratives Theater- und Kunstprojekt, das von Loïc Krüger und Melisande Zeibig, zusammen mit fünf Pflegefachpersonen entwickelt wurde. Die Beteiligten wirkten dabei nicht nur an der Entstehung des Stücks mit, sondern standen auch selbst als Darsteller*innen auf der Bühne. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und Erlebnissen der Pflegefachpersonen entstand ein Stück, das verschiedene Stationen des Pflegeberufs, von der Ausbildung bis zur Führungsverantwortung, thematisiert und sowohl humorvolle als auch belastende Aspekte des Arbeitsalltags sichtbar macht.
Meine Rolle innerhalb des Projekts lag in der künstlerischen Gestaltung und der Entwicklung einer performativen Bildsprache. Im Zentrum steht eine getuftete Wunde, die während der Aufführung als wiederkehrendes Objekt erscheint und durch die Interaktion der Spieler*innen unterschiedliche Bedeutungen annimmt. Sie wird versorgt, getragen, ausgestellt und symbolisch aufgeladen. Das Objekt verweist auf körperliche und emotionale Belastungen, aber auch auf Fürsorge, Verantwortung und die oft unsichtbare Arbeit von Pflegefachpersonen. Neben der getufteten Wunde bildet ein transparenter, mit Aussagen und Fragmenten aus den Proben bedruckter Stoff eine weitere textile Ebene der Arbeit. Wie eine durchlässige Haut sammelt er Stimmen, Erfahrungen und Anforderungen, die sich im Pflegealltag überlagern.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die enge Zusammenarbeit mit den Beteiligten. Ihre selbst verfassten Texte, persönlichen Erfahrungen und individuellen Perspektiven prägen die Arbeit ebenso wie die gemeinsame Entwicklung des Stücks. Dabei war mir wichtig, künstlerische Kontrolle teilweise abzugeben und Raum für Mitgestaltung, Improvisation und eigene Ausdrucksformen zu schaffen.
Im Ausstellungsraum wird die Arbeit in reduzierter Form weitergeführt. Fragmente des Bühnenbilds, Dokumente und Spuren der Aufführung werden als Nachhall des gemeinsamen Prozesses präsentiert. Die Installation verweist auf die Stimmen, Erfahrungen und gesellschaftlichen Fragen, die das Theaterstück verhandelt, und lädt dazu ein, über die Bedeutung von Pflegearbeit sowie die Bedingungen, unter denen sie stattfindet, nachzudenken.

Adri Alvarez (BA-Theaterpädagogik, ZHdK)

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