Nicolas Büttiker
Drei übergrosse Wesen stehen einander gegenüber. Sie klingen, reagieren, schweigen. Was zwischen ihnen geschieht, will sich nicht übersetzen lassen.
Vielleicht ist es ein Ruf. Vielleicht eine Antwort. Vielleicht ein Echo. Vielleicht auch nur unser Wunsch, in Klang, Form und Bewegung ein Zeichen zu erkennen. Die Formen der Wesen geben gerade genug Halt, damit wir zu deuten beginnen – und entziehen sich dort, wo wir sie festlegen möchten.
Als Ode an das Nichtverstehen sucht die Installation keine Auflösung. Eine Ode richtet sich an ein Gegenüber, ohne es besitzen zu müssen. Hier wird sie zu einer Form der Zuwendung: zu dem, was klingt, reagiert, fremd bleibt und dennoch etwas in uns anspricht.
Dabei ertappen wir uns selbst: Wir suchen Vertrautes. Wir möchten benennen, zuordnen, verstehen. Doch Wiedererkennen kann auch zur Grenze werden.
Die Arbeit spricht nicht für Tiere und übersetzt keine nichtmenschliche Kommunikation. Sie hält den Moment offen, in dem Wahrnehmung in Deutung kippt. Nichtverstehen erscheint dabei nicht als Mangel, sondern als eine Form von Aufmerksamkeit: weiter zuhören, ohne dem Gegenüber sofort die eigene Sprache aufzuzwingen.
Vielleicht beginnt Verstehen dort, wo wir nicht sofort wissen müssen, was etwas ist und trotzdem weiter zuhören. (Text: Eve Hübscher)
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