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Nachhaltigkeit neu denken – Die Projektförderplattform «Sprout!»

Sprout! ist die Projektförderplattform der Hochschule Luzern – Design Film Kunst für Studierende und Mitarbeitende, die mit ihren Vorhaben zu einer sozialen, suffizienten und regenerativen Gesellschaft beitragen will. Im Zentrum stehen Projekte, die konkrete Transformationsprozesse anstossen.

Sprout! versteht sich dabei nicht als klassisches Preisgefäss, sondern als strategisches Instrument zur Stärkung einer gelebten Nachhaltigkeitskultur – innerhalb des Departements und darüber hinaus. Die aktuelle Ausschreibung von Sprout! läuft derzeit.

Gefördert werden Vorhaben, die mit den Mitteln von Design, Film und Kunst gesellschaftlich relevante Fragestellungen bearbeiten und neue Lösungsansätze erproben. Im Fokus stehen regenerative Praktiken, zirkuläre Ansätze sowie gemeinwohlorientierte Initiativen. Besonders gefragt sind inter- und transdisziplinäre Projekte mit klarer Wirkungsperspektive und einem realistischen Umsetzungshorizont.

Von der Idee zur Umsetzung

Wie vielfältig diese Ansätze sein können, zeigt die aktuelle Auswahl geförderter Projekte: Von Bienen über Kochbücher bis hin zu Kühlschränken – die Themen reichen von Biodiversität über Ernährung bis zur Energieversorgung.

Die hier vorgestellten Projekte wurden 2025 im Rahmen der Projektförderplattform Basislager Nachhaltigkeit ausgewählt, aus der Sprout! hervorgegangen ist. Das Basislager wurde durch PgB-Förderbeiträge im Projekt Nachhaltigkeitskultur Campus Luzern initiiert und hat Studierende sowie Mitarbeitende eingeladen, Initiativen einzureichen, die mit gestalterischen, filmischen oder künstlerischen Methoden einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft leisten.

Sechs Projekte, die weitergehen

Aus insgesamt 22 eingereichten Projekten hat eine Jury sechs Vorhaben ausgewählt, die 2025 eine finanzielle Unterstützung erhalten haben. Je zwei Projekte aus dem Bachelor, dem Master sowie von Mitarbeitenden widmen sich unterschiedlichen Nachhaltigkeitsthemen – etwa der Stärkung von Repair- und Reuse-Ansätzen, der Entwicklung ästhetisch und gesellschaftlich akzeptierter Photovoltaik-Lösungen oder der Förderung von Biodiversität auf dem Campus der HSLU – Design Film Kunst.

Alle sechs Projekte sind inzwischen gestartet – und zeigen, wie aus Ideen konkrete Beiträge für eine nachhaltigere Zukunft entstehen können.

UFO

Das Ausstellungs- und Dialogprojekt UFO will in Emmen Dialogräume für lokale und nachhaltige Zukünfte eröffnen und ein möglichst breites Netzwerk aufbauen. Desk Research, Feldstudien in Emmen, Interventionen und das Sichtbarmachen von bereits laufenden Projekten und den Menschen dahinter sollen im Juni 2026 in ein Festival münden, das als temporärer Begegnungsort zwischen der Gemeinde, der Hochschule und bestehenden Basisinitiativen dient. Auch digitale Kanäle (www.ufo-ufo.space und @ufo_ufo_space) werden genutzt, um die Reichweite des Projekts zu erhöhen. 

Studio Verticol 

Studio Verticol leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer Standardkollektion farbiger PV-Module. Hierfür werden ästhetisch ansprechende, leistungsfähige und gesellschaftlich akzeptierte Photovoltaik-Lösungen konzipiert, um die Integration von PV-Modulen in den Gebäudebestand zu erhöhen und damit einen substanziellen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Nach ersten Recherchearbeiten konnten verschiedene Designthemen identifiziert werden. Der Fokus lag auf Rhythmisierung durch Flächen und Linien sowie Farben und Farbnuancen.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Gespräche mit Stakeholdern haben dazu geführt, dass sich das Projektteam auf Fassadenlösungen konzentriert und die bestehende Kollektionssammlung gezielt ergänzt und ausgebaut werden soll.

Lebensmittelrettung 

Das Team Lebensmittelrettung hat einen Madame Frigo Kühlschrank auf dem DFK Campus aufgestellt, der seit Dezember 2025 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Für den Standort wurde auch ein Kompostsystem entworfen und Biomülleimer für pflanzliche Essenreste organisiert. Ein Wurmkompost soll im Frühjahr 2026 in Betrieb genommen werden. Der Bau des offenen Komposts ist in Planung, Standortabklärungen am Laufen. 

Homebase DFK Bees 

Homebase DFK Bees initiiert die artgerechte Bienenhaltung direkt auf dem Campus des Departements Design Film Kunst. In enger Zusammenarbeit mit dem internen Werkstattteam entstand in handwerklicher Sorgfalt ein Bienenkasten aus Restmaterialien. Das Projekt versteht sich als konkrete Antwort auf die drängenden ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Es verbindet biologische Vielfalt mit suffizientem Handeln, ästhetisches Denken mit ökologischer Verantwortung und schafft einen sichtbaren und vielseitig nutzbaren Lern- und Begegnungsort für regenerative Praktiken. Das Bienenvolk ist im April 2026 eingezogen. 

FIOSK 

Die mobile Reparaturstation FIOSK widmet sich der Sichtbarmachung der R-Strategien Refuse, Rethink, Reduce. Die Preisträger:in geht der Frage nach, wie die Vermittlung dieser Strategien zu einem gestalteten, erfahrbaren Erlebnis werden kann, um Menschen zu inspirieren, selbst aktiv und kreativ zu werden. FIOSK ist flexibel und kann sich auf unterschiedliche Situationen einlassen, sei es als Vermittlungsangebot, als Workshop oder als Begegnungsort. Parallel dazu wurden Repair Baggies entwickelt, kleine Sets, die Reparatur als Experiment und Einstiegspunkt, verstehen, um Kleidung zu verändern und aufzuwerten. 

Eine Welt, ein Tisch 

Eine Welt, ein Tisch hat in Zusammenarbeit mit der Projektpartnerin Sentitreff, einer NGO aus Luzern, zum Ziel, die kulturelle Diversität und die kulinarischen Talente von Migrant:innen und Asylbewerber:innen hervorzuheben, Brücken zu bauen und Austausch, Empathie und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Persönliche Geschichten, Portraits und Rezepte werden von den Projektteilnehmer:innen gesammelt und in einem Kochbuch publiziert. 

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