O-Bon – Endlich ins Badehaus!

16. Juni 2020

Jénay Vogel erzählt in Erinnerung an ihre Zeit in Kyoto in einem 2D-Animationsfilm vom Obdachlosen Noshi, der fürchterlich stinkt und sich nun endlich waschen will. Ein Vorhaben mit Hindernissen. Es ist Hochsommer in Kyoto und das Ahnenfest O-Bon steht vor der Tür. Ungeduldig erwartet von den Menschen, denn an O-Bon gehen Wünsche in Erfüllung. Viele […]

Jénay Vogel erzählt in Erinnerung an ihre Zeit in Kyoto in einem 2D-Animationsfilm vom Obdachlosen Noshi, der fürchterlich stinkt und sich nun endlich waschen will. Ein Vorhaben mit Hindernissen.

Es ist Hochsommer in Kyoto und das Ahnenfest O-Bon steht vor der Tür. Ungeduldig erwartet von den Menschen, denn an O-Bon gehen Wünsche in Erfüllung. Viele erbitten sich Reichtum, Schönheit und Gesundheit. Nur Noshi nicht, ein Obdachloser, der mit seinem Körpergeruch die Luft verpestet. Er möchte nur noch eines: Sich in einem Badehaus gründlich waschen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn wegen seines Gestanks will man ihn dort nicht reinlassen… Erst in der besonderen Nacht des O-Bon-Fests geht Noshis Wunsch schliesslich in Erfüllung.

Jénay Vogel hat zwei Jahre in Kyoto gelebt und widmet diesen Film, ihre Abschlussarbeit im Master Film, den Menschen dort. Neben ihrem Gaststudium in japanischer Malerei arbeitete sie nebenbei in einem Supermarkt und kassierte dort unter anderem einen Obdachlosen ab, der immer um 18 Uhr kam, weil es dann Bentos und Sushis zum halben Preis gab.

Der Stil ihres heiteren, zehnminütigen 2D-Animationsfilms ist inspiriert von japanischer und Aquarellmalerei. In der Musik werden brasilianische Lieder mit Gitarrenmusik und dem Summen Noshis gemischt, der lange nicht bemerkt, wie sehr sein Körpergeruch die Menschen stört.

Jénay Vogel vereint in ihrem Szenario wunderbar beobachtete Figuren, wie Donguri, Noshis treuen Dackel, die drei Keiba Brothers (Keiba bedeutet Pferdewetten auf Japanisch), die ihre Tage damit verbringen, auf Pferde zu wetten und im Café Zinho zu sitzen oder deren Ehefrauen, die Sentou Sisters (Sentou: Badehaus), die übers Badehaus herrschen und 
Noshi zunächst nicht hineinlassen wollen.

Sie alle sind eine Hommage an die freundlichen Menschen Kyotos, die Jénay Vogel erleben durfte. «Für mich sind es kleine Helden», sagt sie, «da sie meist schwierige Lebenssituationen mit einem Lächeln und einer gewissen Leichtigkeit meistern und dabei immer ein freundliches Wort für andere Menschen haben.»

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