Verhütung für den Mann

18. Juni 2020

Luisa Mohler hat in ihrer Bachelorarbeit für Design Management, International untersucht, warum Verhütungsmittel für den Mann so wenig nachgefragt sind. Sie hat ein Kartenspiel entwickelt, das helfen soll, die Themen Verhütung und Familienplanung gleichberechtigt zwischen den Geschlechtern aufzuteilen.

Die Pille feiert heuer ihren 60. Geburtstag. Einst galt sie als ein Stück Emanzipation: Sie machte Familienplanung einfach. Aber warum gibt es massenweise Kontrazeptiva für die Frau, Nebenwirkungen wie Depressionen inklusive, aber fast keine für Männer? Um diese Frage kreist die Abschlussarbeit von Luisa Mohler im Bachelor Design Management, International. Darin verfolge Mohler einen Design-Management-Ansatz, um die Marktschwierigkeiten männlicher Verhütungsmethoden zu verstehen und Wege zu finden, sie zu verringern. 

«Misstrauen gegenüber neuen Methoden spielen genauso eine Rolle wie gesellschaftliche Normen und Überzeugungen und klassische Geschlechterbilder», sagt die Absolventin. Diese Faktoren halten nicht nur das Marktpotenzial männlicher Verhütungsmittel gering, wie sie sagt, sondern behinderten auch deren (Weiter-)Entwicklung und damit eine gerechte Aufteilung der Verantwortung für die Familienplanung zwischen den Geschlechtern. 

In ihrer Arbeit hat Mohler Möglichkeiten untersucht, wie man diese sozialen Barrieren überwinden und so die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Methoden steigern könnte. Dabei zeigte sie auf, dass es in Partnerschaften oft an guter Kommunikation mangelt, wenn es um das Thema Verhütung geht. Sie entwickelte ein Kartenspiel, das Paare anregen soll, sich über Themen wie Empfängnisverhütung, Intimität oder Vertrauen auszutauschen. 

Ziel des Spiels ist es, dass die Paare ihre Art zu kommunizieren reflektieren und die Bedürfnisse und Wünsche des jeweils anderen eruieren. Idealerweise führe dies auch dazu, dass die Partner ihr Verhalten änderten, so Mohler. «Nur so lastet die Verantwortung für die Themen Verhütung und Familienplanung nicht länger bloss auf den Schultern der Frau, sondern wird zu einem gemeinsamen Projekt, das auch der Verhütung des Mannes eine Chance gibt.»

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1 Kommentare

Gisela

Das finde ich eine super Sache. Spielerisch lässt sich dieses Thema viel leichter angehen. Wo kann man/frau das Spiel beziehen?

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