Nur noch in der Küche brennt das Licht – Noemi Hermann

Noëmi Hermann beschäftigte sich während ihres Masterstudiums multimedial mit ortsspezifischen Raumatmosphären und den Fragen: Wann bin ich inspiriert von einer Atmosphäre und wie kann eine zerstörte, Atmosphäre wieder erzeugt und erlebbar gemacht werden?

Als Masterabschlussprojekt begleitete die Künstlerin das knapp 300-jährige „Gimmermee“ Bauernhaus in Rothenburg bei Luzern bis zu seinem Abriss im Januar 2020. Ein halbes Jahr lang erforschte sie die ortstypischen Merkmale der „Gimmermee“ Atmosphäre und dokumentierte die sich verändernden räumlichen Gegebenheiten. Für die Analyse der ortsspezifischen Atmosphäre stellte sie sich aus gesammelten Gegenständen, sowie Film- und Fotoaufnahmen ein „Atmosphären-Archiv“ zusammen. Neben dieser praktischen Auseinandersetzung mit Atmosphäre beschäftigte sie sich auch mit philosophischen und künstlerischen Herangehensweisen an dieses Thema. Im Verlauf ihrer Auseinandersetzung mit dem „Gimmermee“ fand eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Hauses, der Gemeinde Rothenburg, dem Ortsarchiv, einem Schreiner vom Dorf und dem Projektpartner statt.

Kurz vor der Vernissage umgibt sich die Künstlerin mit einzelnen, archivierten Gegenständen aus dem Haus. Sie erprobt verschiedene Anordnungen der Gegenstände, stets auf der Suche nach einem atmosphärischen Moment. Während dieses Suchprozesses nutzt Noemi Hermann, wie damals im „Gimmermee“, die Film- und Fotokamera, um ihren eigenen Blick zu analysieren und zu dokumentieren.

Durch das installative wieder Zusammenbringen originaler Gegenstände aus dem „Gimmermee“ Haus, wie Türen, Wandteile und dem Küchenlicht, wird ein Stück der „Gimmermee“-Atmosphäre vor dem Baubeginn des Neubaugebiets auf dem „Gimmermee“ Bauplatz noch ein letztes Mal für die Künstlerin und die Gemeinde Rothenburg erlebbar gemacht.

Während der digitalen Werkschau gibt die Künstlerin einen intimen Einblick in ihren Such-und Schaffensprozess.

kumasch.ch