{"id":2560,"date":"2018-01-29T06:00:53","date_gmt":"2018-01-29T05:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/?p=2560"},"modified":"2018-01-26T12:51:14","modified_gmt":"2018-01-26T11:51:14","slug":"wie-marketing-und-verkauf-in-einer-digitalen-welt-funktionieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/2018\/01\/29\/wie-marketing-und-verkauf-in-einer-digitalen-welt-funktionieren\/","title":{"rendered":"Wie Marketing und Verkauf in einer digitalen Welt funktionieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Digitalisierung im Marketing und Verkauf von Immobilien ist nichts Neues. Die meisten Immobilienportale der Schweiz entstanden bereits vor 15 Jahren. Die Art und Weise, wie Kaufentscheide gef\u00e4llt werden, hat sich in den vergangenen Jahren jedoch massiv ver\u00e4ndert. Es stellt sich deshalb die Frage, wie Immobilien heute und in Zukunft verkauft werden sollen.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #e2007a\"><em>Nils Hafner<\/em><\/span><\/p>\n<p>Dieser Artikel zeigt auf, wie das vor sich gegangen ist und welche Implikationen dies f\u00fcr Marketing und Verkauf von Immobilien in einer digitalisierten Welt hat.<\/p>\n<p>Marketing ist eigentlich eine einfache Sache. Man identifiziert Kan\u00e4le, auf denen der Kunde erreichbar ist und sendet permanent eine Kaufbotschaft. Irgendwann (so die Theorie) erh\u00f6rt uns der Kunde und kauft tats\u00e4chlich. Zumindest wenn wir die vier \u201eP\u201c des Marketing \u201eProdukt\u201c, \u201ePrice\u201c, \u201ePlace\u201c und \u201ePromotion\u201c in einem stimmigen Marketingkonzept verpackt haben. Doch so einfach ist es seit mehreren Jahren nicht mehr. Denn zum einen trauen Menschen den Marketingbotschaften der Unternehmen immer weniger. Werbung ist in den DACH L\u00e4ndern so unbeliebt wie nie zu vor. Zum anderen sind seit 2008 die privaten und institutionellen Budgets gef\u00fchlt kleiner geworden. Das bedeutet, dass im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise die Menschen zwar nicht real weniger Geld in der Tasche haben, jedoch wesentlich vorsichtiger damit umgehen. Denn die Krise hat viele Unternehmen \u00fcberrascht. Obwohl sie in den deutschsprachigen L\u00e4ndern wieder gut verdienen, achten die Unternehmen sehr darauf, ihre Budgets schmal zu halten. Das f\u00e4rbt nat\u00fcrlich auch auf den privaten K\u00e4ufer ab. Wenn der Job nicht sicher ist, \u00fcberlegt man sich zweimal, eine neue Liegenschaft zu kaufen. Die Frage, ob sich das Wohnen in den eigenen vier W\u00e4nden wirklich auszahlt, besch\u00e4ftigt immer mehr Menschen. Um diese Frage zu beantworten, ziehen Menschen zunehmend das Internet zu Rate. Das Digitalisierungsbarometer \u201eImmobilien\u201c der Hochschule Luzern hat beispielsweise festgestellt, dass Kunden heute mehr und h\u00e4ufiger Angebote vergleichen, besser \u00fcber Konkurrenzangebote informiert sind und insgesamt preissensitiver geworden sind (vgl. Schmidiger &amp; K\u00f6chli, 2016). Doch der jeweilige erste Touchpoint f\u00fcr eine Produktsuche, \u201eGoogle\u201c, gibt nicht immer wirklich die richtigen Antworten. Welches der \u00fcber tausend Suchergebnisse ist denn das richtige, welches beruht auf Qualit\u00e4t und welcher Eintrag ist gekauft oder \u00fcber gutes Suchmaschinenmarketing zustande gekommen? Verloren hat bei dieser Fragestellung h\u00e4ufig der Anbieter, der auf den Seiten zwei bis \u201en\u201c landet. Oder wie die Werbebranche so sch\u00f6n sagt: \u201eThe best place to hide a dead body is on page two on google!\u201d<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/1-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2712\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/1-3-300x243.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/1-3-300x243.png 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/1-3-168x137.png 168w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/1-3.png 589w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Suchmaschine allein gibt noch keine Antwort, welche Immobilie denn wirklich zu mir passt. Gleiches gilt h\u00e4ufig auch f\u00fcr die Immobilienportale mit ihrer enormen Angebotsvielfalt. Eine rein optische Hervorhebung eines bestimmten Angebots oder eine Anzeige werden umgehend durch den geschulten Konsumenten als Werbung klassifiziert und helfen somit beim Verkauf nicht weiter. Also suchen Konsumenten zunehmend Antworten bei Experten, Fachzeitschriften und seit Jahren immer mehr bei ihren eigenen Netzwerken. Logisch: Was f\u00fcr meine Freunde gut ist, kann f\u00fcr mich ja nicht schlecht sein. Denn: Gleich und gleich gesellt sich gern. Also fragt man als schlauer K\u00e4ufer nach Empfehlungen, Ideen und Gelegenheiten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/2-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2713\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/2-3-300x205.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/2-3-300x205.png 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/2-3.png 728w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Und das ist so einfach wie nie zuvor. Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz sind die L\u00e4nder mit einer ausgesprochen hohen Dichte an Smartphones. Dies geht einher mit st\u00e4ndigem Zugriff auf grosse Netzwerke via Social Media. Auf den meisten Smartphones ist beispielsweise ein Facebook Client installiert. Der durchschnittliche Facebook User ist heute Ende 30 und greift auf ein Netzwerk von 200 bis 400 Personen zur\u00fcck (vgl. Statista, 2014). Genau diese Personen k\u00f6nnen zu jeder Sekunde, an jedem Ort mit einer Frage nach einer Empfehlung erreicht werden.<\/p>\n<p>Um Empfehlungen geht es zunehmend; und zwar nicht nur f\u00fcr die zum Verkauf stehende Liegenschaft, sondern auch in Bezug auf Wohnquartiere, Arbeitswege und Infrastruktur oder die verkaufende Firma selbst.<\/p>\n<p>So funktioniert erfolgreiches Marketing heute: Der Kunde erlebt etwas, bewertet das f\u00fcr sich als gut oder schlecht und empfiehlt es weiter. Dabei spielen die Produktqualit\u00e4t und die Kundenerlebnisse beim Kauf, der \u00dcbergabe und dem Betrieb einer Immobilie eine wichtige Rolle. Gerade \u00fcber Social Media ist es leicht, daf\u00fcr eine Bewertung abzugeben. Der \u201eGef\u00e4llt mir\u201c-Button auf Facebook ist die Empfehlungsw\u00e4hrung der Zukunft. Also m\u00fcssen wir uns damit auseinandersetzen, wie solche Empfehlungen entstehen.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #e2007a\"><strong>Ziele gehen in einer digitalen Welt \u00fcber den Verkauf hinaus \u2013 Es geht um Empfehlungen!<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Prim\u00e4r geht es um das Ziel, dass sich Kunden bei unserem Unternehmen langfristig sicher, umsorgt, wertgesch\u00e4tzt und verstanden f\u00fchlen, oder einfach nur gl\u00fccklich sind, weil sie ihre Traumimmobilie gefunden haben und gerne dort leben. Doch wie bekommt man das hin? Es geht darum, den Kunden zu verstehen, zu erkennen, in welcher Phase seiner Erlebnis- oder Ent- scheidungskette er sich in Bezug auf unsere Marke derzeit befindet. Diese Erlebnis- und Entscheidungskette beginnt h\u00e4ufig schon weit vor dem Kauf, z.B. mit der Realisation des eigenen Bed\u00fcrfnisses und der Suche nach Optionen, um dieses Bed\u00fcrfnis zu befriedigen. In dieser Phase kommt es f\u00fcr den Kunden h\u00e4ufig schon \u00fcber verschiedene Touchpoints zu Fragen. Das Unternehmen, welches die Fragen realisiert und gezielt empathisch beantworten kann, vermittelt dem Kunden das gew\u00fcnschte Gef\u00fchlsspektrum. Er f\u00fchlt sich dann sicher, verstanden oder wertgesch\u00e4tzt. Gleiches gilt auch und vor allem f\u00fcr die \u00dcbergabe, Inbetriebnahme der Liegenschaft und den allgemeinen Kundenservice. In Zeiten, in denen es der Kunde nicht mehr toleriert, von einem Unternehmen ohne triftigen Grund angerufen zu werden, muss das Unternehmen genau dann bereit sein, wenn der Kunde eine Frage oder ein Anliegen an das Unternehmen hat. Und bereit sein, bedeutet, dreierlei zu wissen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wie ist der Stand der Kundenbeziehung \/ des Verkaufs oder der Liegenschaft?<\/li>\n<li>Welche Anliegen hat der Kunde, bzw. welche entsprechende L\u00f6sung gibt es? Und<\/li>\n<li>Welche Produkte kann der Kunde von uns noch brauchen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit diesem Wissen kann eine konsistente Beziehung zum Kunden entstehen, und wir erhalten die Empfehlungen, die unser Unternehmen so dringend f\u00fcr sein Wachstum braucht.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #e2007a\"><strong>Die Entscheidungskette des Kunden kennen<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst ist es f\u00fcr die Gestaltung des Marketings wichtig zu verstehen, wie Kunden \u00fcber den Fortgang und die Entwicklung einer Beziehung bis hin zum Kauf und sp\u00e4ter zu einer Empfehlung entscheiden. Kundendialoge entstehen in verschiedenen Phasen der Kundenbeziehung. In jeder dieser Phasen stellt sich der Kunde auf Basis des konkreten Erlebnisses zwei Fragen:<\/p>\n<ol>\n<li>Kann die Liegenschaft meine Bed\u00fcrfnisse abdecken und<\/li>\n<li>Will ich mit diesem Unternehmen zusammenarbeiten?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Entscheidungen werden durch die Episoden einer klassischen Kundenentscheidungskette, Consumer Decision Journey, abgebildet (vgl. Court, Elzinga, Mulder &amp; Vetvik, 2009). Hafner &amp; Winters (2010) haben darauf aufmerksam gemacht, dass nur die genaue Kenntnis dieser Kette zu dem notwendigen Wissen f\u00fchrt, um zu verstehen, welche Episoden von der Bed\u00fcrfniswahrnehmung des Kunden, \u00fcber die Evaluation von Alternativen (bspw. unterschiedlicher Anbieter) dazu f\u00fchren, dass sich ein Kunde dem Unternehmen \u00fcberhaupt als potentieller K\u00e4ufer identfiziert. Erst dann k\u00f6nnen die vollst\u00e4ndig kontrollierbaren Phasen der Beratung, des Kaufs, der eventuellen Erstellung, der \u00dcbergabe und Inbetriebnahme und der Nutzung der Liegenschaft und der Inanspruchnahme des Kundenservice planerisch in Angriff genommen werden. Nur wenn die Dialoge und Erlebnisse der Kunden in allen Phasen als stimmig bewertet werden, ist der Kunde bereit, sein positives Erlebnis auf Social Media Plattformen oder im Gespr\u00e4ch mit anderen potentiellen Kunden als Empfehlung zu teilen. Das haben inzwischen die meisten Unternehmen verstanden. Die Abbildung zeigt exemplarisch eine \u201eCustomer Decision Chain\u201c f\u00fcr den Verlauf der Kundenbeziehung eines Unternehmens, welches prim\u00e4r Immobilien f\u00fcr Private erstellt und verkauft: Diese Reise des Kunden (Customer Journey) ist jedoch heute im Immobiliensektor weitgehend unbekannt (vgl. Schmidiger &amp; K\u00f6chli, 2016).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-07-24-um-21.53.52.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2565\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-07-24-um-21.53.52.png\" alt=\"\" width=\"827\" height=\"335\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-07-24-um-21.53.52.png 827w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-07-24-um-21.53.52-300x122.png 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2017\/09\/Bildschirmfoto-2017-07-24-um-21.53.52-768x311.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 827px) 100vw, 827px\" \/><\/a>Daher muss die Abbildung kurz erl\u00e4utert werden: Sie zeigt aus Sicht des Kunden auf, in welchen Schritten sich der Kauf einer Liegenschaft bis hin zur Weiterempfehlung abspielt. Kunden realisieren, dass sie ein Bed\u00fcrfnis nach einem Eigenheim entwickeln und beginnen \u00fcber Google und Immobilien- Portale zu recherchieren. Gegebenenfalls bekommen sie eine Anregung \u00fcber ihre sozialen Netzwerke (on- oder offline). Sie treten an den Verk\u00e4ufer heran, besichtigen die Liegenschaft, verhandeln den Kaufpreis und beschaffen sich eine Finanzierung. Nun kommt es zum Kauf und dem entsprechenden Vertragsabschluss. Damit ist das Kundenerlebnis noch nicht vorbei. Denn nun beginnt die Erstellung und Konfiguration der Liegenschaft, der Bezug und die Inbetriebnahme sowie die Nutzung. Erst auf der Basis der damit verbundenen Erlebnisse entscheidet der Kunde, ob es hier zu einer Weiterempfehlung an andere Menschen mit potentiell \u00e4hnlichen Bed\u00fcrfnissen kommt.<\/p>\n<p>Diese Entscheidungskette eines Kunden unterscheidet sich nat\u00fcrlich f\u00fcr die verschiedenen Akteure im Immobilienmarkt stark: So steht bei einem Architekten der Beratungs- und Planungsschritt im Vordergrund der Gestaltung, w\u00e4hrend f\u00fcr die Kunden eines Immobilienbewirtschafters vor allem die Schritte der Nutzung um einen Schritt \u201eUnterst\u00fctzung bekommen\u201c erg\u00e4nzt werden m\u00fcssen. In diesem Zusammenhang stellt sich unter Marketinggesichtspunkten die Frage, wie man auf Seiten des Unternehmens derartige Customer Journeys integriert bedienen kann. Dabei ist zur operativen Erlebnisgestaltung wichtig, WO sich der Kunde in den einzelnen Schritten befindet, um zu entscheiden, WAS gemacht werden soll.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #e2007a\"><strong>Die Touchpoints kennen \u2013 von Social Media zur kontrollierten \u00dcbergabe<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Bevor auf die operativen Aspekte einer Erlebnisgestaltung eingegangen werden kann, stellt sich die Frage nach dem \u201eWO\u201c der Kommunikation mit dem Kunden. Die Bezeichnung \u201eKanal\u201c f\u00fcr den \u201eOrt\u201c der Kundenkommunikation erscheint aus drei Gr\u00fcnden problematisch:<\/p>\n<ol>\n<li>Kan\u00e4le sind in der Natur begradigt und verbinden zwei wichtige Punkte miteinander. In Zeiten einer NzuN-Kommunikation im Kundenservice kann das, u.a. auch aus Kostengr\u00fcnden, nicht die Natur der gew\u00fcnschten Unternehmenskommunikation sein.<\/li>\n<li>Kan\u00e4le haben klar definierte Grenzen. Dies wird in der Unternehmensrealit\u00e4t oft durch Abteilungsgrenzen abgebildet. Wo viele Mitarbeitende im Grunde das Gleiche machen (n\u00e4mlich Kundenanfragen beantworten und Probleme l\u00f6sen), sollten Abteilungsgrenzen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgehoben werden. Eine Fokussierung auf klar definierte Skills wie \u201etelefonische Probleml\u00f6sung\u201c, \u201eschriftliche Probleml\u00f6sung via Chat\u201c, \u201eschriftliche Probleml\u00f6sung via Twitter\u201c, \u201eschriftliche Probleml\u00f6sung via E-mail\u201c sowie aufeinander aufbauende Produkt- und Dienstleistungskompetenzen tragen zur gezielten Steuerung des Service in gr\u00f6sseren Einheiten bei und sorgen auch f\u00fcr eine attraktive \u201eKundenservice-Karriere\u201c. So verhindert man bei diesen wichtigen Mitarbeitenden das Bore-Out-Syndrom.<\/li>\n<li>Das Wasser in einem Kanal fliesst lediglich in eine Richtung. Die Kanallogik entstammt einer Zeit, in der man in Theorie und Praxis noch \u00fcber integrierte Kommunikation geredet hat. Man ging davon aus, die Kommunikation zum Kunden k\u00f6nne hundertprozentig dadurch beeinflusst werden, dass zentral eine Botschaft formuliert (\u201eKauf mich! \u201c), und diese dann durch die gesamte Organisationspyramide zum Kunden getragen wird. Dadurch, dass der Kunde quasi gar nichts anderes mehr wahrnimmt als diese Botschaft, kommt er der Botschaft auch nach und kauft. In einer Zeit mit immer geringerer Werbewirkung und immer h\u00f6herer Vernetzung, vielen Spontanaktivit\u00e4ten in Form von Empfehlungen oder Warnungen bez\u00fcglich der Leistung von Unternehmen und damit kreisenden Erregungen in on- und offline Netz werken (bspw. in j\u00fcngster Zeit dem FIFA Skandal), ist die Kommunikation wesentlich weniger kontrollierbar geworden. Dialoge werden wichtiger und damit auch die Ber\u00fchrungspunkte (Touchpoints), an denen diese Dialoge stattfinden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Entscheidend ist aber, diese Sichtweise mit weiteren Perspektiven auf das Touch- pointangebot zu erg\u00e4nzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nicht alles, was technisch machbar ist, wollen Kunden auch nutzen. So gibt es beispielsweise Touchpoints, die f\u00fcr die Kunden im Immobilienumfeld irrelevant sind. Dies gilt insbesondere in B2B-Vertragsbeziehungen. Je weniger Kunden einen Touchpoint nutzen, desto weniger rechnet sich das trotzdem notwendige Monitoring oder der Betrieb dieses Touchpoints. Auch umgekehrt gilt: Will man als Kunde wirklich der zweite Anfragesteller auf Twitter sein, nachdem der erste dort vor f\u00fcnf Monaten etwas gepostet hat?! Gleiches gilt f\u00fcr Immobilien-Communities. Diese m\u00fcssen zun\u00e4chst einen gewissen Grad an Content und Interaktionsh\u00e4ufig- keit aufweisen, damit der Kunde den Touchpoint \u00fcberhaupt ernst nimmt und nicht direkt zum Telefon greift. In der Immobilienvermarktung gilt dies im versch\u00e4rften Masse f\u00fcr die Immobilien-Portale wie z. B. Homegate oder ImmoScout24.<\/li>\n<li>Nicht alles, was Kunden (noch) nicht nutzen, ist aber deswegen auch sinnlos. Gerade wenn es in der Immobilienvermarktung um Alternativen zu E-Mail geht, kann es sinnvoll sein, Kunden sukzessive auch an den Chat oder den Video-Chat heranzuf\u00fchren. Dies ist auch eine direkte Folge der Einsicht, dass sich gerade bei komplexen Verkaufs- oder Konfigurations-Sachverhalten oft nicht jeder Touchpoint gleich gut eignet.<\/li>\n<li>Nicht alles, was Kunden nutzen wollen, k\u00f6nnen Unternehmen auch anbieten. Einigen Unternehmen fehlen heute schlicht Kompetenzen, bspw. im Social Media oder Community Bereich. Daraus resultiert h\u00e4ufig ein mittelm\u00e4ssiges oder halbgares Angebot an den Touch-points. Es ist aber gerade f\u00fcr Neukunden oder Prospects wichtig, an jedem zur Verf\u00fcgung gestellten Touchpoint aktiv Kompetenz zu zeigen. Viele Unternehmen haben im Social Media Bereich darauf reagiert, indem sie den Betrieb der Touchpoints unter Marketing-Gesichtspunkten an Agenturen delegieren. Dies wird dann problematisch, wenn vom Kunden Dialoge angestossen werden und aktiv Verbesserungsvorschl\u00e4ge gemacht werden, f\u00fcr deren Weiterleitung oder Kommentierung der Agentur die internen Schnittstellen fehlen. Customer Experience Management wird daher mehr und mehr zu einer Inhouse-Aufgabe.<\/li>\n<li>Nicht alle Touchpoints, die Kunden wollen, sind auch aus Wettbewerbs- gesichtspunkten sinnvoll. Vieles, was derzeit unter dem Begriff \u201eomnichannel\u201c vermarktet wird, bietet zu wenig Profilierung im Wettbewerb. Hierbei sollte man weniger auf die Zahl der zur Verf\u00fcgung stehenden Touchpoints abstellen, sondern sich mehr um ein exzellentes Erlebnis an den bestehenden Ber\u00fchrungspunkten k\u00fcmmern. Dies gilt insbesondere f\u00fcr den Dialog mit dem bestehenden oder zuk\u00fcnftigen K\u00e4ufer einer Immobilie.<\/li>\n<li>Nicht alles, was Kunden wollen, ist auch bezahlbar. Wichtig ist, f\u00fcr jeden zus\u00e4tzlichen Touchpoint einen individuellen Business-Case zu erstellen. Dabei ist die Kostenseite, bestehend aus den Dimensionen Mensch, Prozess und Technologie, fast immer der leichter zu bestimmende Teil. Anders sieht es auf der Nutzenseite aus. Was bringt ein neuer Touchpoint wirklich? Wie viele neue Kunden kommen wegen dieses Touchpoints? Wie viel Kommunikation kann \u00fcber diesen Touchpoint g\u00fcnstiger abgewickelt werden? Inwiefern kann ein digitaler Touchpoint vielleicht auch dazu beitragen, online besser gefunden zu werden? Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Schluss ist es bei all diesen Einw\u00e4nden jedoch wichtig, was das Buzzword \u201eomnichannel\u201c eigentlich aussagen will. Es geht im Grunde genommen darum, dass der Kunde zwischen den Touchpoints des Unternehmens frei w\u00e4hlen kann und dass an jedem Touchpoint alle Informationen \u00fcber den Kunden vorliegen. Also sollte man bspw. bei der Besichtigung der Immobilie wissen, was mit dem Kunden telefonisch besprochen wurde. Die damit verbundene Aufgabe, die Kundenhistorie und alle relevanten Kundendaten an jedem bespielten Touchpoint vorzuhalten, ist eine Grundanforderung an das Kundenbeziehungsmanagement.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #e2007a\"><strong>Das IMPACT Prinzip zur Auswahl geeigneter Touchpoints<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>An jedem Kontaktpunkt, besonders in den unkontrollierten \/ unkontrollierbaren sozialen Netzwerken, muss festgelegt werden, welche Interaktion f\u00fcr den Kunden den gr\u00f6ssten Sinn ergibt, um dann zu entscheiden, wie man mit diesen Touchpoints angemessen in den Entscheidungsprozess des Kunden eingreifen kann. Es gibt f\u00fcnf M\u00f6glichkeiten, wie mit einem Touchpoint umgegangen werden kann. Diese werden je nach Einfluss des Unternehmens auf den Kontaktpunkt angewandt. Das Akronym IMPACT hilft, sich die unterschiedlichen Stufen des Engagements zu merken:<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #e200ff\"><strong>I<\/strong><\/span>gnore: Ignorieren<\/li>\n<li><span style=\"color: #e200ff\"><strong>M<\/strong><\/span>onitor: Beobachten<\/li>\n<li><span style=\"color: #e200ff\"><strong>P<\/strong><\/span>articipate: Teilnehmen<\/li>\n<li><span style=\"color: #e200ff\"><strong>A<\/strong><\/span>ctivate Aktivieren<\/li>\n<li><span style=\"color: #e200ff\"><strong>C<\/strong><\/span>on<span style=\"color: #e200ff\"><strong>T<\/strong><\/span>rol: Kontrollieren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die meisten dieser Stufen k\u00f6nnen frei kombiniert werden, um das Maximum aus der Kunden-Interaktion herauszuholen.<\/p>\n<p>Im ersten Schritt muss das Unternehmen erkennen, dass ein Kontaktpunkt existiert und dass er relevant sein k\u00f6nnte. In einem n\u00e4chsten Schritt gilt es, bewusst zu entscheiden, ob man aktiv mit dem Touchpoint umgehen m\u00f6chte, und wenn ja \u2013 wie. Dazu ergeben sich die folgenden M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<p><span style=\"color: #e200ff\"><strong>Ignore \/ Ignorieren<\/strong><\/span>. Das ist eine klare \u201ego \/ no-go\u201c-Entscheidung, die nicht mit anderen Stufen des Engagements kombiniert werden kann. Ein Touchpoint, der derzeit nicht relevant ist und der innerhalb des Zielpublikums kaum Interesse weckt, fordert einen hohen Preis: Wertvolle Ressourcen sollten nicht verschwendet werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, definitiv zu entscheiden, den Kontaktpunkt f\u00fcr den Augenblick zu ignorieren. Sollten sich die Rahmenbedingungen sp\u00e4ter \u00e4ndern, kann man die Entscheidung zur\u00fccknehmen und anders mit dem Touchpoint umgehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #e200ff\"><strong>Monitor \/ \u00dcberwachen<\/strong><\/span>. Jeder Kontaktpunkt, der im Entscheidungs- prozess des Kunden eine Rolle spielt, sollte zumindest beobachtet werden. F\u00fcr die traditionellen Kontaktpunkte sind die Methoden dazu gut bekannt: Der ganze Bereich \u201eCustomer Intelligence\u201c hat sich schon immer damit befasst, Daten aus diesen Kontakten zu erfassen und in fundierte Informationen \u00fcber den Kunden umzuformen. Monitoring Tools f\u00fcr die sozialen Netzwerke waren fast gleichzeitig mit den Netzwerken auf dem Markt. Manche sind nur f\u00fcr eine einzige Plattform nutzbar: Twitter Monitor, Blog-Suchmaschinen und Nachrichten-Konsolidierungs-Programme sind nur einige Beispiele. Von noch gr\u00f6sserer Bedeutung sind jene neuen Tools und Services, die auf alle sozialen Netzwerke zugreifen und die damit den Unternehmen erlauben, mithilfe eines einzigen Interface Suchkriterien \u00fcber die relevanten Touchpoints zusammenzustellen (vgl. aktuelle Tools sind etwa: Vico Analytics, Synthe- sio, Radarly, Engagor, Buzzcapture, Brandwatch Analytics, etc.). Als N\u00e4chstes muss entschieden werden, ob das Monitoring als isolierte Aktivit\u00e4t betrachtet wird \u2013 und zu t\u00e4glichen, w\u00f6chentlichen oder monatlichen Berichten f\u00fchrt \u2013 oder, ob es in die Arbeit der Customer-Intelligence-Abteilung eingebettet wird. Damit entst\u00e4nde ein strukturierter Umgang mit der Datenerfassung und dem Datengebrauch. Die Informationen vom beobachteten Kontaktpunkt m\u00fcssen zumindest an jene Mitarbeitenden weitergeleitet werden, die im Unternehmen f\u00fcr diesen Touchpoint zust\u00e4ndig sind und die auf die Informationen reagieren d\u00fcrfen. Will man mehr erreichen, besteht die M\u00f6glichkeit, die Erkenntnisse \u00fcber das Customer Data Warehouse oder die Customer Intelligence Practice zu \u00fcberf\u00fchren, um das Prognosemodell f\u00fcr jeden Kunden besser und feiner zu justieren oder gegebenenfalls das Marktsegment genauer zu beschreiben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #e200ff\"><strong>Participate \/ Teilnehmen<\/strong><\/span>. Die n\u00e4chste Stufe des Engagements bedeutet, auf einer \u00f6ffentlichen Plattform wie einem Immobilenportal oder Facebook mitzumachen. Das heisst, ein Mitarbeitender erkl\u00e4rt sich daf\u00fcr verantwortlich, zuk\u00fcnftig f\u00fcr das Unternehmen \u00fcber den ausgesuchten Touchpoint zu kommunizieren. Die aktive Teilnahme an sozialen Netzwerken ist meist das Mittel der Wahl, weil dort die Interaktion nicht kontrolliert werden kann und \u00fcblicherweise ein grosses Publikum an einem Dialog zwischen zwei Parteien beteiligt ist. Zur aktiven Teilnahme geh\u00f6rt es, offen den Netz werken beizutreten und sich in Dialoge einzubringen, aber auch auf Kommentare zu antworten. In diesem Zusammenhang wird vor allem der Arbeit mit Videos in der Immobilienvermarktung und der Zug\u00e4nglichmachung \u00fcber Youtube viel Bedeutung zugewiesen (vgl. Schmidiger &amp; K\u00f6chli, 2016).<\/p>\n<p>Wenn man teilnimmt, muss man jedoch drei fundamentale Regeln beachten:<\/p>\n<ul>\n<li>Jede Teilnahme muss echt und authentisch sein. Es gibt weder Ghostwriter noch computergenerierte Antworten, die das so machen k\u00f6nnen. Viele Unternehmen haben viel Zeit und Geld in ihr Markenversprechen investiert. Auch an diesem Punkt muss dessen Authentizit\u00e4t gewahrt bleiben. Menschen kaufen schliesslich auch von Menschen!<\/li>\n<li>Jeder Touchpoint hat seine Besonderheiten, seine eigene Tonalit\u00e4t und die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln der Interaktion, an die sich die Teilnehmer zumeist halten. Es gilt diese Regeln in Erfahrung zu bringen und zu beherzigen.<\/li>\n<li>Teilnahme heisst nicht Kontrolle! Der Verlauf der Interaktionen ist nicht immer vorhersehbar. Auch wenn einem eine Entwicklung nicht gef\u00e4llt, ist sie kaum mehr aufzuhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Je mehr man sich mit der Interaktionsentscheidung des Partizipierens besch\u00e4ftigt, desto mehr gleicht sie der Teilnahme an einer Party, auf der man Gast, jedoch nicht Veranstalter ist. Der Veranstalter gestaltet die Regeln, die G\u00e4ste tun gut daran, sich erst einmal umzusehen (monitoren!) und sich dann auf interessante, wertstiftende Art und Weise einzubringen. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr Dialoge auf anderen \u00f6ffentlichen, jedoch offline gestalteten Plattformen, wie beispielsweise einem Sponsoring einer Sport- oder Kunstveranstaltung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #e200ff\"><strong>Activate \/ Aktivieren<\/strong><\/span>. Mitunter kann es f\u00fcr das Unternehmen sinnvoll sein, einen Schritt weiterzugehen und die \u201eParty\u201c selbst zu veranstalten. Dies bedeutet, eine eigene (oftmals gebrandete) Plattform zu entwickeln und die Kundschaft dort zu aktivieren. Hier sind vor allem selbst veranstaltete Kunden-Events zu nennen, deren Bedeutung laut \u201eDigitalisierungsbarometer\u201c in den kommenden Jahren stark zunehmen wird (vgl. Schmidiger &amp; K\u00f6chli, 2016). Die Digitalisierung bietet in diesem Zusammenhang die M\u00f6glichkeit, die Wirkung eines Events durch Aufzeichnung und zur Verf\u00fcgungstellung im Internet digital zu \u201everl\u00e4ngern\u201c.<\/p>\n<p><span style=\"color: #e200ff\"><strong>Control \/ Steuern<\/strong><\/span>. Es gibt Kontaktpunkte, die kontrollier- und steuerbar sind: Ein E-Mail-Service oder Newsletter, eine Website, eine Filiale oder ein Verk\u00e4ufer sind alles Touchpoints, die ein Unternehmen besitzt und die es deshalb kontrollieren kann (und sollte). Touchpoints, die wir aktiv steuern k\u00f6nnen, sind deshalb von gr\u00f6sster Bedeutung f\u00fcr den Entscheidungsprozess, weil die Kunden wissen, dass die Kontaktpunkte uns geh\u00f6ren. Dementsprechend erwarten sie dort eine professionelle Kundenbetreuung. Das gilt f\u00fcr alle Stufen des Entscheidungsprozesses. Vor allem liegen jedoch Profilierungsm\u00f6glichkeiten bei der Konfiguration und Erstellung der Immobilie sowie bei der \u00dcbergabe.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnf Stufen des Engagements sind alle valide und relevant. Jede beliebige Art von Touchpoint kann mehr als eine Art des Engagements erfordern, je nachdem wie wichtig sie f\u00fcr den Kunden ist. Ausserdem kann es sinnvoll sein, einen Touchpoint in der Orientierungsphase des Kunden anders zu behandeln als in der Kaufphase. Die Entscheidung, welche Interaktions-Strategie f\u00fcr welchen Kontaktpunkt die richtige ist, muss im Zusammenhang mit der Art des Kundenerlebnisses und den technischen M\u00f6glichkeiten des Unternehmens getroffen werden. Wichtig f\u00fcr ein modernes, digitalisiertes Marketing ist, die Empfehlung des Kunden nachhaltig und integriert zu verfolgen.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #e200ff\"><strong>Eine Idee f\u00fcr ein differenzierendes Marketing: Der h\u00e4ufig vergessene Schritt \u201eBezug und Inbetriebnahme\u201c<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Schauen wir noch einmal auf die in der Abbildung dargestellte Entscheidungskette. Der Schritt des Bezugs und der Inbetriebnahme einer Liegenschaft durch den neuen Eigent\u00fcmer wird h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt. Ist zu Beginn eines Verkaufsprozesses noch ein grosses Interesse des Verk\u00e4ufers am Abschluss vorhanden und \u00fcbertr\u00e4gt sich diese Energie auch auf die gemeinsame Planung und Erstellung der Liegenschaft, im Falle eines Architekten und\/oder Generalunternehmers so liegen in dieser Phase der \u201cCustomer Journey\u201c unterschiedliche Interessen, bzw. Ausgangslagen bei K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer der Immobilie vor. W\u00e4hrend viele K\u00e4ufer lediglich einmal im Leben eine Immobilie erwerben, kann es f\u00fcr den Verk\u00e4ufer nur eine \u00dcbergabe von vielen sein. Dementsprechend entsteht ein v\u00f6llig unterschiedlicher Erfahrungsbackground, der zu unterschiedlichen Priorit\u00e4ten f\u00fchrt. Der Verk\u00e4ufer ist daran interessiert, diesen Schritt, der ihm lediglich zus\u00e4tzliche Kosten verursacht, m\u00f6glichst schnell hinter sich zu bringen. Der K\u00e4ufer hingegen weiss, dass sein Wohlbefinden im neuen Haus massgeblich von der richtigen Bedienung von Heizung, Fenstern, Beschattung, Internetzugang etc. abh\u00e4ngt. Insofern wird er daran interessiert sein, so viele Informationen wie m\u00f6glich zu erhalten. Hier kann es zu Konflikten kommen. Gerade, wenn etwas nicht wie gew\u00fcnscht auf Anhieb funktioniert, wird erwartet, dass der Verk\u00e4ufer f\u00fcr Fragen zur Verf\u00fcgung steht. Auch spielt eine Rolle, dass der private K\u00e4ufer, im Verh\u00e4ltnis gesehen, die gr\u00f6sste Investition seines Lebens get\u00e4tigt hat. Dementsprechend hoch sind seine Erwartungen. Wie hier die Diskrepanz zwischen den Anspr\u00fcchen der K\u00e4ufer und den Kostenerw\u00e4gungen der Verk\u00e4ufer ausgeglichen werden kann, zeigt die Befragung der Gruppe der \u201eInnovators\u201c im Digitalisierungsbarometer. Sie stellen fest, dass Kunden f\u00fcr die Nutzung der gesamten Infrastruktur der gekauften Immobilie mehr und mehr Online-Anleitungen erwarten, die sie schnell einsehen, verstehen und anwenden k\u00f6nnen (vgl. Schmidiger &amp; K\u00f6chli, 2016).<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in diesem Beispiel f\u00fcr die Erlebnisgestaltung sowohl digitale wie nat\u00fcrlich auch nicht-digitale Touchpoints (das verkaufte Haus selbst, die Ger\u00e4te und die Infrastruktur sowie die Person, welche die \u00dcbergabe macht) eine Rolle spielen. Diese Idee soll demonstrieren, wie in einer digitalisierten Welt unter Marketing- und Vertriebsgesichtspunkten kundenorientiert gehandelt werden muss, um nachhaltig an Empfehlungen zu kommen.<\/p>\n<p>Und das ist die neue W\u00e4hrung des Marketings: Empfehlungen!<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel entstand im Rahmen des Digitalisierungsbarometers. Die Studie ermittelt anhand einer breit angelegten, repr\u00e4sentativen Erhebung bei den wichtigsten Akteuren der Immobilienbranche in der Schweiz, wie die Auswirkungen der Digitalisierung wahrgenommen werden und welche Auswirkungen f\u00fcr die kommenden Jahre erwartet werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die gesamte Studie k\u00f6nnen Sie hier beziehen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Digitalisierungsbarometer-2016-Gesch\u00e4ftsmodelle-Markus-Schmidiger-ebook\/dp\/B01LDF0K2I\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1501053872&amp;sr=8-1&amp;keywords=digitalisierungsbarometer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Digitalisierungsbarometer 2016 \u2013 Kundenverhalten und Gesch\u00e4ftsmodelle<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Digitalisierungsbarometer-2017-Digitales-Planen-Bauen\/dp\/3906877078\/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1501053872&amp;sr=8-2&amp;keywords=digitalisierungsbarometer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Digitalisierungsbarometer 2017 \u2013 Digitales Planen und Bauen<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Armano, D. Homepage. Online (12.04.2016): http:\/\/darmano.typepad.com\/<\/li>\n<li>Court, D., Elzinga, D., Mulder, S. &amp; Vetvik, O.-J. (2009). The consumer decision journey. In McKinsey Quarterly. Online (12.04.2016): http:\/\/www.mckinsey.com\/business-functions\/marketing-and-sa- les\/our-insights\/the-consumer-decision-journey<\/li>\n<li>Hafner, N. &amp; Winter, P. (2010). Customer Impact Agenda. Online (12.04.2016): http:\/\/www.mckinsey. com\/business-functions\/marketing-and-sales\/our-insights\/the-consumer-decision-journey<\/li>\n<li>Schmidiger, M. &amp; K\u00f6chli, P. (2016). Digitalisierungsbarometer Schweiz. In Schmidiger, M. (Hrsg.). Digitalisierungsbarometer \u2013 Immobilienbranche im digitalen Wandel. Zug: Verlag IFZ \u2013 Hoch- schule Luzern.<\/li>\n<li>(2014). Branchen. Internet. Social Media. Online (14.04.2016): http:\/\/de.statista.com\/<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Das\u00a0k\u00f6nnte Sie ebenfalls interessieren:<\/strong><\/p>\n<p>Entdecken Sie die\u00a0<a title=\"Immobilien HSLU\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/themen\/immobilien\/?sourceurl=\/immobilien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Welt des Immobilienmanagements<\/a>\u00a0und erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den\u00a0MAS Immobilienmanagement sowie andere Angebote zum Thema\u00a0<a title=\"Immobilien HSLU\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/themen\/immobilien\/?sourceurl=\/immobilien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Immobilien<\/a>. Gerne beantworten Ihnen\u00a0<a title=\"Markus Schmidiger\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/ueber-uns\/personensuche\/person-detail-site\/?pid=248\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Markus Schmidiger<\/a>\u00a0und <a title=\"John Davidson\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/ueber-uns\/personensuche\/person-detail-site\/?pid=974\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. John Davidson<\/a>\u00a0und <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/hochschule-luzern\/ueber-uns\/personensuche\/profile\/?pid=2413\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dr. Michael Tr\u00fcbestein<\/a> vom\u00a0<a title=\"IFZ\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/ueber-uns\/institute\/ifz\/?sourceurl=\/ifz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IFZ<\/a>\u00a0Ihre Fragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitalisierung im Marketing und Verkauf von Immobilien ist nichts Neues. 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