{"id":3200,"date":"2018-05-28T06:17:22","date_gmt":"2018-05-28T04:17:22","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/?p=3200"},"modified":"2018-05-27T21:14:41","modified_gmt":"2018-05-27T19:14:41","slug":"was-die-digitalisierung-fuer-immobilieninvestoren-bedeutet-2-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/2018\/05\/28\/was-die-digitalisierung-fuer-immobilieninvestoren-bedeutet-2-3\/","title":{"rendered":"Wie die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<h4>Technologische Neuerungen waren und sind h\u00e4ufig Ausl\u00f6ser von Entwicklungssch\u00fcben und Umw\u00e4lzungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Diese machen auch vor der Immobilienwirtschaft nicht halt und Immobilieninvestoren sehen sich zunehmend mit der Digitalisierung konfrontiert. Wer als Immobilieninvestor die Einzeltrends bei Wohn-, Gesch\u00e4fts- und Spezialimmobilien verschl\u00e4ft, kann mittelfristig immer weniger marktg\u00e4ngige Fl\u00e4chen anbieten. Deshalb sind zuk\u00fcnftig insbesondere \u201edigital\u201c-denkende Mitarbeiter mit entsprechenden Kernkompetenzen von Bedeutung.<\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000\"><em>Prof. Dr. Markus Schmidiger, Dr. Christian Kraft<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><em>Teil 2 der dreiteiligen Artikelserie zum Thema \u201eWas die Digitalisierung f\u00fcr Immobilieninvestoren bedeutet\u201c.<br \/>\n<\/em><\/span><em>Teil 1 finden Sie <a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/2018\/05\/14\/was-die-digitalisierung-fuer-immobilieninvestoren-bedeutet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier.<\/a><\/em><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span style=\"color: #ff00ff\">3. Ver\u00e4nderungen in Wirtschaft und Gesellschaft<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Die neuen technologischen M\u00f6glichkeiten f\u00fchren zu grundlegenden Umw\u00e4lzungen in Entwicklung und Produktion, die zurzeit unter dem Schlagwort Industrie 4.0 breit diskutiert werden. Wie bei fr\u00fcheren technologischen Revolutionen werden sich auch dieses Mal in einem zweiten Schritt sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft fundamental ver\u00e4ndern. Diese Entwicklungen sind f\u00fcr den langfristig agierenden Immobilieninvestor von gr\u00f6sster Bedeutung. Bei den in der Immobilienindustrie vorherrschenden sehr langen Vorlaufzeiten f\u00fcr (Um-)Bauten ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der bei Projektstart neueste technologische Hype beim Projektabschluss ein paar Jahre sp\u00e4ter schon wiederin Vergessenheit geraten ist. Um so wichtiger ist es, die grundlegenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen \u00c4nderungen zu erfassen und das Handeln an diesen auszurichten. Nachstehend zeigen wir, welche Auswirkungen die technologischen Entwicklungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben bzw. welche Ver\u00e4nderungen bereits im Gange sind und wie sie die Rahmenbedingungen f\u00fcr erfolgreiche Gesch\u00e4ftsmodelle ver\u00e4ndern.<span class=\"s1\">4<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">3.1 Von Industrie 4.0 zu Wirtschaft und Gesellschaft<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">4.0: Die wichtigsten Treiber<\/p>\n<p class=\"p1\">Als erstes waren und sind die Auswirkungen der Digitalisierung in Entwicklung und Produktion sichtbar. Die neuen M\u00f6glichkeiten f\u00fchren jedoch zwingend zu Ver\u00e4nderungen, die weit dar\u00fcber hinausgehen. Die Grundlagen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, in Einzelf\u00e4llen sogar die Grundlagen unseres heutigen kapitalistischen Systems, werden sich dramatisch ver\u00e4ndern. Damit einhergehend wird sich die Art und Weise, wie die Gesellschaft funktioniert, \u00e4ndern und Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse sowohl im Kleinen als auch auf geopolitischer Ebene verschieben sich. Die wichtigsten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Treiber werden nachfolgend kurz dargestellt. Was digitalisierbar ist, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter digitalisiert Mit der Digitalisierung von Informationen und Produkten gehen so viele Vorteile einher, dass zwangsl\u00e4ufig alles, was digitalisiert werden kann, auch digitalisiert werden wird. Informationen sind viel einfacher und schneller auffindbar, teilbar, bearbeitbar und analysierbar. Produkte werden viel flexibler und brauchen h\u00e4ufig deutlich weniger Material, wie die Beispiele Smartphone und Elektrofahrzeuge zeigen. Dadurch, dass im Smartphone die ganze Nutzerschnittstelle auf dem Bildschirm digitalisiert ist, besteht viel mehr Flexibilit\u00e4t als bei den alten Systemen mit materiellen Kn\u00f6pfen und Tasten, die nur zum urspr\u00fcnglich geplanten Zweck einsetzbar waren. Es k\u00f6nnen nicht nur unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden, auch Updates und \u00c4nderungen sind jederzeit problemlos m\u00f6glich. Die Anzahl mechanischer Teile verringert sich massiv. So besitzt ein Tesla beispielsweise nur noch rund ein Zehntel der Teile, wie sie bei konventionellen Autos \u00fcblich sind \u2013 mit den entsprechenden Auswirkungen auf Unterhaltskosten und Zulieferindustrie. Auch l\u00e4sst sich dadurch Fernwartung einsetzen und im Extremfall mit einem n\u00e4chtlichen Update das gesamte Auto neu konfigurieren.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Information wird allgemein, weltweit und jederzeit verf\u00fcgbar<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Dank des Internets sind Informationen global einfach und schnell verf\u00fcgbar. Generell kann davon ausgegangen werden, dass Privatpersonen und Gesch\u00e4ftspartner immer besser und transparenter informiert sind. Das f\u00fchrt einerseits dazu, dass Fehlverhalten schneller publik gemacht und sanktioniert wird, andererseits d\u00fcrfte es aber bewirken, dass Gesch\u00e4ftsmodelle, die ausschliesslich auf einem Informationsvorsprung beruhen, immer schwieriger aufrecht zu erhalten sein werden.<\/p>\n<p class=\"p1\">Kosten zur Informationsbeschaffung und f\u00fcr Transaktionen sinken drastisch Mithilfe entsprechender Plattformen k\u00f6nnen die Kosten f\u00fcr Informationsbeschaffung und Transaktionen massiv gesenkt werden. Immobilienplattformen wie Immoscout und andere haben es in ihrem Bereich bereits vorgemacht, bilden jedoch erst einen ganz kleinen Teil der Wertsch\u00f6pfungskette ab. Analog zum Online-Banking sind durch Automatisierung und Virtualisierung massive Kostensenkungen und Geschwindigkeitssteigerungen im Verkehr zwischen Unternehmen und Einzelpersonen zu erwarten. Ebenfalls grosses Potential liegt in der unternehmens\u00fcbergreifenden Vernetzung von Gesch\u00e4ftsprozessen verschiedener Akteure. Mit dem elektronischen Grundbuch und den elektronischen Schuldbriefen ist im Bereich des Liegenschaftenhandels ein erster Schritt getan. Weitere werden folgen, auch in anderen Bereichen.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u00dcberwindung von Ort und Raum spielt eine geringere Rolle als fr\u00fcher Dank Internet, Cloud und Telekonferenzen spielen Raum und Zeit f\u00fcr die Zusammenarbeit eine geringere Rolle als fr\u00fcher. Das wird dazu f\u00fchren, dass Zusammenarbeit und F\u00fchrung anders gestaltet wird, dass sich \u2013 nach der Globalisierung der Industrie \u2013 auch bisher gesch\u00fctzte Branchen aus dem Dienstleistungsbereich (wie etwa Architektur, Ingenieurwesen, Werbung, PR) einem verst\u00e4rkt internationalen Wettbewerb stellen m\u00fcssen, womit sich die Anforderungen an B\u00fcror\u00e4umlichkeiten und Arbeitspl\u00e4tze sowohl quantitativ als auch qualitativ weiter ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Grenzkosten sinken in vielen Bereichen gegen Null<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Die digitale Reproduktion verursacht praktisch keine zus\u00e4tzlichen Kosten. Ist beispielsweise eine Zeitung erst einmal geschrieben, fallen online keine Kosten mehr an, unabh\u00e4ngig davon, ob ein Artikel einmal oder millionenfach gelesen wird. Dasselbe gilt f\u00fcr praktisch alle digitalen (oder digitalisierbaren) Produkte, seien es B\u00fccher, Ausbildungsunterlagen, Baupl\u00e4ne, Programme, Produktionsvorlagen f\u00fcr 3D-Drucker oder anderes mehr. Damit werden viele Gesch\u00e4ftsmodelle in Frage gestellt und Unternehmen werden sich mit der Frage befassen m\u00fcssen, wie sie ihre Einkommensstr\u00f6me aufrechterhalten und expandieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Unternehmensgrenzen l\u00f6sen sich auf<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Unternehmen haben sich insbesondere deshalb gebildet, weil der Koordinations- und Informationsaufwand auf diese Weise reduziert werden konnte. Mit den neuen M\u00f6glichkeiten des virtuellen Arbeitens k\u00f6nnen Freelancer und andere Firmen einfach und weltweit in Projekte eingebunden werden. Es ist davon auszugehen, dass sich Spezialisten vermehrt selbst\u00e4ndig machen oder in kleinen Firmen organisieren und projektbezogen in Unternehmensprojekte eingebunden werden. Architekten, Ingenieure, Zeichner, Informatikspezialisten, Werber etc. k\u00f6nnen ohne grossen Aufwand weltweit rekrutiert und eingebunden werden, mit entsprechenden Auswirkungen auf Kapazit\u00e4ten und Kosten. Unternehmen werden nicht-strategierelevante Aktivit\u00e4ten noch st\u00e4rker auslagern als bisher.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Peer-to-Peer-Economy bedr\u00e4ngt klassische Unternehmen<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Internet-Plattformen erm\u00f6glichen immer st\u00e4rker, dass Privatpersonen sich direkt miteinander in Verbindung setzen und vernetzen. Uber und AirBnB, die damit ihre jeweiligen Branchen drastisch ver\u00e4ndern, sind nur der Anfang. Auch in anderen Bereichen d\u00fcrfte vermehrt zu beobachten sein, dass sich Anbieter und Nachfrager direkt vernetzen. Da diese oft \u00fcber andere Kostenstrukturen verf\u00fcgen als die etablierten Marktakteure (und teilweise auch nicht den gleichen staatlichen Regelungen unterliegen), k\u00f6nnen sie zu wesentlich g\u00fcnstigeren Konditionen anbieten.<\/p>\n<p class=\"p1\">Professionelle Anbieter werden dadurch in Zugzwang geraten und ihre Gesch\u00e4ftsmodelle \u00fcberarbeiten m\u00fcssen. Klassische Gatekeeper wie Makler oder Vermittler werden massiv unter Druck kommen und aus dem Markt gedr\u00e4ngt\u00a0werden, wenn es ihnen nicht gelingt, substantielle Mehrwerte anzubieten und erfolgreich neue Gesch\u00e4ftsmodelle zu entwickeln.<\/p>\n<p class=\"p1\">Daten werden zum neuen Rohstoff und Statistik erlebt ein Revival (Data Science) Datenstr\u00f6me wachsen weiter an, weil (a) die Bereitschaft in der Gesellschaft zunimmt, die eigenen Daten preiszugeben, (b) die technischen Kapazit\u00e4ten wachsen, diese zu speichern und zu vernetzen, und (c) neue Technologien ohne Daten nicht funktionieren k\u00f6nnen. Die Datenflut, die daraus entsteht, ist unveredelt jedoch wertlos. Um aus Daten Wert zu generieren, bekommt die klassische Statistik ein neues Gewicht und mausert sich zur Data Science. Die Datenanalyse wird zur Optimierung der eigenen Prozesse, zum Lernen \u00fcber Kundenverhalten und f\u00fcr belastbare Entscheidungsgrundlagen eingesetzt. Diejenigen Unternehmen, die aus der Datenflut die f\u00fcr ihre Gesch\u00e4ftsmodelle entscheidenden Muster erkennen k\u00f6nnen, haben einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Produktivit\u00e4t im Bereich \u00abh\u00f6herwertiger T\u00e4tigkeiten\u00bb wird massiv erh\u00f6ht<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Mit Prozessautomatisierung, k\u00fcnstlicher Intelligenz, Datenanalyse und Automatisierung von Routineprozessen geraten nun auch sogenannt h\u00f6herwertige T\u00e4tigkeiten in den Fokus der Digitalisierung und werden sich n\u00f6tigen Ver\u00e4nderungen nicht entziehen k\u00f6nnen. Studien gehen davon aus, dass selbst von den T\u00e4tigkeiten eines CEO rund 20 Prozent automatisiert werden k\u00f6nnten<span class=\"s1\">5<\/span>. Bei anderen, auch kreativen Berufen etwa im Bereich Architektur oder Design, aber auch im Verkauf ist dieser Anteil teilweise noch wesentlich h\u00f6her. Berufsbilder und Anforderungen an Mitarbeitende werden sich massiv ver\u00e4ndern und damit auch die Anspr\u00fcche an Aus- und Weiterbildung. In welchem Ausmass und Zeitrahmen sich die dargestellten Ver\u00e4nderungen verwirklichen und welche weiteren, heute noch nicht absehbaren Ver\u00e4nderungen hinzukommen, ist weitgehend offen und h\u00e4ngt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Sicher ist jedoch, dass jede einzelne dieser Ver\u00e4nderungen das Potential hat, die Art und Weise, wie und wo Menschen und Unternehmen interagieren und produzieren, stark zu beeinflussen. In der Kombination k\u00f6nnen sie zu einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Revolution f\u00fchren. Damit werden sich nicht nur die Anforderungen an Wohn- und Arbeitsr\u00e4ume qualitativ und quantitativ ver\u00e4ndern. Auch die Attraktivit\u00e4t von Standorten wird sich verschieben und die Art und Weise, wie sich Unternehmen organisieren, mit ihren Kunden interagieren und wie Mitarbeitende gef\u00fchrt werden, wird sich drastisch ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">3.2 Wertewandel: Herausforderung und Chance<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Die zum Teil revolution\u00e4ren Innovationen in den Bereichen Computertechnologie, Internet und regenerative Energien werden von einem beinahe gleichzeitig stattfindenden Wertewandel in unserer Gesellschaft begleitet. Insbesondere j\u00fcngere Generationen denken und funktionieren anders und leben nach einem anderen Wertesystem und einer anderen Arbeitsethik als die Babyboomer. Diese j\u00fcngeren Generationen sind in grossem Masse f\u00fcr die Innovationen im digitalen Bereich verantwortlich, sie sind mit den neuen Technologien aufgewachsen und verf\u00fcgen \u00fcber ein viel tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die digitalen M\u00f6glichkeiten und Anwendungen. Im gesellschaftlichen wie pers\u00f6nlichen Umfeld ist festzustellen, dass als Gegenentwicklung zu Automatisierung, Beschleunigung, st\u00e4ndiger Verf\u00fcgbarkeit, Nullfehler-Toleranz und Technologisierung soziale und ethische Werte wieder verst\u00e4rkt an Bedeutung gewinnen. Es sind insbesondere die folgenden sechs\u00a0gesellschaftlichen Trends zu beobachten.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Soziale N\u00e4he und Zugeh\u00f6rigkeit<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Nach Jahren der Individualisierung und Selbstverwirklichung und einer damit verbundenen Isolierung sind die Menschen wieder vermehrt auf der Suche nach Zugeh\u00f6rigkeit zu Gruppen oder Gemeinschaften. Dies nicht nur im Rahmen von Religion oder Weltanschauung, im Kreis gleichgesinnter Weinliebhaber oder Oldtimer-Restauratoren, sondern in zunehmendem Masse auch im Rahmen einer Firma oder einem Arbeitsteam. Besonders junge Mitarbeitende wollen sich mit der Firma und ihren Werten identifizieren k\u00f6nnen und das Gef\u00fchl haben, etwas Sinnvolles zu machen, zu etwas Gr\u00f6sserem zu geh\u00f6ren und verbunden zu sein.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Suche nach Sinn und Spiritualit\u00e4t<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Die wirtschaftlichen Entwicklungen in der westlichen Welt haben dazu gef\u00fchrt, dass die Grundversorgung weitgehend gesichert ist. Nachdem nicht mehr um das reine \u00dcberleben gek\u00e4mpft werden muss, ist die Suche nach Sinn und Spiritualit\u00e4t ins Zentrum des menschlichen Strebens ger\u00fcckt. Waren es in der 68er-Bewegung noch vorwiegend junge Menschen und Randgruppen, die sich Musik und Spiritualit\u00e4t zuwendeten, boomen heute Yoga-, Selbstfindungs- und Meditationskurse auf breiter Basis. Auch Unternehmensf\u00fchrer und Top-Manager besch\u00e4ftigen sich mittlerweile immer h\u00e4ufiger mit Fragen zu Sinnstiftung und Spiritualit\u00e4t. Die Arbeit dient nicht mehr nur dem Broterwerb, sondern soll einen gesellschaftlichen und individuellen Sinn stiften.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Work-Life-Balance<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Arbeit ist nicht mehr der kategorische Imperativ, dem alle andere Faktoren, wie etwa Gesundheit, Familienleben und eigene Interessen, bedenkenlos untergeordnet oder geopfert werden. Selbstbest\u00e4tigung und Selbstwertgef\u00fchl werden nicht mehr nur im beruflichen Umfeld gesucht. Familie, Freunde und Selbstverwirklichung im privaten Bereich und in der Freizeit gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die klassischen Erwartungen an Mitarbeitende, sich unter vollem Einsatz und mit langen Arbeitszeiten nach oben zu schuften, laufen damit immer \u00f6fter ins Leere. F\u00fchrungskr\u00e4fte und Management m\u00fcssen umdenken und neue Arbeitszeit- und Karrieremodelle anbieten, wollen sie die neue Generation produktiv und erfolgreich f\u00fcr ihre Ziele einbinden.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Verantwortung<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Unternehmen und Einzelpersonen wollen und sollen sich f\u00fcr ihr Handeln wieder vermehrt verantwortlich f\u00fchlen. Das ist die Basis des Nachhaltigkeitstrends, der auch die Immobilienbranche in den letzten Jahren stark beeinflusst hat. Jedoch bezieht sich das nicht nur auf Verantwortung f\u00fcr die Umwelt, sondern auch f\u00fcr die Gemeinschaft sowie allgemein die Folgen des eigenen Handelns. Staat, Kunden, Stakeholder und auch Mitarbeitende fordern dies zunehmend konsequent von Unternehmen ein. Werden diese Anspr\u00fcche ignoriert, folgen entsprechende Konsequenzen, von Imageverlust bis hin zu finanziellen Sch\u00e4den.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Suffizienz: Weniger ist mehr<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Die Konsumgesellschaft mit ihren zahlreichen Ausw\u00fcchsen hat sich in den entwickelten Staaten gegen Ende des letzten Jahrhunderts selbst an ihre Grenzen gebracht. Zunehmend hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass \u00abmehr\u00bb nicht immer \u00abbesser\u00bb ist und dass das dauernde Streben nach \u00abmehr\u00bb zu einem Dauerlauf im Hamsterrad ausartet \u2013 verbunden mit negativen Folgen, die in keiner Relation zum Erreichten stehen. Eine neue Bescheidenheit ersetzt das bisherige Streben, verbunden mit h\u00f6heren Anspr\u00fcchen an die Qualit\u00e4t von Produkten, Dienstleistungen und Erfahrungen, die sich an neuen Werten messen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #ff00ff\">Nat\u00fcrlichkeit und Authentizit\u00e4t<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Nach Plastik- und virtuellen Welten sehnen sich die Menschen wieder nach Nat\u00fcrlichkeit und Authentizit\u00e4t. Im Tourismus hat sich das bereits zu einem wichtigen Erfolgsfaktor entwickelt. Aber auch im Baugewerbe erleben Holz und nat\u00fcrlich\u00a0Materialien einen Aufschwung. Produkte, Firmen, F\u00fchrungskr\u00e4fte und Einzelpersonen erlangen und besitzen Autorit\u00e4t und Anerkennung, wenn sie nat\u00fcrlich und authentisch sind. Viele dieser sozialen und ethischen Entwicklungen verlaufen scheinbar gegenl\u00e4ufig zu den digitalen Ver\u00e4nderungen und Trends, auch unterscheidet sich ihre Auspr\u00e4gung zwischen den Generationen erheblich. Die Mehrzahl der heutigen Entscheidungstr\u00e4ger und F\u00fchrungskr\u00e4fte geh\u00f6rt noch der Generation der Babyboomer an, ist damit mit einem anderen Wertesystem aufgewachsen und lebt diesem auch heute noch zu einem grossen Teil nach. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, sich selbst und ihre Kultur so weiterzuentwickeln, dass sich die innovativen Ideen und Kr\u00e4fte derjenigen, f\u00fcr welche die \u00abdigitale Revolution\u00bb weniger eine Revolution als vielmehr ein selbstverst\u00e4ndlicher Teil ihrer Lebens- und Arbeitswelt ist.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff00ff\">In der n\u00e4chsten Woche folgt Teil 3\/3 der dreiw\u00f6chige Serie &#171;Was die Digitalisierung f\u00fcr Immobilieninvestoren bedeutet &#187; zum Thema Konsequenzen und Herausforderungen f\u00fcr Immobilieninvestoren durch Digitalisierung.<\/span><\/em><\/p>\n<h4 class=\"art_title\"><strong>Das\u00a0k\u00f6nnte Sie ebenfalls interessieren:<\/strong><\/h4>\n<p>Entdecken Sie die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/themen\/immobilien\/?sourceurl=\/immobilien\">Welt des Immobilienmanagements<\/a>\u00a0und erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/immobilienmanagement\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MAS Immobilienmanagement<\/a>\u00a0und andere Angebote zum Thema\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/themen\/immobilien\/?sourceurl=\/immobilien\">Immobilien<\/a>. 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