{"id":5565,"date":"2020-12-21T10:00:00","date_gmt":"2020-12-21T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/?p=5565"},"modified":"2026-02-11T14:53:14","modified_gmt":"2026-02-11T13:53:14","slug":"flexibilitaet-als-zentrales-kennzeichen-moderner-bueroarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/2020\/12\/21\/flexibilitaet-als-zentrales-kennzeichen-moderner-bueroarbeit\/","title":{"rendered":"Flexibilit\u00e4t als zentrales Kennzeichen moderner B\u00fcroarbeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong> \u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Von Christian Neuhaus und Sander Schicker\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Angebot an flexiblen Arbeitsplatzmodellen, sogenannte Shared Workspaces, ist sehr breit und die Grenzen zwischen den Nutzungskonzepten sind \ufb02iessend. Sie verbindet die Eigenschaft, dass die B\u00fcroteilung im Vordergrund steht. Die Unterschiede liegen in der differenzierten Auspr\u00e4gung der Ausstattung, der Kooperation, des Services und der Beratung. Die Idee des geteilten B\u00fcroraums kann also die unterschiedlichsten Arbeitsmodelle bedienen. Von der starken Community, die sich gegenseitig unterst\u00fctzt, bis hin zu Einzelarbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr Leute, die sich gerne zur\u00fcckziehen, um ungest\u00f6rt zu arbeiten. Die Begriffe Shared Workspaces und Flex Spaces werden in der Fachliteratur unter anderem als \u00dcberbegriff f\u00fcr folgende h\u00e4ufig verwendete Arbeitsformen verwendet.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Coworking<\/span><\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierbei geht es im Grunde genommen um das gemeinsame Arbeiten an einem zeitlich&nbsp;flexiblen Arbeitsplatz, den sich mehrere Menschen miteinander teilen (<a href=\"https:\/\/www.sharednc.com\/de\/magazin\/buero-mieten\/bueroformen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hartje, 2020<\/a>) Die Nutzer arbeiten in einem ausgestatteten B\u00fcro, wobei der Fokus insbesondere auf dem Austausch zwischen den Mitarbeitern liegt, was im Zeitalter der Netzwerk-\u00d6konomie&nbsp;stark gefragt ist (<a href=\"https:\/\/www.teamgeist.com\/blog\/coworking-und-sharedoffice-trend\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mobiles Arbeiten, 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nachfrage nach Coworking kommt dabei l\u00e4ngst nicht mehr nur von Freelancern, Startups und Kleinfirmen, die sich sonst kaum B\u00fcros leisten k\u00f6nnten. Ein wichtiges Nachfragesegment sind mittlerweile Grossfirmen, die neben ihren eigenen B\u00fcrofl\u00e4chen gerne auf flexible Angebote zur\u00fcckgreifen. Zum einen ist es g\u00fcnstiger (z.\u2005B. Konferenzr\u00e4ume, die sonst schlecht genutzt w\u00fcrden), zum anderen k\u00f6nnen sie ihren Mitarbeitern Abwechslung und ein innovationsf\u00f6rderndes Ambiente bieten (<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/coworking-schweiz-freundet-sich-mit-dem-neuen-arbeitskonzept-an-ld.1506846\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Martel, 2019<\/a>).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"637\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-1-1024x637.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5568\" \/><\/a><figcaption><em>Abb. 1: Co-Working, Events, Caf\u00e9 &amp; Restaurant vereint: Das Kraftwerk Selnau<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Shared Office<\/span><\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich um eine Arbeitsform, welche meistens aus zwei oder mehreren Vertragspartnern besteht. Dabei ist folglich eine Partei der Hauptmieter und dadurch Anbieter des Shared Offices. Die Idee dahinter ist, dass sich der Hauptmieter um die Infrastruktur und den Unterhalt k\u00fcmmert und der Untermieter die Allgemeinfl\u00e4chen (z.B. Meetingr\u00e4ume oder K\u00fcche) und technische Ausstattung mitbenutzen darf.&nbsp;Ein Unterschied zum Coworking besteht darin, dass sich in der Regel weniger Firmen ein B\u00fcro teilen. \u00dcberdies ist die beschriebene Arbeitsplatzgestaltung bis zu 50% g\u00fcnstiger als zum Beispiel die Nutzung eines&nbsp;Coworking Spaces, da ein Shared Office nicht prim\u00e4r darauf ausgerichtet ist, Gewinn zu erzielen, sondern mehr die Kosten zu decken. Insbesondere Unternehmen in der Wachstumsphase profitieren vom Vorteil der Kostenteilung (<a href=\"https:\/\/www.sharednc.com\/de\/magazin\/buero-mieten\/bueroformen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hartje, 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Activity Based Working<\/span><\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim aktivit\u00e4tsbasierten Arbeiten (ABW) w\u00e4hlen die Mitarbeitenden passend zu ihren T\u00e4tigkeiten verschiedene Arbeitsumgebungen, um den Tag entlang ihrer Aufgaben m\u00f6glichst effizient sowie abwechslungsreich gestalten k\u00f6nnen. Dahinter steht die Idee, dass&nbsp;sich Mitarbeiter besser entfalten k\u00f6nnen und auch produktiver sind, wenn sie ihre Aufgaben in den dazu passenden R\u00e4umlichkeiten erledigen k\u00f6nnen. Die Mitarbeitenden haben bei dieser Form keinen fixen Arbeitsplatz. Dieser kann inner- oder auch ausserhalb des Unternehmens sein. Die Angestellten w\u00e4hlen den optimalen Ort f\u00fcr ihre aktuelle T\u00e4tigkeit selbst aus, sei es zum Telefonieren, kreatives oder konzentriertes Arbeiten, Teammeetings oder auch zum sozialen Austausch (<a href=\"https:\/\/www.wework.com\/de-DE\/ideas\/office-design-space\/essential-guide-activity-based-working\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Murray, 2019<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer seine Fl\u00e4che gewinnbringend betreiben will, sollte deshalb die verschiedenen Konzepte genau kennen und sie exakt auf die Zielgruppe abstimmen. Es gibt aber auch Bedenken gegen\u00fcber Shared Workspaces, welche sich vor allem um Themen wie Sicherheit, Vertraulichkeit und Datenschutz drehen. Manche Unternehmen bef\u00fcrchten ausserdem negative Auswirkungen auf die Firmenkultur und eine Verw\u00e4sserung ihrer Marke. Insofern bestehen heute keine allgemeinen Erfolgsrezepte, sondern jedes Konzept muss individuell unter den Gesichtspunkten des Fl\u00e4chenangebots, des Betreiber- und Preismodells, des Standorts sowie auch der Nutzerbed\u00fcrfnisse umgesetzt werden. Das gr\u00f6sste Wachstum erkennt man bei Betreiber, die ihre Fl\u00e4chen nach dem Hybrid-Modell (siehe Abb. 1) ausrichten (<a href=\"https:\/\/www.jll.de\/de\/trends-and-insights\/research\/flex-space-goes-beyond\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zahrnt, 2019<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Markanteile verschieben sich zugunsten flexiblen B\u00fcrofl\u00e4chen<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2019, noch vor Covid-19, lag der Marktanteil von Coworking in der Schweiz bei 0,9% der B\u00fcrofl\u00e4chen. Gemessen an zwei weit entwickelten M\u00e4rkten mit Coworking, wie New York und Amsterdam mit Anteilen von 8% respektive 6%, gibt es noch Luft nach oben. Es ist anzunehmen, dass auch die gr\u00f6sseren Schweizer St\u00e4dte dieses Niveau erreichen werden (<a href=\"https:\/\/www.immodea.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/immodea_Shared_Office_Monitor_2019.pdf?utm_source=immodea+-+Coworking+Solutions&amp;utm_campaign=337ca7a744-AUTOMATION__1&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_d03fa42b68-337ca7a744-330282085\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hediger, 2019<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welchen prozentualen Anteil die flexiblen Fl\u00e4chen am B\u00fcrofl\u00e4chenmarkt in der Schweiz bis ins Jahr 2030&nbsp;einnehmen werden, sei gem\u00e4ss Philipp Oberer, CCO offconsult raumkonzepte, eine schwierige Frage. Auf Basis der heutigen Erkenntnisse prognostiziert er den approximativen Anteil traditioneller B\u00fcrokonzepte auf 60%, denjenigen von flexiblen Fl\u00e4chen auf 30% (Shared Workspace) und von Homeoffice auf rund 10%.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ern\u00fcchternd sieht die Situation auf der Ertragsseite aus. &nbsp;Rund 50% aller Coworking Spaces erwirtschaften keinen Gewinn und die Mehrheit (71%) erzielt pro Jahr einen Umsatz unter CHF 200\u2018000. Mit der aktuellen Coronakrise hat sich die Lage nochmals verschlechtert. Einen Grund f\u00fcr die fehlende Ertragskraft vieler Spaces liegt in den tiefen Angebotspreisen. Viele vorwiegend kleinere, gemeinn\u00fctzig organisierte Spaces rechnen mit Kostenpreisen. In diesen Kosten ist die Eigenleistung der Betreiber und der Community nicht oder nur teilweise enthalten. W\u00fcrde man diese Leistungen dazurechnen, s\u00e4he die Rechnung noch d\u00fcsterer aus (<a href=\"https:\/\/www.immodea.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Shared_Workspace_Marktstudie_2017.pdf?utm_source=immodea+-+Coworking+Solutions&amp;utm_campaign=337ca7a744-AUTOMATION__1&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_d03fa42b68-337ca7a744-330282085\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hediger, 2017<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/www.immodea.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/immodea_Shared_Office_Monitor_2019.pdf?utm_source=immodea+-+Coworking+Solutions&amp;utm_campaign=337ca7a744-AUTOMATION__1&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_d03fa42b68-337ca7a744-330282085\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2019<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Ertr\u00e4ge k\u00f6nnen f\u00fcr Immobilieneigent\u00fcmer je nach Kooperationsmodell bedeutsam gesteigert werden<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der wachsenden Nachfrage an Shared Workspaces w\u00e4chst auch die Unsicherheit von Eigent\u00fcmern und Entwicklern von B\u00fcroimmobilien, die ihre Fl\u00e4che an Betreiber vermieten. Die Wertsch\u00f6pfung hat sich weg vom Eigent\u00fcmer hin zum Betreiber verschoben und auch vom Betreiber zum Nutzer. F\u00fcr Immobilieneigent\u00fcmer stellt sich deshalb die Frage, wie man eigene Objekte am Markt positioniert und in welcher Rolle man agieren will, um von den Wachstums- und Ertragschancen des Shared Workspaces-Marktes zu profitieren (<a href=\"https:\/\/www.jll.de\/de\/trends-and-insights\/research\/flex-space-goes-beyond\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zahrnt, 2019<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachfolgend werden drei Kooperationsmodelle f\u00fcr Immobilienbesitzer erl\u00e4utert: &nbsp; <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Capture-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"913\" height=\"499\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Capture-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5574\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Capture-4.jpg 913w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Capture-4-300x164.jpg 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Capture-4-768x420.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 913px) 100vw, 913px\" \/><\/a><figcaption><em>Abb. 2: Nachbildung aus dem JLL Report, Flex Space goes beyond, September 2019<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die potenziell zu erzielenden Ertr\u00e4gen sind abh\u00e4ngig vom durchschnittlichen Fl\u00e4chenbedarf, der Auslastung, der Basismiete sowie dem Anteil der Umsatzbeteiligung und k\u00f6nnen beim einen oder anderen Modell h\u00f6her oder tiefer ausfallen. Die Preisspanne der Ertr\u00e4ge pro Arbeitsplatz reicht gem\u00e4ss Berechnungsmodell von -12% bis +14% bei Shared Workspaces gegen\u00fcber den traditionellen Mietmodellen. Werden bei einem effizienten Grundriss anstelle von 8m2 pro Arbeitsplatz nur 6m2 beansprucht, liegt der Ertrag sogar 35% \u00fcber den Schweizer B\u00fcrofl\u00e4chenmieten. Die Berechnungen basieren allerdings auf theoretischen Annahmen. Aufgrund der begrenzten Erfahrungswerte und der Intransparenz der Betreiberertr\u00e4ge k\u00f6nnen wenig verl\u00e4ssliche Aussagen bez\u00fcglich der Preisdynamik des Shared Workspace Marktes gemacht werden (<a href=\"https:\/\/www.jll.ch\/de\/trends-and-insights\/research\/buromarkt-schweiz-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stocker, 2020<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Das Betreibermodell (cooperate) am Beispiel der SBB<\/span><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammen mit der Genossenschaft <a href=\"https:\/\/villageoffice.ch\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">VillageOffice<\/a> beabsichtigt die <a href=\"https:\/\/www.sbb.ch\/en\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SBB<\/a>, in kleineren und mittelgrossen regionalen Bahnh\u00f6fen \u00fcber die n\u00e4chsten f\u00fcnf bis acht Jahre bis zu 80 Coworking Spaces einzurichten und als Kooperationsmodell betreiben zu lassen. Die Idee dahinter: Pendlerzeiten zu verk\u00fcrzen, den Verkehr w\u00e4hrend den Stosszeiten zu entlasten und nicht mehr f\u00fcr den Bahnbetrieb ben\u00f6tigte Geb\u00e4ude zu beleben. Ziel sei der Aufbau eines fl\u00e4chendeckenden Coworking-Netzwerks bis zum Jahr 2030, so dass jede Person in der Schweiz ihren Arbeitsort innerhalb von 15 Minuten mit dem Velo oder dem \u00d6V erreicht, heisst es in einer Medienmitteilung der SBB. Als Pilotprojekt wurde das Konzept erstmals im Sommer 2019 im denkmalgesch\u00fctzten Bahnhof Eglisau umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Flexible Geb\u00e4udegrundstrukturen als Marktvorteil nutzen<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unabh\u00e4ngig von Coworking sollte man sich als Eigent\u00fcmer auf h\u00e4ufigere Nutzerwechsel und k\u00fcrzere Mietvertragslaufzeiten einstellen. Der Trend hin zu mehr Flexibilit\u00e4t im rasanten und volatilen Umfeld der heutigen Zeit zeigt sich nicht nur in den eingangs erw\u00e4hnten Shared-Workspace-Modellen, sondern in der gesamten Arbeitswelt. Startups kommen und gehen, Unternehmen wachsen in rasantem Tempo, um dann in nur einigen Jahren wieder einen starken R\u00fcckgang zu verzeichnen. F\u00fcr Unternehmen bleibt es stets eine Herausforderung, den Fl\u00e4chenbedarf entsprechend abzubilden oder vorauszuplanen. Wer als Eigent\u00fcmer mit seinen Fl\u00e4chen eine hohe bauliche und gestalterische Flexibilit\u00e4t anbieten kann, sichert sich hier einen Wettbewerbsvorteil und ist mit schneller Reaktionsgeschwindigkeit auf Trends vorbereitet. Eigent\u00fcmer sollten deshalb ihre Fl\u00e4chen fit machen f\u00fcr den Switch von Einzelb\u00fcros zum Open Space und zur\u00fcck, sei es f\u00fcr Single oder f\u00fcr Multi Tenants (<a href=\"https:\/\/www.jll.de\/de\/trends-and-insights\/workplace\/wie-radikal-krempeln-wework-co-den-bueromarkt-um\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dalichow, 2018<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Langfristige Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen wird stagnieren<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine stark r\u00fcckl\u00e4ufige Nachfrage aufgrund der gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftslage hat die Arbeitswelt nachhaltig ver\u00e4ndert und die Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen sinken lassen. Wie lange der konjunkturelle Zyklus dauern wird, h\u00e4ngt davon ab, wie lange Covid-19 das Wirtschaftsgeschehen negativ beeinflussen wird. Homeoffice sei salonf\u00e4hig geworden und eine R\u00fcckkehr zur Situation vor der Pandemie werde es nicht geben, ist Fredy Hasenmaile (Head Real Estate Economics, <a href=\"https:\/\/www.credit-suisse.com\/ch\/en.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Credit Suisse<\/a>) \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch sei Covid-19 kein Game Changer f\u00fcr den B\u00fcromarkt, sondern wirke sich eher wie ein Katalysator aus, z.B. in Bezug auf Homeoffice.&nbsp; Sein Team prognostiziert in seinem Hauptszenario, dass aufgrund der Auswirkungen von Homeoffice die langfristige Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen in den n\u00e4chsten 10 Jahren um 15% (siehe Abb. 3) sinken wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"555\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-2-1024x555.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5569\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-2-1024x555.png 1024w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-2-300x163.png 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-2-768x417.png 768w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-2-928x503.png 928w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2020\/12\/Bild-2.png 1390w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption><em>Abb. 3: Pr\u00e4sentation B\u00fcroimmobilienmarkt Schweiz, Hasenmaile, September 2020 \u00a9 Hasenamaile<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegenl\u00e4ufige Trends wie die Digitalisierung, die Tertiarisierung (\u00dcbergang von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaft) und ein zur\u00fcckkehrendes Wirtschaftswachstum d\u00fcrften im selben Zeitraum ein Plus von 15% ausmachen und den Verlust kompensieren. Langfristig werde die Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen in etwa auf dem heutigen Stand stagnieren. Desk-Sharing-Modelle werden sich hingegen rascher verbreiten und flexible Fl\u00e4chen und neue Fl\u00e4chenkonzepte st\u00e4rker nachgefragt, so Hasenmaile.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Konklusion und Ausblick<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesellschaft befindet sich in einem Wandel, wovon sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stark betroffen sind.&nbsp;In der heutigen VUCA-Welt (Volatilit\u00e4t, Unsicherheit, Komplexit\u00e4t und Ambiguit\u00e4t) wird die Flexibilit\u00e4t zunehmend wichtiger und sich k\u00fcnftig noch st\u00e4rker auf die Arbeitsplatzmodelle auswirken. &nbsp;Das Angebot an flexiblen Fl\u00e4chen k\u00f6nnte durch einen allf\u00e4lligen Markteintritt grosser Betreiber wie Wework befeuert werden und kleinere, unrentable Coworking Spaces zum Verschwinden bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen d\u00fcrfte kurzfristig aufgrund der Covid-19-Pandemie abnehmen und weitere Arbeitst\u00e4tigkeiten vom B\u00fcro ins Homeoffice verlagert werden. Viele KMUs haben jedoch bereits auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln reagiert, ihre Fl\u00e4chen umgestellt und eine R\u00fcckkehr ins B\u00fcro erm\u00f6glicht. Zudem zeigt sich, dass eine ausschliessliche Heimarbeit aus sozialen und platzbedingten Gr\u00fcnden auf Dauer nicht geeignet ist. Datenschutz, Diskretion und St\u00f6rfaktoren zu Hause sind weitere Aspekte, die gegen eine markante Ausweitung von Homeoffice-Arbeit sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es liegt in der Natur der Sache, dass trotz aktueller Rezession wieder ein konjunktureller Aufschwung stattfinden wird, die Frage ist nur wann. Bedingt durch zuk\u00fcnftiges Wirtschaftswachstum d\u00fcrften unter anderem wieder neue Arbeitsstellen geschaffen und somit auch mehr B\u00fcrofl\u00e4chen nachgefragt werden.&nbsp;Ob dabei die Digitalisierung tats\u00e4chlich \u00fcberproportional B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze schaffen wird oder dadurch Arbeitspl\u00e4tze verloren gehen, ist noch offen. Sicher ist, wer als Eigent\u00fcmer seine Fl\u00e4chen vermieten will, muss den Markt und seine Nutzer kennen sowie offen sein f\u00fcr neue Konzepte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dieser Beitrag ist w\u00e4hrend eines Projektes der Studierenden des <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/immobilienmanagement\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MAS Immobilienmanagement <\/a>entstanden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wollen auch Sie n\u00e4chstes Jahr dabei sein?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erfahren Sie mehr an einer unserer <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/immobilienmanagement\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Infoveranstaltungen in Z\u00fcrich oder Rotkreuz<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Das k\u00f6nnte Sie ebenfalls interessieren:<\/span><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der neue <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/cas\/ifz\/real-estate-investment-management\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CAS Real Estate Investment Management<\/a> bef\u00e4higt Sie, erfolgreich in Immobilien zu investieren und Immobilienportfolien erfolgreich zu f\u00fchren. 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