{"id":5641,"date":"2021-01-25T06:51:00","date_gmt":"2021-01-25T05:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/?p=5641"},"modified":"2026-02-11T14:53:15","modified_gmt":"2026-02-11T13:53:15","slug":"auswirkungen-der-sharing-economy-auf-die-immobilienbranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/2021\/01\/25\/auswirkungen-der-sharing-economy-auf-die-immobilienbranche\/","title":{"rendered":"Auswirkungen der Sharing Economy auf die Immobilienbranche"},"content":{"rendered":"<div class=\"blue-box\">\n\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"col-md-12\">\n\t\t\t<p>Studentischer Beitrag aus dem <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/immobilienmanagement\/\">MAS Immobilienmanagement<\/a><\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<p><em>Von Ja\u00ebl D\u00f6lker und Mijo Dujak<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Der Ursprung und die Bedeutung der Sharing Economy<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Standen fr\u00fcher beim Teilen die soziale Beziehung und der altruistische Gedanke im Vordergrund, sind es heute die Ressourcenknappheit aber auch die kritische Haltung der j\u00fcngeren Generationen gegen\u00fcber dem Massenkonsum der letzten Jahrzehnte (<a href=\"https:\/\/www.gdi.ch\/de\/neue-gdi-studie-sharity-die-zukunft-des-teilens\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Frick, G\u00fcrtler &amp; Hauser, 2013, S. 22-23<\/a>). <\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher \u00ab\u00d6konomie des Teilens\u00bb genannt, ist heute die Rede von Sharing Economy. Der Begriff Share Economy wurde 1984 erstmals vom \u00d6konomen Martin Weitzman erw\u00e4hnt und sagt im Kern aus, dass das Teilen von G\u00fctern und Ressourcen unter den verschiedenen Teilnehmern des Marktes zu einer Verbesserung des Wohlstandsniveaus f\u00fchrt. Grunds\u00e4tzlich wird darunter ein ver\u00e4ndertes Konsumverhalten verstanden (Odenhausen, 2015, Kap. 2.1) Im Vordergrund steht das beabsichtigte und koordinierte Teilen und Tauschen von G\u00fctern (B\u00f6sterling, 2019, Kap. 2).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Der Wandel zu einem Trend \u2013 weniger besitzen beim gleichen Nutzen<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4ss B\u00f6sterling ist Sharing Economy ein langfristiger Trend, der nebst den reinen Konsumg\u00fctern auch die Art und Weise, wie diese konsumiert werden, beeinflusst. Wichtige Treiber daf\u00fcr sind technologische, \u00f6konomische und soziale Faktoren sowie die Bereitschaft, auf Besitz zu verzichten und f\u00fcr die Nutzung der Dienstleistungen zu bezahlen (B\u00f6sterling, 2019, Kap. 2).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sharing Economy, wie wir sie heute kennen, hat sich vor noch nicht allzu langer Zeit entwickelt. Die neuen Kommunikationsm\u00f6glichkeiten wie Internet, Smartphones, Applikationen und Social Media haben die Transaktionskosten stark reduziert und Sharing Economy f\u00fcr fast alle und \u00fcberall zug\u00e4nglich gemacht. Dies f\u00fchrte zur Entwicklung der neuen M\u00e4rkte, die es in dieser Form nicht gab (B\u00f6sterling, 2019, Kap. 2).<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der Einfachheit der Transaktion sind die Unternehmen, wie in untenstehender Grafik ersichtlich, keine klassischen Anbieter mehr, sondern nehmen als Betreiber der Plattform lediglich die Vermittlerrolle ein. In Fachkreisen wird beispielsweise von Collaborative Economy, On-Demand Economy oder Crowd-Based Capitalism gesprochen. Dies sind moderne Formen der Marktwirtschaft (<a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/sml\/upload\/studie-sharing-economy-schweiz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grampp, Zobrist &amp; Abegg, 2016, S. 7<\/a>).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-1-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"836\" height=\"557\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5646\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-1-1.jpg 836w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-1-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-1-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-1-1-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 836px) 100vw, 836px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb 1: Funktionsweise der Sharing Economy (<a href=\"https:\/\/bmtoolbox.net\/patterns\/sharing-economy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bmtoolbox.net<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zwei Gesch\u00e4ftsmodelle aus der Betriebswirtschaft, Business-to-Consumer (B2C) und Peer-to-Peer (P2P) kommen immer \u00f6fters auch in der Immobilienbranche zur Anwendung. Bei B2C sind die Unternehmer auch die Plattformbetreiber, \u00fcber die ihre Kunden Angebote wie z.B. Mobility nutzen k\u00f6nnen. Bei P2P stellen die Endkonsumenten Angebot und Nachfrage dar. Die Plattformen werden dabei von Dritten betrieben. Sie bringen die User zusammen und stellen die vertraglichen Rahmenbedingungen zur Verf\u00fcgung. Die Nutzung kann kostenlos (bspw. <a href=\"https:\/\/www.couchsurfing.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Coachsurfing<\/a>) oder gegen ein Entgelt (bspw. <a href=\"https:\/\/www.airbnb.com\/?\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Airbnb<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.uber.com\/ch\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Uber<\/a>) erfolgen (Odenhausen, 2015, Kap. 2.2).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">In der Schweiz wurde der Trend fr\u00fchzeitig erkannt<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Schweiz hat schon fr\u00fch grosses Interesse an der Sharing Economy gezeigt. Im Jahr 2016 nahmen bereits 55 Prozent der in der Schweiz wohnhaften Personen an der Sharing Economy teil, egal ob als Anbieter oder Nachfrager. Durch dieses Interesse sind zahlreiche Schweizer Sharing Economy-Startups entstanden, von welchen beispielsweise der Zimmervermieter \u00ab<a href=\"https:\/\/www.housetrip.com\/?m=37925&amp;supci=1913586218&amp;supag=11697843305&amp;supsc=kwd-16943140216&amp;supai=204874945610&amp;supap=&amp;supdv=c&amp;supnt=g&amp;suplp=1030588&amp;supli=&amp;supap1=$40&amp;supap2=705830&amp;supti=kwd-16943140216&amp;gclid=Cj0KCQiA0rSABhDlARIsAJtjfCd7URxeYdNro4cXLqKl7BbwG-VBGRe8xdjeTV1gMSHM7oeXZvV_mukaArXHEALw_wcB\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Housetrip<\/a>\u00bb international Fuss fassen konnte (<a href=\"https:\/\/www.are.admin.ch\/are\/de\/home\/medien-und-publikationen\/forum-raumentwicklung\/sharing-economy.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARE, 2016, S. 19<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wurde bereits vor 23 Jahren das Schweizer Carsharing-Unternehmen <a href=\"https:\/\/www.mobility.ch\/de\/privatkunden\/abos-und-preise\/testabo?gclid=Cj0KCQiA0rSABhDlARIsAJtjfCfD0GS-crMq93uqC3yCcHMG7Nfpl79cZue8gsiAjxzrslOqhzy0VOIaAvS9EALw_wcB\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mobility <\/a>gegr\u00fcndet, bei welchem Nutzer Abos abschliessen und f\u00fcr die Dauer der Nutzung und die gefahrenen Kilometer bezahlen k\u00f6nnen. Sogar um eine alte Schweizer Tradition handelt es sich beim Teilen der Waschk\u00fcchen bei Mietwohnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigsten Beweggr\u00fcnde der Nutzer der Peer-to-Peer Economy sind, nebst nachhaltigem Konsum, finanzieller Natur. W\u00e4hrend die Konsumenten f\u00fcr ein Angebot weniger ausgeben wollen, k\u00f6nnen die Anbieter mit der Vermietung ungenutzter G\u00fcter zus\u00e4tzlichen Verdienst generieren, womit wir beim gewinnorientierten Teilen sind. Sp\u00e4testens seit den Gr\u00fcndungen von Uber und Airbnb im Jahr 2006 resp. 2008 w\u00e4chst dieser Wirtschaftszweig rasant. Gem\u00e4ss Statista wird sich der globale Umsatz in der Sharing Economy von 15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 auf 335 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 entwickeln (<a href=\"https:\/\/www.statista.com\/statistics\/830986\/value-of-the-global-sharing-economy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Statista, 2017<\/a>). Zum Vergleich: das BIP der Schweiz betrug im Jahr 2018 rund 705.1 Milliarden USD.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Digitalisierung ver\u00e4ndert Nutzerverhalten und kreiert neue Bed\u00fcrfnisse<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Sowohl die Offenheit der Nutzer gegen\u00fcber der Sharing Economy als auch das Angebot rund um das Wohnen nehmen sp\u00fcrbar zu. Sharing-Angebote, die fr\u00fcher am hohen Bewirtschaftungsaufwand scheiterten, sind heute dank diversen digitalen Plattformen einfach zug\u00e4nglich und g\u00fcnstig im Unterhalt erh\u00e4ltlich (Bay, 2016). Um passende Gesch\u00e4ftsmodelle auf den Markt bringen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Anbieter eine aktive Rolle \u00fcbernehmen. Hierf\u00fcr ist es wichtig, die Bed\u00fcrfnisse der Kunden zu analysieren und die Bereitschaft einer gemeinschaftlichen Nutzung zu eruieren (<a href=\"https:\/\/www.engelvoelkers.com\/de\/blog\/immobilienwissen\/markttrends\/die-auswirkungen-der-sharing-oekonomie-auf-die-immobilienbranche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Engel &amp; V\u00f6lkers, 2017<\/a>). Bei neuen Wohnkonzepten sollen alle Aspekte analysiert werden. Dies kann sowohl den Wohnraum wie auch kommerzielle Fl\u00e4chen und Dienstleistungen betreffen. Alle Bereiche des Zusammenlebens sollen auf ihre teilbare Nutzung hin optimiert werden (Bay, 2016, S. 26-27).<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang des 21. Jahrhunderts lebten zum ersten Mal in der Geschichte mehr als 50% der Menschen weltweit in St\u00e4dten. Laut Prognosen der Vereinten Nationen werden bis 2050 bereits 70% der Menschen im urbanisierten Wohnraum leben. Dies bringt die Infrastrukturen an ihre Kapazit\u00e4tsgrenzen und fordert neue Ans\u00e4tze rund um Mobilit\u00e4t und Wohnen. Hier kann der Trend zum Sharing ein Teil der L\u00f6sung sein. Die Zweit- und Drittnutzung von Fl\u00e4chen, das Teilen von Fl\u00e4chen innerhalb der Geb\u00e4ude oder des Quartiers sowie die Sharing Angebote in der Mobilit\u00e4t sind nur einige Beispiele daf\u00fcr (<a href=\"https:\/\/iwm-aktuell.de\/smart-cities-und-sharing-economy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IWM-Aktuell, 2018<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine genaue Prognose zur Raum- und Quartierentwicklung als Folge der Sharing Economy kann man noch nicht machen. Es ist aber absehbar, dass das Sharing die Regionalisierung der \u00d6konomie bef\u00f6rdern wird. Menschen sind eher bereit, die Angebote aus der Region oder aus dem Quartier zu akzeptieren und wollen daf\u00fcr keine grossen Anstrengungen, zum Beispiel eine lange Anreise, um eine Bohrmaschine auszuleihen, auf sich nehmen (<a href=\"https:\/\/www.are.admin.ch\/are\/de\/home\/medien-und-publikationen\/forum-raumentwicklung\/sharing-economy.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARE, 2016, S. 10<\/a>). Das Projekt \u00abSmart Sharing\u00bb von Studierenden der Hochschule Luzern zeigt, wie ein umfassendes Sharing in Wohnquartieren zu einer Reduktion des Raumbedarfs von heute 45 m<sup>2<\/sup> auf 35 m<sup>2<\/sup> pro Person f\u00fchren kann. Die Kombination von innovativen Raumkonzepten mit gemeinschaftlich nutzbaren R\u00e4umen f\u00fchrt trotz Reduktion des verf\u00fcgbaren Raums zu einem sp\u00fcrbaren Mehrwert f\u00fcr die Bewohner. Die ganzheitliche Betrachtung zeigt sodann, dass die neuen Wohnkonzepte dank kluger Teilung von Fl\u00e4chen und G\u00fctern zu einer Senkung des Energieverbrauchs beitr\u00e4gt (<a href=\"https:\/\/www.are.admin.ch\/are\/de\/home\/medien-und-publikationen\/forum-raumentwicklung\/sharing-economy.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARE, 2016, S. 11-13<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Sharing macht Immobilien nachhaltiger<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Greencity Z\u00fcrich S\u00fcd, das erste Schweizer 2000-Watt-Quartier, ist ein gutes Beispiel f\u00fcr eine gelungene und nachhaltige Raumgestaltung mit Sharing L\u00f6sungen wie u.a. Marketplace, Nutzung von Bef\u00f6rderungsmitteln und Nachbarschaftshilfe. Das Areal ist mit \u00f6ffentlichem Verkehr sehr gut erschlossen und anstelle vom motorisierten Individualverkehr k\u00f6nnen Bewohner und Nutzer von Mobilit\u00e4ts-Angeboten profitieren (<a href=\"https:\/\/greencity-offices.ch\/areal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Greencity Z\u00fcrich S\u00fcd, 2020<\/a>). Ein Carsharing-Fahrzeug von Mobility ersetzt zehn Privatfahrzeuge, die Kunden verringern ihre Auto-Kilometer um durchschnittlich 27% und sparen dabei j\u00e4hrlich 9.2 Mio. Liter Treibstoff sowie 21&#8217;500 Tonnen CO2 ein (<a href=\"https:\/\/www.are.admin.ch\/are\/de\/home\/medien-und-publikationen\/forum-raumentwicklung\/sharing-economy.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARE, 2016, S. 37<\/a>). Durch solche Smart Cities oder Areale mit Sharing-Angeboten kann das gemeinschaftsorientierte Teilen gef\u00f6rdert werden. Die Solidarit\u00e4t wird belebt, das Netzwerk und die Kontakte innerhalb einer Community gest\u00e4rkt und der Ressourcen- und Energieverbrauch reduziert (<a href=\"https:\/\/www.swissbau.ch\/-\/media\/swissbau\/EventReport\/2020\/15-01-mittwoch\/11-30-smarte-2000-watt-areale\/03_Christian-Schmid.pdf?la=de-CH\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schmid, 2020, S. 9<\/a>). <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Fernanda Balducci, die als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Regimo Basel AG f\u00fcr die Bewirtschaftung des Erlenmatt-Areals verantwortlich ist, best\u00e4tigt, dass die Angebote vorwiegend auf das Gemeinschaftswohl ausgerichtet sind (Interview, 13. Oktober 2020). Das Erlenmatt-Areal ist ein Stadtquartier in Basel, welches Ende 2015 fertiggestellt wurde. Es wurde nach den Prinzipien einer nachhaltigen Quartierentwicklung umgesetzt und als 2000-Watt-Areal zertifiziert (<a href=\"http:\/\/fab.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/IBP-2016-2_Seite-39-43-Erlenmatt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Baechinger, 2016<\/a>). Die Bewohner dieses Quartiers sind mittels einer Mieter-App verbunden, auf der sie durch Pinnwand-Beitr\u00e4ge mit anderen Bewohnern in Kontakt treten k\u00f6nnen. Die App stellt einen Marktplatz zur Verf\u00fcgung, auf welchem die Mieter Gegenst\u00e4nde verleihen, verschenken oder verkaufen k\u00f6nnen. Auch werden f\u00fcr Mieter regelm\u00e4ssig Mittagessen und Anl\u00e4sse im Gemeinschaftsraum organisiert. Weiter best\u00e4tigt Balducci den Trend, dass Sharing-Angebote meist von j\u00fcngeren Zielgruppen genutzt werden. Die \u00e4ltere Generation m\u00f6chte, abgesehen von klassischen Angeboten wie Mobility, nicht oder eher weniger teilen. Die Implementierung von Applikationen, mit welchen Mobilit\u00e4tsangeboten wie bspw. Mobility genutzt werden k\u00f6nnen, hat sich allerdings als aufw\u00e4ndig herausgestellt. Dies sei auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass das Erlenmatt-Areal eines der ersten Areale war, welches dieses Angebot beinhaltete. Heute ist die Technologie weiter fortgeschritten, wodurch sich die Einbindung einfacher gestalten l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Steigerung der Attraktivit\u00e4t von B\u00fcrofl\u00e4chen durch Sharing Economy<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht nur Immobilienbewirtschafter, sondern auch andere Unternehmen machen sich wenig benutzte Fl\u00e4chen und G\u00fcter seit geraumer Zeit zu Nutzen. So werden in \u00abShared-Offices\u00bb oder \u00abCo-Working Spaces\u00bb Arbeitspl\u00e4tze, Meeting- und Aufenthaltsbereiche geteilt. Das aktive Fl\u00e4chenmanagement f\u00fchrt einerseits zu Kostenreduzierungen und andererseits steigert es die Mitarbeitermotivation. Der aktive soziale Austausch bei der Arbeit f\u00f6rdert die Produktivit\u00e4t und Zufriedenheit der Mitarbeiter (<a href=\"https:\/\/www.oebu.ch\/admin\/data\/files\/asset\/file_de\/51\/deloitte_der_arbeitsplatz_der_zukunft_2016.pdf?lm=1524839278\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deloitte, 2016, S. 16<\/a>). Die Herausforderung f\u00fcr die Bereitstellung solcher Fl\u00e4chen ist die gesteigerte Flexibilit\u00e4t der Raumaufteilung und das gr\u00f6ssere Investitionsvolumen der Erstrealisierung (<a href=\"https:\/\/www.psp.eu\/artikel\/206\/share-economy-in-der-immobilienwirtschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">B\u00f6ttcher, Wiggers, 2016<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel dazu sind auch externe Co-Working-Areale entstanden. Gem\u00e4ss Philip Oberer, COO Offconsult AG (Interview, 20. Oktober 2020), profitieren Immobilieneigent\u00fcmer bei der Vermietung von Co-Working-Fl\u00e4chen vom Spill-Over-Effekt und k\u00f6nnen ihre Leerst\u00e4nde reduzieren. Die Unternehmen, die auf externe Co-Working-Fl\u00e4chen setzen, k\u00f6nnen sich auf dem Markt als attraktive, innovative und flexible Arbeitgeber positionieren und die Pendlerzeiten ihrer Mitarbeiter reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Anteil von 0.9% im Jahr 2019 am Schweizer B\u00fcromarkt sind die Shared-Office-Angebote immer noch ein Nischenprodukt. Die dynamische Entwicklung auf dem Markt zeigt ein Potenzial von 5-10% bis im Jahr 2025.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"640\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2-1024x640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5647\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2-1024x640.jpg 1024w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2-300x188.jpg 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2-768x480.jpg 768w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2-1536x960.jpg 1536w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2-2048x1280.jpg 2048w, https:\/\/hub.hslu.ch\/immobilienblog\/wp-content\/blogs.dir\/443\/files\/sites\/9\/2021\/01\/Bild-2-928x580.jpg 928w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: Entwicklung Coworking Areale global 2018 \u2013 2024 (<a href=\"https:\/\/www.coworkingresources.org\/blog\/key-figures-coworking-growth\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Global Coworking Growth Study 2020. Coworkingsources.org<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Diese Entwicklung entspricht der Entwicklung in den reiferen M\u00e4rkten wie Amsterdam oder Berlin (<a href=\"https:\/\/www.immodea.ch\/som2019\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Immodea, 2019, S. 3<\/a>). Die weltweiten Wachstumsraten in diesem Segment liegen nach wie vor im zweistelligen Bereich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Notwendigkeit der Regulierung innerhalb der Sharing Economy<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Nebst den positiven Auswirkungen der Sharing Economy wie Steigerung von Sozialkapital, Entlastung der Umwelt sowie besserer Ausnutzung vorhandener Ressourcen bestehen aus rechtlicher Sicht Probleme (<a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/0342-300X-2019-1-64\/die-doppelgesichtigkeit-der-sharing-economy-vorschlaege-zu-ihrer-gemeinwohlorientierten-regulierung-volume-72-2019-issue-1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Loske, 2019, S. 65<\/a>). Die Plattformbetreiber sind heute kaum reguliert, weshalb die herk\u00f6mmlichen Unternehmer der Meinung sind, dass Anbieter und Plattformbetreiber Vorschriften missachten w\u00fcrden (<a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/sml\/upload\/studie-sharing-economy-schweiz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grampp, Zobrist &amp; Abegg, 2016, S. 16<\/a>). Eine an Gemeinwohlinteressen orientierte Gestaltung und Regulierung der Sharing Economy kann in einem ersten Schritt mit der Differenzierung erfolgen. Der gemeinwohlorientierte soll vom gewinnorientierten Teil der Sharing Economy klar abgegrenzt werden. Dort wo faktisch kommerzielle Dienstleitungen im Mantel von Sharing angeboten werden, darf keine Sonderbehandlung gegen\u00fcber anderen, wettbewerbsorientierten Wirtschaftszweigen erfolgen. Gleichzeitig soll das soziale Sharing beg\u00fcnstigt werden. Die Politik muss das soziale Sharing f\u00f6rdern, stabilisieren und vor gewinnorientierten \u00dcbernahmen sch\u00fctzen, um es im sozialen Modus halten zu k\u00f6nnen. Ein wichtiger Punkt ist die Regulierung des kommerziellen Sharings. Wenn keine sozial motivierte Interaktion vorhanden ist, sondern eine gewinnorientierte Aktivit\u00e4t hinter einer Transaktion steckt, ist Regulierung notwendig. Ziel ist es, dass sich alle Marktteilnehmer mit denselben Rahmenbedingungen (Arbeitnehmer-, Verbraucher- und Umweltschutz, Wettbewerbsfairness und Fiskalinteressen) auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedeutend sind die Grundmotive, -haltungen sowie -werte, mit welchen eine m\u00f6gliche Regulierung angegangen wird. Alle Aspekte der heutigen Gesellschaftsnormen wie Nachhaltigkeit und Arbeitsrechte sollen dabei in Betracht gezogen werden (<a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/0342-300X-2019-1-64\/die-doppelgesichtigkeit-der-sharing-economy-vorschlaege-zu-ihrer-gemeinwohlorientierten-regulierung-volume-72-2019-issue-1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Loske, 2019, S. 69<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><mark style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Fazit<\/mark><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Nachfrage nach flexiblem Wohn- und Arbeitsraum steigt, und die Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung nimmt weiter zu. Die Immobilienbranche hat sich der Nachfrage angepasst und entwickelt neue Konzepte und Absatzkan\u00e4le. Die positive und offene Grundhaltung der Politik und die Hochpreisinsel Schweiz dienen als Katalysatoren f\u00fcr diese Entwicklung und bringen erschwinglichere Fl\u00e4chen und Angebote auf den Markt. Global gesehen wird im 21. Jahrhundert durch Sharing f\u00fcr viel mehr Menschen ein Luxus-Leben erm\u00f6glicht. So kommen bereits Anbieter von Luxusuhren, edlen Designtaschen oder Haute-Couture Kleidern mit Nutzungsdauer von einer Woche bis mehrere Monate auf den Markt (Handelszeitung, 2018). Die klassischen Sharing-Angebote finden sich vermehrt wieder in Areal\u00fcberbauungen. Dort also, wo die Wege kurz sind und die Menschen in einer Community leben (<a href=\"https:\/\/www.bwo.admin.ch\/bwo\/de\/home\/Wohnungsmarkt\/studien-und-publikationen\/sharing-economy-plattformen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BWO, 2018, S. 24<\/a>). Die Sharing Economy in der Immobilienbranche ist zwar weiterhin ein Nischenprodukt, sie kann aber mit passenden L\u00f6sungen und einer sich an den globalen Rahmenbedingungen orientierenden nationalen Regulierung einen wertvollen Beitrag zur \u00f6kologischen und \u00f6konomischen L\u00f6sung der heutigen Herausforderungen in der Raumplanung leisten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"background-color:#f2f2f2;text-align:center\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-cta gb-block-cta gb-font-size-16\"><div class=\"gb-cta-content\"><h2 class=\"gb-cta-title gb-font-size-24\" style=\"color:#32373c\"><strong>Dieser Beitrag ist w\u00e4hrend eines Projekt<\/strong>es der Studierenden des <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/immobilienmanagement\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MAS Immobilienmanagement <\/a>entstanden.<\/h2><div class=\"gb-cta-text gb-font-size-32\" style=\"color:#32373c\"><p><strong>Wollen auch Sie n\u00e4chstes Jahr dabei sein?\u00a0<\/strong><\/p><\/div><\/div><div class=\"gb-cta-button\"><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/immobilienmanagement\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\" class=\"gb-button gb-button-shape-rounded gb-button-size-medium\" style=\"color:#ffffff;background-color:#3373dc\">Erfahren Sie mehr an einer unserer Infoveranstaltungen in Z\u00fcrich oder Rotkreuz<\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><span style=\"color:#ff3ebc\" class=\"has-inline-color\">Das k\u00f6nnte Sie ebenfalls interessieren:<\/span><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der neue <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/cas\/ifz\/real-estate-investment-management\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CAS Real Estate Investment Management<\/a> bef\u00e4higt Sie, erfolgreich in Immobilien zu investieren und Immobilienportfolien erfolgreich zu f\u00fchren. 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Konzeptionelle Grundlagen und Erfolgsfaktoren.<\/em> FHS D\u00fcsseldorf: Masterarbeit<\/p>\n\n\n\n<p>Oberer, P. (20.10.2020). Chief Creative Director, Offconsult AG. (M. Dujak, Interviewer)<\/p>\n\n\n\n<p>Odenhausen, P. (2015). S<em>haring Economy. Die \u00d6konomie des Teilens.<\/em> FHS Bonn-Rhein-Sieg: Studienarbeit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heutige Wirtschaft kann sich der Sharing Economy nicht mehr entziehen. Dank der Digitalisierung und der Offenheit der j\u00fcngeren Generationen haben sich in der Gesellschaft einerseits die Interaktion, andererseits auch das Nutzerverhalten und dadurch ihre Bed\u00fcrfnisse ge\u00e4ndert. Bekannte Anbieter, die teilweise auch einen Impact auf die Immobilienbranche haben, sind unter anderem Uber, Airbnb und Mobility. Nebst den grossen Unternehmen sind auch zahlreiche kleine Plattformen entstanden, bei welchen die Peer-to-Peer-Economy als Basis dient. Auch in der Immobilienbranche ist der Trend \u201eTeilen statt Besitzen\u201c sp\u00fcrbar. Nebst dem gewinnorientierten steht aber auch das gemeinschaftswohlorientierte Teilen hoch im Kurs. Es stellt sich die Frage, wie die neuen M\u00e4rkte die Immobilienbranche beeinflussen. 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