{"id":1441,"date":"2013-11-14T23:26:36","date_gmt":"2013-11-14T22:26:36","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/?p=1441"},"modified":"2026-02-11T14:52:44","modified_gmt":"2026-02-11T13:52:44","slug":"ifz-retail-banking-studie-2013-schweizer-retail-banking-quo-vadis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/ifz-retail-banking-studie-2013-schweizer-retail-banking-quo-vadis\/","title":{"rendered":"IFZ Retail Banking-Studie 2013: Schweizer Retail Banking &#8211; quo vadis?"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8211; MEDIENMITTEILUNG &#8211;<\/p>\n\n\n\n\n\n<p>In der Schweiz kommt dem Retail Banking nach wie vor eine grosse Bedeutung im Bankgesch\u00e4ft zu. \u00dcber ein Drittel aller im Schweizer Bankensektor generierten Ertr\u00e4ge stammt aus dem Retail Banking. Das Gesch\u00e4ftsfeld Retail Banking hat das Institut f\u00fcr Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern \u2013 Wirtschaft nun in einer Studie detailliert untersucht. Die \u00abIFZ Retail Banking-Studie Schweiz 2013\u00bb konzentriert sich auf vier Schwerpunkte: Der erste Teil befasst sich mit den Differenzierungsmerkmalen der 88 untersuchten Institutionen, der zweite Teil beinhaltet eine Kennzahlen-Analyse, der dritte diskutiert die Kantonalbanken als Investment der Kantone und der vierte durchleuchtet die Grunds\u00e4tze der Unternehmensf\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich sagen, dass sich die Schweizer Retail Banken auch im vergangenen Jahr trotz zahlreicher Herausforderungen gut geschlagen und insgesamt solide bis gute Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse vorgelegt haben: Die Profitabilit\u00e4t und Effizienz konnte trotz eines schwierigen Umfelds und sinkenden Zinsmargen gehalten werden. Die gef\u00e4hrdeten Forderungen haben sich im Verh\u00e4ltnis zu den Kundenausleihungen weiter reduziert, derweil das Total der Kundenausleihungen auch im vergangenen Jahr um beachtliche 4.8 Prozent gewachsen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Technologische Innovationen wie das Mobile Banking oder das Angebot von Online Hypotheken, die zunehmende Regulierung, eine abnehmende Kundentreue, branchenfremde Konkurrenten und der durch die tiefen Zinsen hohe Margendruck f\u00fchren aber dazu, dass sich das Umfeld schnell wandelt. \u00abEs besteht die Gefahr, dass sich Banken zu stark auf das Erf\u00fcllen von Regulatorien und Kostensenkungsmassnahmen fokussieren und dabei innovative Gesch\u00e4ftsmodelle und Wachstumschancen oder neue diversifizierende Gesch\u00e4ftsfelder nicht oder erst sp\u00e4t wahrnehmen\u00bb, sagt Projektleiter Andreas Dietrich.<\/p>\n\n\n\n<p><b>Fokus auf wenige Unterscheidungsfaktor(en) richten<\/b><\/p>\n\n\n\n<p>In Anbetracht dieser Herausforderungen und vor dem Hintergrund der gerade im Retail Banking sehr \u00e4hnlichen angebotenen Produkte und Dienstleistungen, hat das Forschungsteam von 150 Gesch\u00e4ftsleitungsmitgliedern wissen wollen, worin sich ihre Institution von den anderen unterscheidet. Aufgez\u00e4hlt wurden im Durchschnitt 14 Merkmale, am h\u00e4ufigsten das Image, die Beratungsqualit\u00e4t, die Unternehmenskultur und die Bearbeitung bestehender M\u00e4rkte. Die gleichen Merkmale nannten die Bankenvertreter auf die Frage, wie sich die Banken in f\u00fcnf Jahren von der Konkurrenz abheben wollten. Gem\u00e4ss den Befragten werden k\u00fcnftig aber auch die B\u00fcndelung von Produkten, innovativere Preismodelle, das Mobile Banking oder das Angebot von Online Hypotheken als Differenzierungsfaktoren f\u00fcr die Banken an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswertung der Daten hat zudem gezeigt, dass die Gesch\u00e4ftsleitungsmitglieder im Bereich der Produkte und Dienstleistungen nur wenige M\u00f6glichkeiten sehen sich abzugrenzen. So wird beispielsweise der Zugang zum Kunden als Differenzierungsfaktor h\u00f6her gewichtet als die angebotenen Produkte. Ebenso gilt die Beratungsqualit\u00e4t als wichtigeres Unterscheidungsmerkmal als die Produkte. \u00abEs ist jedoch fraglich, ob und inwieweit sich eine Bank durch gute Beratung von per se austauschbaren Produkten wirklich von einer anderen Bank differenzieren kann\u00bb, kommentiert Andreas Dietrich die Resultate. Er empfiehlt den Institutionen zudem, sich nicht durch zu viele Merkmale unterscheiden zu wollen. \u00abSinnvoller ist es, sich konsequent auf maximal drei bis vier Differenzierungsfaktoren zu fokussieren und diesen daf\u00fcr eine umso h\u00f6here strategische Bedeutung beizumessen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><b>Graub\u00fcndner Kantonalbank als Schweizer Meisterin bei den Kennzahlen<\/b><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie schliesst ferner ein Ranking der besten Schweizer Retail Banken 2012 ein. Daf\u00fcr wurden sechs zentrale Kennzahlen von 88 Schweizer Retail Banken analysiert: Return on Assets, Cost\/Income Ratio, Leverage Ratio, gef\u00e4hrdete Forderungen im Verh\u00e4ltnis zu Kundenausleihungen, Deckungsgrad Kundenausleihung und Wachstum Kundenausleihungen. Die Graub\u00fcndner Kantonalbank erzielte im Jahr 2012 insgesamt die besten Werte. Sie gl\u00e4nzte mit der zweith\u00f6chsten Gesamtkapitalrendite, einem tiefen Kosten\/Ertrags-Verh\u00e4ltnis und einem hohen Eigenkapitalanteil. Die Pl\u00e4tze eins bis f\u00fcnf besetzen ausschliesslich Kantonalbanken. Werden jedoch die Kennzahlen 2008 bis 2012 analysiert, finden sich mit der Bank EEK in Bern und der Ersparniskasse Affoltern i.E. auch zwei kleine Regionalbanken unter den Top 5 (siehe Anhang).<\/p>\n\n\n\n<p><b>Die Kantonalbanken als rentables Investment f\u00fcr die Kantone<\/b><\/p>\n\n\n\n<p>In einem Spezialreport hat das IFZ s\u00e4mtliche Finanzstr\u00f6me zwischen den Kantonalbanken und den Kantonen analysiert. Dabei zeigt sich, dass Aussch\u00fcttungen der Kantonalbanken sowie die Wertsteigerungen auf dem Buchwert des Eigenkapitals f\u00fcr die Kantone von 2002 bis 2012 zu einer durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Rendite von beachtlichen 11.2 Prozent f\u00fchren. \u00dcber den Zeitraum von zehn Jahren erzielte der Kanton St. Gallen mit j\u00e4hrlich 13.7 Prozent die h\u00f6chste Rendite auf seinem Investment in die Kantonalbank. Die Aussch\u00fcttungen machen im Durchschnitt rund 3.5 Prozent der j\u00e4hrlichen Fiskaleinnahmen aus, bei einem Viertel der Kantone liegt der Wert sogar bei 8 bis 16 Prozent: Spitzenreiter sind die Kantone Appenzell Innerrhoden und Graub\u00fcnden mit Aussch\u00fcttungen in Relation zu den Fiskaleinnahmen von 16&nbsp; bzw. 13 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die beachtlichen Renditen der Kantonalbanken mit (zu) hohen Risiken f\u00fcr die Kantone einhergehen. Die Studie simuliert deshalb ein Worst-Case Szenario, bei welchem 100 Prozent des gesetzlich erforderlichen Eigenkapitals abgeschrieben und die Bank anschliessend wieder rekapitalisiert wird. \u00abIn einem solchen Szenario erweist sich die hohe Eigenkapitaldecke, welche bei den meisten Kantonalbanken deutlich \u00fcber den geforderten Eigenmitteln liegt, als Vorteil\u00bb, sagt Christoph Lengwiler, Leiter des IFZ und Co-Autor der Studie. Im Durchschnitt m\u00fcssten die Kantone f\u00fcr eine Rekapitalisierung der Kantonalbank einen Betrag in der H\u00f6he von 27 Prozent der j\u00e4hrlichen Fiskaleinnahmen aufwenden. \u00abDie meisten Kantonalbanken stellen damit angesichts der erwarteten Rentabilit\u00e4t ein vertretbares Risiko f\u00fcr die Kantone dar.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><b>Mehr Frauen im Verwaltungsrat als in der Gesch\u00e4ftsleitung<\/b><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den letzten Teil der Studie zum Thema Corporate Governance analysierte das IFZ unter anderem die Zusammensetzungen der Gesch\u00e4ftsleitungen und der Verwaltungsr\u00e4te bei 62 Schweizer Retail Banken. Dabei f\u00e4llt auf, dass lediglich etwa 4 Prozent der Retail Banken-Gesch\u00e4ftsleitungsmitglieder weiblich sind, dies im Gegensatz zu 16 Prozent bei den Verwaltungsr\u00e4ten (VR). Die Mitglieder der Gesch\u00e4ftsleitungen sind im Durchschnitt 50.5 Jahre alt und etwa 8.4 Jahre in ihrer Funktion \u2013 und somit deutlich j\u00fcnger als die Verwaltungsr\u00e4te (55.6 Jahre) und l\u00e4nger im Amt (Verwaltungsr\u00e4te: 7.4 Jahre).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verg\u00fctungen im VR sind sehr unterschiedlich. Derweil die durchschnittliche Entsch\u00e4digung pro VR-Mitglied bei einigen Banken im Jahr 2012 bei rund 335\u2018000 Franken zu liegen kommt (Banque Cantonale Vaudoise und infolge von Sonderaussch\u00fcttungen bei der Berner Kantonalbank), bezahlen viele der kleineren Retail Banken ihren Verwaltungsratsmitgliedern moderate Entsch\u00e4digungen in der H\u00f6he zwischen 10\u2019000 und 30&#8217;000 Franken. Am geringsten f\u00e4llt der Personalaufwand pro VR-Mitglied bei der Appenzeller Kantonalbank und der Bezirks-Sparkasse Dielsdorf Genossenschaft aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/studie-bild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"529\" height=\"762\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/studie-bild.jpg\" alt=\"studie bild\" class=\"wp-image-1454\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/studie-bild.jpg 529w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/studie-bild-208x300.jpg 208w\" sizes=\"auto, (max-width: 529px) 100vw, 529px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/weiterbildung.hslu.ch\/wirtschaft\/finanzdienstleistungen\/retail-banking-studie-2013-k2847.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die&nbsp; Studie kann&nbsp;hier bestellt werden<\/a>. Sie kostet als Einzelbestellung CHF 290.- und bei Sammelbestellungen ab 3 Exemplare 240 CHF, ab 5 Exemplaren 190 CHF und ab 10 Exemplaren 140 CHF pro Exemplar.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Bei Fragen k\u00f6nnen Sie sich gerne an Prof. Dr. Andreas Dietrich wenden (Tel:&nbsp; +41 41 757 67 46; andrea&#115;&#46;&#100;&#105;&#101;&#116;&#114;&#x69;&#x63;&#x68;&#x40;&#x68;&#x73;&#x6c;&#x75;&#x2e;&#x63;&#x68;)<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir danken f\u00fcr die Unterst\u00fctzung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/sponsoren.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"702\" height=\"126\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/sponsoren.jpg\" alt=\"sponsoren\" class=\"wp-image-1455\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/sponsoren.jpg 702w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2013\/11\/sponsoren-300x53.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 702px) 100vw, 702px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Institut f\u00fcr Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern \u2013 Wirtschaft hat zum zweiten Mal eine umfassende Studie zum Schweizer Retail Banken-Markt ver\u00f6ffentlicht. 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