{"id":22420,"date":"2026-08-10T09:11:54","date_gmt":"2026-08-10T07:11:54","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/?p=22420"},"modified":"2026-08-10T09:11:56","modified_gmt":"2026-08-10T07:11:56","slug":"wer-90-wird-ist-keine-ausnahme-mehr-longevity-als-chance-fuer-banken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wer-90-wird-ist-keine-ausnahme-mehr-longevity-als-chance-fuer-banken\/","title":{"rendered":"Wer 90 wird, ist keine Ausnahme mehr: Longevity als Chance f\u00fcr Banken"},"content":{"rendered":"\n<p>Die steigende Lebenserwartung geh\u00f6rt zu den grossen strukturellen Ver\u00e4nderungen unserer Zeit. F\u00fcr Banken ist Longevity jedoch nicht nur ein demografischer Hintergrundtrend. Die finanziellen Folgen sind unmittelbar: Je l\u00e4nger Menschen leben, desto l\u00e4nger m\u00fcssen Renteneinkommen, Verm\u00f6gen und Vorsorgel\u00f6sungen tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neue <a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/IFZ-Longevity-Studie-2026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IFZ Longevity Studie 2026<\/a> zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen ver\u00e4ndert haben. Rund die H\u00e4lfte der heute 65-j\u00e4hrigen Frauen erreicht das Alter von 90 Jahren. Bei M\u00e4nnern erreicht rund die H\u00e4lfte das Alter von 87 Jahren. Selbst das 96. Lebensjahr erreichen noch rund 25 Prozent der Frauen und 14 Prozent der M\u00e4nner. Das 99. Lebensjahr erreicht rund jede zehnte heute 65-j\u00e4hrige Frau und jeder zwanzigste Mann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"553\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-1024x553.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-22425\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-1024x553.png 1024w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-300x162.png 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-768x414.png 768w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-1536x829.png 1536w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-2048x1105.png 2048w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-928x501.png 928w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2026\/07\/Blog_Bild_neu_2_longevity-600x324.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><br><em>Abbildung 1: Lebenswahrscheinlichkeit f\u00fcr 65-J\u00e4hrige in der Schweiz nach Alter und Geschlecht<br>Quelle: IFZ Longevity Studie 2026, basierend auf BFS-Kohortensterbetafeln.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Zahlen sind f\u00fcr die Vorsorgeberatung zentral. Denn sie zeigen: Ein Alter von 90 Jahren ist kein Ausnahmefall mehr. F\u00fcr einen relevanten Teil der Kundinnen und Kunden sind Ruhestandsphasen von 25, 30 oder mehr Jahren realistische Szenarien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"IFZ Longevity-Studie 2026 mit Prof. Dr. Anina Hille: Reicht das Geld f\u00fcr 25 Jahre Ruhestand? #hslu\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/tz6PyPRaLBI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Youtube Video: Kurzusammenfassung der Studie in 3 Minuten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum Durchschnittswerte f\u00fcr Banken zu kurz greifen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit der Einf\u00fchrung der AHV hat sich die durchschnittliche Dauer der nachberuflichen Lebensphase deutlich verl\u00e4ngert. W\u00e4hrend ein 65-j\u00e4hriger Mann damals noch mit rund zw\u00f6lf weiteren Lebensjahren rechnen konnte und eine 65-j\u00e4hrige Frau mit knapp 14 Jahren, sind es heute rund 20 Jahre bei M\u00e4nnern und 23 Jahre bei Frauen. Die Ruhestandsphase dauert damit im Durchschnitt rund acht bis neun Jahre l\u00e4nger als zu Beginn der AHV.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Finanzplanung reicht der Durchschnitt jedoch nicht aus. Entscheidend ist nicht nur, wie alt Menschen durchschnittlich werden, sondern mit welcher Wahrscheinlichkeit sie ein hohes oder sehr hohes Alter erreichen. Wer die Vorsorge ausschliesslich an der durchschnittlichen Lebenserwartung ausrichtet, untersch\u00e4tzt m\u00f6glicherweise die tats\u00e4chliche Dauer des Ruhestands. Das finanzielle Risiko besteht darin, l\u00e4nger zu leben, als finanziell eingeplant wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Banken verschiebt sich damit die zentrale Beratungsfrage. Es geht nicht mehr nur darum, ob Kundinnen und Kunden den Zeitpunkt der Pensionierung finanziell erreichen. Entscheidend ist, ob Einkommen, Verm\u00f6gen und Vorsorgel\u00f6sungen auch dann tragen, wenn der Ruhestand 25 oder 30 Jahre dauert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Longevity als Teil einer ganzheitlichen Anlage- und Vorsorgeberatung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Banken ergeben sich daraus mehrere konkrete Ansatzpunkte:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erstens: Hohe Lebensalter konsequent in Finanzpl\u00e4ne integrieren.<\/strong><br>Szenarien mit 90, 95 oder 100 Lebensjahren sind keine theoretischen Extremannahmen, sondern realistische Planungsvarianten. Sie zeigen, wie sich Rentenbezugsdauer, Entnahmephase und Verm\u00f6gensbedarf ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zweitens: Vorsorge-, Anlage- und Entnahmeplanung st\u00e4rker verbinden.<\/strong><br>Wenn Verm\u00f6gen nicht nur bis zur Pensionierung, sondern auch \u00fcber mehrere Jahrzehnte danach reichen soll, m\u00fcssen Verm\u00f6gensaufbau, Kapitalmarktpartizipation und sp\u00e4tere Entnahme gemeinsam geplant werden. Vorsorge wird damit zunehmend zu einem integralen Bestandteil einer ganzheitlichen Anlageberatung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drittens: Beratung st\u00e4rker an der individuellen Lebenssituation ausrichten.<\/strong><br>Einkommen, Verm\u00f6gen, Wohnsituation, Gesundheit, famili\u00e4res Umfeld und Ausgabenniveau unterscheiden sich erheblich. Standardisierte L\u00f6sungen stossen deshalb an Grenzen. Gefragt ist eine lebensphasen\u00fcbergreifende Finanzplanung, die unterschiedliche Kundenrealit\u00e4ten und Lebensverl\u00e4ufe ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Viertens: Sp\u00e4tere Erbschaften in der Finanzplanung ber\u00fccksichtigen.<\/strong><br>Mit steigender Lebenserwartung verschiebt sich auch der Verm\u00f6gens\u00fcbertrag an die n\u00e4chste Generation nach hinten. Erbschaften fallen dadurch h\u00e4ufiger erst in eine Lebensphase, in der die Erbinnen und Erben selbst bereits kurz vor der Pensionierung stehen oder pensioniert sind. Das ver\u00e4ndert die Funktion des geerbten Verm\u00f6gens: Es dient weniger dem fr\u00fchen Verm\u00f6gensaufbau und st\u00e4rker der eigenen Altersvorsorge, der Verm\u00f6gensstrukturierung, der Entnahmeplanung oder der Weitergabe an die n\u00e4chste Generation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcnftens: Steigende Erbmassen und generationen\u00fcbergreifende Verm\u00f6gens\u00fcbertragung adressieren.<\/strong><br>Aufgrund tiefer Geburtenraten wird die Erbmasse k\u00fcnftig auf weniger Nachkommen verteilt. Dadurch k\u00f6nnen die durchschnittlichen Erbschaften pro Person steigen. F\u00fcr Banken entstehen daraus zus\u00e4tzliche Beratungsbed\u00fcrfnisse rund um Anlage, Steuern, Nachlassplanung, Schenkungen und die fr\u00fchzeitige Weitergabe von Verm\u00f6gen innerhalb der Familie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel Mika: Wenn wenige zus\u00e4tzliche Jahre viel ausmachen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie stark sich ein l\u00e4ngerer Ruhestand finanziell auswirken kann, zeigt die IFZ Longevity Studie anhand von drei exemplarischen, fiktiven Personas, die an die Schweizer Einkommensverteilung angelehnt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Bankkontext besonders anschaulich ist Mika, eine Person mit mittlerem Einkommen. Bei Mika werden die laufenden Renteneinnahmen aus AHV und Pensionskasse den erwarteten Ausgaben gegen\u00fcbergestellt. Separate Verm\u00f6gensbest\u00e4nde aus Kapitalbez\u00fcgen, privater Vorsorge oder anderen Verm\u00f6gensquellen werden nicht ber\u00fccksichtigt. Die Berechnungen sind daher keine Prognose f\u00fcr einzelne Personen, sondern illustrieren m\u00f6gliche Gr\u00f6ssenordnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Steigt die angenommene Lebensdauer von 85 auf 90 Jahre, erh\u00f6ht sich die kumulierte finanzielle L\u00fccke zwischen laufenden Renteneinkommen und Ausgaben um rund einen Viertel. Bei einer Lebensdauer bis 100 Jahre liegt sie rund 80 Prozent h\u00f6her. Bereits wenige zus\u00e4tzliche Lebensjahre k\u00f6nnen den Bedarf an zus\u00e4tzlichem Kapital damit deutlich erh\u00f6hen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><td><strong>&nbsp;<\/strong><\/td><td><strong>&nbsp;<\/strong><\/td><td colspan=\"4\"><strong>Lebenserwartung<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>&nbsp;<\/strong><\/td><td><strong>direkt nach<br>Pensionierung<\/strong><\/td><td><strong>75 Jahre<\/strong><\/td><td><strong>85 Jahre<\/strong><\/td><td><strong>90 Jahre<\/strong><\/td><td><strong>100 Jahre<\/strong><\/td><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Einnahmen<\/strong><strong><\/strong><\/td><td><strong>CHF 46\u2019960<\/strong><strong><\/strong><\/td><td><strong>CHF 522\u2019900<\/strong><\/td><td><strong>CHF 1\u2019134\u2019500<\/strong><\/td><td><strong>CHF 1&#8217;487\u2019600<\/strong><\/td><td><strong>CHF 2\u2019309\u2019700<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>&nbsp; AHV-Altersrente<\/td><td>CHF 32\u2019760<\/td><td>CHF 367\u2019000<\/td><td>CHF 836\u2019800<\/td><td>CHF 1&#8217;119\u2019000<\/td><td>CHF 1\u2019799\u2019400<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp; Pensionskassenrente<\/td><td>CHF 14\u2019200<\/td><td>CHF 155\u2019900<\/td><td>CHF 297\u2019700<\/td><td>CHF 368\u2019600<\/td><td>CHF 510\u2019300<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><\/td><td><strong>&nbsp;<\/strong><\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>&nbsp;<\/strong><\/td><td>&nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>Ausgaben<\/strong><strong><\/strong><\/td><td><strong>CHF 67\u2019600<\/strong><strong><\/strong><\/td><td><strong>CHF 890\u2019600<\/strong><\/td><td><strong>CHF 1\u2019862\u2019800<\/strong><\/td><td><strong>CHF 2&#8217;408\u2019100<\/strong><\/td><td><strong>CHF 3\u2019631\u2019600<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>&nbsp; Lebenshaltungskosten<\/td><td>CHF 34\u2019500<\/td><td>CHF 304\u2019000<\/td><td>CHF 746\u2019300<\/td><td>CHF 1<strong>&#8218;<\/strong>000<strong>&#8218;<\/strong>800<\/td><td>CHF 1\u2019591\u2019000<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp; Gesundheitskosten<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/td><td>CHF 8\u2019900<\/td><td>CHF 184\u2019100<\/td><td>CHF 381\u2019600<\/td><td>CHF 500<strong>&#8218;<\/strong>800<\/td><td>CHF 792\u2019900<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp; Wohnkosten<\/td><td>CHF 14\u2019700<\/td><td>CHF 297\u2019600<\/td><td>CHF 534\u2019600<\/td><td>CHF 658<strong>&#8218;<\/strong>500<\/td><td>CHF 904\u2019300<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp; Steuern<\/td><td>CHF 9\u2019500<\/td><td>CHF 104\u2019900<\/td><td>CHF 200\u2019300<\/td><td>CHF 248<strong>&#8218;<\/strong>000<\/td><td>CHF 343\u2019400<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><\/td><td>&nbsp;<\/td><td>&nbsp;<\/td><td><strong>&nbsp;<\/strong><\/td><td>&nbsp;<\/td><\/tr><tr><td><strong>Differenz<\/strong><strong><\/strong><\/td><td><strong>-CHF 20\u2019640<\/strong><\/td><td><strong>-CHF 367\u2019700<\/strong><\/td><td><strong>-CHF 728\u2019300<\/strong><\/td><td><strong>-CHF 920&#8217;500<\/strong><\/td><td><strong>-CHF 1\u2019321\u2019900<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abbildung 2: Finanzielle L\u00fccke von Mika nach angenommener Lebensdauer<br>Annahmen: Bei den Einnahmen ber\u00fccksichtigt werden ausschliesslich laufende Renteneinkommen aus AHV und Pensionskasse (exkl. Kapitalbez\u00fcge); AHV-Mischindex +2.5% p.a.; Inflationsrate f\u00fcr Lebenshaltungskosten und Wohnkosten +2% p.a.; Krankenkassenpr\u00e4mien +3.2% p.a. (durchschnittliche Ver\u00e4nderung von 2000 bis 2025); weitere Gesundheitskosten +4.0% p.a. (gem. Ver\u00e4nderung BFS-Haushaltsbudgeterhebung); Pflegekosten steigen v.a. in den letzten drei Lebensjahren bis max. CHF\u00a03\u2019000 pro Monat; Wohnkosten steigen v.a. in den letzten drei Lebensjahren bis max. CHF 6\u2019660 pro Monat; Lebenshaltungskosten sinken v.a. in den letzten drei Lebensjahren bis min. CHF 500 pro Monat<\/em> <br><em>Quelle: IFZ Longevity Studie 2026.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Banken ist an diesem Beispiel weniger die exakte Zahl als die Logik dahinter entscheidend. Aus einer j\u00e4hrlichen Differenz zwischen Renteneinnahmen und Ausgaben kann \u00fcber die Jahre eine substanzielle kumulierte L\u00fccke entstehen. Je l\u00e4nger die Ruhestandsphase dauert, desto wichtiger werden fr\u00fchzeitiger Verm\u00f6gensaufbau, realistische Finanzplanung und eine Beratung, die unterschiedliche Lebensdauer-Szenarien sichtbar macht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Beratungsbed\u00fcrfnisse \u00fcber den gesamten Lebenszyklus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Longevity erh\u00f6ht nicht nur die Bedeutung der klassischen Vorsorgeberatung. Das Thema schafft zus\u00e4tzliche Kontaktpunkte \u00fcber verschiedene Lebensphasen hinweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei j\u00fcngeren Kundinnen und Kunden stehen Finanzbildung, langfristiges Investieren und der systematische Verm\u00f6gensaufbau im Vordergrund. In der mittleren Lebensphase gewinnen Vorsorgel\u00fccken, Immobilienfinanzierung, famili\u00e4re Verpflichtungen und m\u00f6gliche Erbvorbez\u00fcge an Bedeutung. Vor und nach der Pensionierung r\u00fccken Entnahmeplanung, Verm\u00f6gensstrukturierung, Gesundheit, Wohnen, Pflege sowie Nachlass- und Erbschaftsfragen st\u00e4rker in den Fokus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beratung entwickelt sich damit von einzelnen Produktgespr\u00e4chen hin zu einer ganzheitlichen Finanzplanung, die Anlage, Vorsorge, Entnahme und Verm\u00f6gens\u00fcbertragung miteinander verbindet. F\u00fcr Banken bietet dies die M\u00f6glichkeit, Kundinnen und Kunden \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume relevant zu begleiten und die Kundenbeziehung \u00fcber Generationen hinweg zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Longevity als Wachstumsfeld f\u00fcr Banken und Asset Manager<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Longevity ist jedoch nicht nur ein Thema der individuellen Vorsorgeplanung. Eine alternde und zugleich l\u00e4nger aktive Bev\u00f6lkerung ver\u00e4ndert auch M\u00e4rkte. Mit steigender Lebenserwartung entstehen zus\u00e4tzliche Bed\u00fcrfnisse in Bereichen wie Gesundheit, Pflege, Wohnen, Technologie und Finanzdienstleistungen. Damit wird Longevity auch zu einem wirtschaftlichen Wachstumsfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Banken und Asset Manager ergeben sich zwei Perspektiven. Einerseits steigt der Bedarf an Beratung, Vorsorge- und Anlagel\u00f6sungen, Entnahmeplanung und langfristigem Verm\u00f6gensaufbau. Andererseits r\u00fcckt Longevity als thematisches Anlagefeld st\u00e4rker in den Fokus.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch befindet sich dieses Feld in einer fr\u00fchen Entwicklungsphase. Eine allgemein anerkannte Definition oder standardisierte Taxonomie f\u00fcr Longevity-Investments besteht bislang nicht. Die IFZ Longevity Studie hat deshalb in der Schweiz zugelassene Investmentvehikel identifiziert, die das Thema nach definierten Kriterien abdecken. Die standardisierten Factsheets zeigen, wie unterschiedlich Longevity am Markt interpretiert und umgesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die steigende Lebenserwartung ver\u00e4ndert die Rahmenbedingungen der Anlage- und Vorsorgeberatung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hohe Lebensalter sind keine Ausnahme mehr. F\u00fcr einen relevanten Teil der Bev\u00f6lkerung sind Ruhestandsphasen von 25, 30 oder mehr Jahren realistisch. Finanzpl\u00e4ne sollten deshalb unterschiedliche Szenarien bis 90, 95 oder 100 Jahre ber\u00fccksichtigen.<\/li>\n\n\n\n<li>Vorsorge-, Anlage- und Entnahmeplanung wachsen st\u00e4rker zusammen. F\u00fcr Banken entsteht die Chance, Kundinnen und Kunden mit einer lebensphasen\u00fcbergreifenden Finanzplanung zu begleiten, die Verm\u00f6gensaufbau, Kapitalmarktpartizipation, Pensionierung und Entnahme integriert.<\/li>\n\n\n\n<li>Auch Erbschaften ver\u00e4ndern sich durch Longevity. Verm\u00f6gens\u00fcbertragungen finden tendenziell sp\u00e4ter statt und fallen h\u00e4ufiger in eine Lebensphase, in der die Beg\u00fcnstigten selbst bereits kurz vor der Pensionierung stehen oder pensioniert sind. Gleichzeitig kann die Erbmasse aufgrund kleinerer Familien auf weniger Nachkommen verteilt werden. Damit gewinnen Verm\u00f6gensstrukturierung, Nachlassplanung und generationen\u00fcbergreifende Beratung an Bedeutung.<\/li>\n\n\n\n<li>Longevity er\u00f6ffnet \u00fcber die klassische Vorsorgeberatung hinaus neue Perspektiven. Das Thema schafft zus\u00e4tzliche Beratungsbed\u00fcrfnisse, neue Wachstumsfelder f\u00fcr Finanzdienstleistungen und ein noch junges, aber relevantes Investmentthema f\u00fcr Banken und Asset Manager.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Banken und Asset Manager ist Longevity damit nicht nur ein Risiko, das in der Finanzplanung ber\u00fccksichtigt werden muss. Es ist auch eine Chance, Kundinnen und Kunden \u00fcber l\u00e4ngere Lebensphasen und \u00fcber Generationen hinweg relevant zu begleiten. Die zentrale Beratungsfrage lautet deshalb zunehmend nicht mehr nur: Reicht das Geld f\u00fcr die Pensionierung? Sondern: Wie m\u00fcssen Anlage, Vorsorge und Verm\u00f6gen gestaltet werden, damit sie ein \u00fcberdurchschnittlich langes Leben tragen?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die IFZ Longevity Studie 2026 wurde mit Unterst\u00fctzung der Fondsgesellschaft Vanguard realisiert.<\/em> <br><em><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/ueber-uns\/institute\/ifz\/banking-investments-insurance\/longevity\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hier der Link auf die IFZ Longevity Landing Page. <\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Diese setzen sich aus den Krankenkassenpr\u00e4mien, Pflegekosten und den weiteren Gesundheitskosten zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die steigende Lebenserwartung ver\u00e4ndert die Vorsorgeberatung \u2013 und er\u00f6ffnet neue Wachstumsfelder f\u00fcr Banken und Asset Manager.<\/p>\n","protected":false},"author":165,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"2711,8683,14158,8184,8303,5178","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[647343,1041513,4051,7111],"tags":[],"class_list":["post-22420","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bankberatung","category-longevity","category-studie","category-vorsorge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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