{"id":6965,"date":"2019-01-28T08:35:33","date_gmt":"2019-01-28T07:35:33","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/?p=6965"},"modified":"2026-02-11T14:52:52","modified_gmt":"2026-02-11T13:52:52","slug":"erfolgsfaktoren-von-smartphone-banken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/erfolgsfaktoren-von-smartphone-banken\/","title":{"rendered":"Erfolgsfaktoren von Smartphone Banken"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Da ist zun\u00e4chst die <strong>Vision des Angebots<\/strong> zu nennen. Oftmals geht es darum, Banking f\u00fcr den Kunden so einfach wie m\u00f6glich zu machen. Man startet mit einem begrenzten Angebot, dessen Vorteil sich f\u00fcr die relevante Zielgruppe leicht auf einen Nenner bringen l\u00e4sst. Beispielsweise verkauft sich <a href=\"https:\/\/www.revolut.com\">Revolut<\/a> mit dem Vorteil weltweit 120 W\u00e4hrungen zu unterst\u00fctzen und 24 W\u00e4hrungen zum Tageskurs ohne Auslandsgeb\u00fchren und Wechselkursprovisionen aus der App heraus zu unterst\u00fctzen. F\u00fcr eine mobile reisefreudigen Kundschaft liegt der Nutzen auf der Hand. Auch geht es bei der Vision stark darum, mit welchen Angeboten der Anbieter eigentlich Geld verdienen will und wie umfassst das Angebot f\u00fcr die Kundschaft ist. So planen so gut wie alle Smartphone Banken schon erg\u00e4nzende Angebote wie beispielsweise Produkt- oder Reiseversicherungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zweiter Faktor ist das <strong>nutzerorientierte Design der App<\/strong> (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Human-centered_design\">human-centred design, HCD<\/a>), welches durch den Anspruch einfacher Probleml\u00f6sung besticht. Hintergrund der Vorgehensweise ist die \u00dcberlegung, dass Kunden Interaktionen mit Ihrer Bank als Problem ansehen, dass sie m\u00f6glichst schnell und einfach l\u00f6sen m\u00fcssen. Insofern steht hier nicht der Anspruch an ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Kundenerlebnis sondern eher die \u00dcberlegung im Fokus, dass das Anliegen des Kunden besonders einfach und unkompliziert gel\u00f6st werden muss (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/imgres?imgurl=http:\/\/t2.gstatic.com\/images?q%3Dtbn:ANd9GcQ1uxprws6dEq76zM6KFc7RnIHAtaVvR5xY5IBH1MEN7Ie0sPQb&amp;imgrefurl=https:\/\/books.google.com\/books\/about\/Jobs_to_Be_Done.html?id%3DTbtFvgAACAAJ%26source%3Dkp_cover&amp;h=400&amp;w=264&amp;tbnid=Qp79hym35MNzbM:&amp;q=jobs+to+be+done:+theory+to+practice&amp;tbnh=160&amp;tbnw=105&amp;usg=AI4_-kRW9ir_AF5WPlSSOH3TIKJB-oxb0g&amp;vet=12ahUKEwi2pd_c_o3gAhWLfFAKHd_-Bf4Q_B0wEXoECAYQEQ..i&amp;docid=INgFBbDWliACKM&amp;itg=1&amp;client=safari&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwi2pd_c_o3gAhWLfFAKHd_-Bf4Q_B0wEXoECAYQEQ\">\u201eJobs to be done\u201c-Prinzip<\/a>). Dabei kommt den Smartphone-Banken durch eine Nutzung der Systemfunktionalit\u00e4ten der Smartphones schon per se ein hoher Grad an Vertrautheit bei der Benutzung der Apps zu. Kunden sind Funktionalit\u00e4ten wie das Wischen \u00fcber einen Touchscreen, die Benutzung der eingebauten Kamera und die Kommunikation im Service durch die Eingabe kurzer Textnachrichten eben schon gew\u00f6hnt. Dazu sind Prototypen der <a href=\"https:\/\/n26.com\/de-de\">Smartphonebanken wie N26<\/a> tausendfach agil beim Kunden getestet worden. Das macht das Design der Banking-Apps von Beginn an vertraut.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Art der Gestaltung macht sich vor allem bei der regulatorisch notwendigen Identifikation des Kunden bezahlt. Die Nutzung der eingebauten biometrischen M\u00f6glichkeiten, wie Fingerprint-Scanning oder Face Biometrics stellen eingebaute Sicherheitselemente dar, die der Kunde an seinem Smartphone schon vorkonfiguriert hat. Insofern ist eine Mehrfaktorauthentifizierung als Kombination aus \u201eWas der Kunde hat\u201c (sein Smartphone), \u201ewas der Kunde weisss\u201c (seine Kontonummer oder PIN) und \u201ewas der Kunde ist\u201c (Biometrics) <strong>ebenso sicher wie f\u00fcr den Kunden einfach<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist insbesondere beim <strong>\u201eOnboarding\u201c<\/strong> des Kunden in der Smartphone Bank wichtig. Diese erfolgt h\u00e4ufig komplett \u00fcber das Smartphone, es treten keine Medienbr\u00fcche auf. Das Angebot der Bank Cler \u201eZak\u201c nutzt hier eine Video-Identifikation, w\u00e4hrend bei N26 und Revolut lediglich der Pass oder ein F\u00fchrerschein eingescannt werden muss und mit einem Selfie verglichen wird. Betrachtet man die M\u00f6glichkeiten des Geldtransfers wie beispielsweise \u00dcberweisungen so steht auch hier die Einfachheit der Joberledigung im Fokus des Designs. Bei fast allen erfolgreichen Smartphonebanken kann eine \u00dcberweisung anhand des Namens aus der Kontaktliste des Telefons durchgef\u00fchrt werden, sofern der Kontakt auch die gleiche App nutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist das <a href=\"https:\/\/www.finews.ch\/news\/banken\/33646-retailbanken-schweiz-gebuehren-revolut-n26\"><strong>Pricing der Angebote<\/strong>.<\/a> So arbeiten die meisten Smartphonebanken mit einem \u201eFreemium\u201c oder \u201eQuasi-Freemium\u201c Angebot, bei der eine Basisversion des Angebots gratis ist. So wird h\u00e4ufig nach der Anzahl oder der H\u00f6he der Bargeldbez\u00fcge am Geldautomaten differenziert, so dass ein gewisser Grundbezug im Gratismodell inkludiert ist, weitergehende Bez\u00fcge jedoch bepreist oder gar nur \u00fcber das teurere Premium-Modell m\u00f6glich sind. Premium Angebote finden sich (teilweise umgerechnet) zwischen 6 und 8 Franken pro Monat. Dabei umfassen die Premiumangebote \u00e4hnlich wie klassischen Kreditkartenanbietern, die oben erw\u00e4hnten Zusatzdienstleistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die gesamte Bankbeziehung auf dem Smartphone stattfindet, k\u00f6nnen auch die Informationen \u00fcber das Zahlungs-, Anlage- und Sparverhalten des Kunden im Sinne eine <strong>Personal Finance Managements<\/strong> (PFM) dargestellt werden. Einem Vergleich mit einer selbst definierten Peer Group steht so eigentlich auch nichts im Wege. Womit Smartphone Banken in der Lage sind, dem Kunden am PoS vor einer Konsumentscheidung relevante Informationen zur Verf\u00fcgung zu stellen und nicht nur sp\u00e4ter am Schreibtisch das Verhalten zu dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Kundenservice<\/strong> ist im Kontext von Smartphone Banken besonders relevant. Die meisten Anbieter setzen hier auf Chatbots. N26 hingegen bietet ein vollst\u00e4ndiges Service-Center mit telefonischen Kundenservice, Dialogen via E-Mail, 1:1 Chat und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/n26_support?lang=de\">sogar auf Twitter<\/a> an. Inwiefern dieser Servicefokus einen Erfolgsfaktor darstellt kann noch nicht genau beurteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sicherer Erfolgsfaktor von Smartphone Banken ist hingegen das <strong>aggressive Marketing<\/strong> der Unternehmen. Eine <a href=\"https:\/\/www.bain.com\/insights\/evolving-the-customer-experience-in-banking\/\">Studie der Unternehmensberater von Bain &amp; Co.<\/a> macht deutlich, dass der grosse Erfolgsfaktor der \u201eDigitalen Challenger\u201c darin begr\u00fcndet ist, dass diese nach dem \u201eSale\u201c fragen. So gaben bei einer Befragung 2017 mehr als 50% der Bankkunden, die zu einer Smartphonebank gewechselt waren an, sie h\u00e4tten ein solches Angebot auch von ihrer Hausbank angenommen, h\u00e4tte diese ihnen proaktiv ein Angebot gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern sind schweizerische Unternehmen wie die <a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/2019\/01\/07\/mobile-banking-innovationen-der-st-galler-kantonalbank\/\">St. Galler Kantonalbank<\/a> oder die Bank Cler mit ihren neuen mobilen Bankapplikationen durchaus auf dem richtigen Weg, wenn sie die hier dargestellten Erfolgsfaktoren weiter ber\u00fccksichtigen und die L\u00f6sungen aktiver vermarkten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>P.S.: Im September startet das IFZ in der Weiterbildung den neuen halbj\u00e4hrigen Studiengang&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/cas\/ifz\/sales-und-marketing-im-banking\/\">CAS Sales und Marketing im Banking<\/a> als Teil der neuen modularisierten Masterstudieng\u00e4nge <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/bank-management\/\">MAS Bank Management<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/weiterbildung\/mas\/ifz\/private-banking-wealth-management\/\">MAS Private Banking und Wealth Management<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smartphone Banken wie N26 und Revolut erobern immer weiter Marktanteile. Auch bei uns am IFZ spielen diese neuen Anbieter eine nicht unwesentliche Rolle. So sprach der CEO von Revolut Nikolay Storansky schon im November 2017 als Keynoter bei der IFZ Retail Banking Konferenz. Inzwischen hat die App 3 Millionen Kreditkartennutzer. N26 ist nach der Kapitalerh\u00f6hung im Januar 2019 nun 2.7 Milliarden $ wert und damit das einzige deutsche Fintech-Unicorn. Auch hier k\u00f6nnen Schweizer mittlerweile ein Konto er\u00f6ffnen. Die Basler Bank Cler ist seit 2018 auch mit ihrer Smartphone Bank \u201eZAK\u201c am Start. Grund genug einmal die Erfolgsfaktoren und dahinter liegende Management Konzepte von Smartphone Banken aus Kundensicht zu analysieren und zusammenzufassen.<\/p>\n","protected":false},"author":1270,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[53966,19496,154854,23682,436,19527],"tags":[],"class_list":["post-6965","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-analytics","category-andere-retail-banking-institute","category-chatbot","category-digitalisierung","category-436","category-kundenorientierung"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Erfolgsfaktoren von Smartphone Banken - IFZ Retail Banking Blog<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/erfolgsfaktoren-von-smartphone-banken\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Erfolgsfaktoren von Smartphone Banken - IFZ Retail Banking Blog\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Smartphone Banken wie N26 und Revolut erobern immer weiter Marktanteile. 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