{"id":7290,"date":"2019-03-25T07:47:54","date_gmt":"2019-03-25T06:47:54","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/?p=7290"},"modified":"2026-02-11T14:52:52","modified_gmt":"2026-02-11T13:52:52","slug":"kostenfuehrerschaft-als-strategische-positionierung-das-angebot-der-kreditfabrik-ag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/kostenfuehrerschaft-als-strategische-positionierung-das-angebot-der-kreditfabrik-ag\/","title":{"rendered":"Kostenf\u00fchrerschaft als strategische Positionierung: Das Angebot der Kreditfabrik AG"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Der Name ist Programm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Namen Kreditfabrik wollen die Inhaber und die Gesch\u00e4ftsleitung der Firma zum Ausdruck bringen, dass sie die industrielle Revolution auch ins schweizerische Kreditwesen tragen wollen. Die Kreditverarbeitung, bei der bei einer Vielzahl von Banken, Versicherungen und Pensionskassen derzeit noch viel Handarbeit im Spiel ist, soll von den \u00abManufakturen\u00bb in die \u00abFabrik\u00bb ausgelagert werden.<br>Inwieweit die Firma mit ihrem Konzept Erfolg haben wird, wird die Zukunft weisen. Auf jeden Fall lohnt es sich, das Konzept der Kreditfabrik und dessen technische Umsetzung n\u00e4her anzuschauen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-1-kreditfabrik.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-1-kreditfabrik-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7292\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-1-kreditfabrik-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-1-kreditfabrik-300x225.jpg 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-1-kreditfabrik-768x576.jpg 768w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-1-kreditfabrik.jpg 1533w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption><em>Abbildung 1: In den R\u00e4umlichkeiten einer Fabrik hat sich die Kreditfabrik industriell, d.h. zweckm\u00e4ssig und einfach mit der n\u00f6tigen technischen Infrastruktur eingerichtet.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Modularer Workflow und hohe Automation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kernst\u00fcck des Konzepts der Kreditfabrik ist ein modularer Workflow. Im Wissen darum, dass der Kreditprozess in der Schweiz keineswegs standardisiert und in jeder Bank wieder etwas anders gestaltet ist, und dass sich die Bereitschaft der Banken, liebgewordene Abl\u00e4ufe \u00fcber den Haufen zu werfen, in engen Grenzen h\u00e4lt, hat man keinen fixen Workflow eingerichtet, sondern quasi eine Fertigungsstrasse gebaut, an der verschiedene Module angedockt oder auch weggelassen werden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend einzelne Banken darauf schw\u00f6ren, dass ein Risikorating des Kunden unabdingbar ist, und das Ergebnis dieses Ratings einen Einfluss auf die Zinsgestaltung haben muss, verzichten andere Institute bei Kunden, die sie grunds\u00e4tzlich als kreditw\u00fcrdig beurteilen, auf eine differenzierte Risikobetrachtung und eine individuelle Gestaltung des Zinssatzes.<br>Mit der modularen Fertigungsstrasse ist die Kreditfabrik in der Lage, die individuellen Prozesse einer Bank abzubilden, was sich auch in geringeren Wartungskosten niederschlagen d\u00fcrfte. Grenzen sind freilich dort gesetzt, wo in einem Modul die Ergebnisse aus einem anderen Modul erforderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-2-kreditfabrik.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-2-kreditfabrik-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7291\" srcset=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-2-kreditfabrik-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-2-kreditfabrik-300x225.jpg 300w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-2-kreditfabrik-768x576.jpg 768w, https:\/\/hub.hslu.ch\/retailbanking\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/03\/abb-2-kreditfabrik.jpg 1533w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption><em>Abbildung 2: Trotz hoher Automation ben\u00f6tigt auch die Kreditfabrik Mitarbeiter; der Pausenraum ist passend zur Lokalit\u00e4t und dem Konzept schlicht und funktional eingerichtet.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Ziel der Kreditfabrik ist es, wo immer m\u00f6glich das manuelle Eingreifen zu eliminieren. So wird beispielsweise die H\u00f6he des Einkommens automatisch aus der elektronischen Kopie des Lohnausweises entnommen und mit den Angaben des Kunden bzw. des Kundenberaters verglichen. Im Gegensatz dazu erfolgt diese T\u00e4tigkeit beispielsweise bei der Glarner Kantonalbank noch manuell: Die Mitarbeiterinnen in der Kreditverarbeitung vergleichen auf ihrem Bildschirm die Angaben im System, welche auf der einen Seite des Bildschirms angezeigt werden, mit dem gescannten Lohnausweis, welcher bei ihnen auf der anderen Seite des Bildschirms erscheint.<br>Der Zeitunterschied zwischen dem automatischen und dem manuellen Verfahren mag auf den ersten Blick nicht allzu gross erscheinen. Es ist aber zu bedenken, dass beim manuellen Verfahren im Sinne der Qualit\u00e4tssicherung noch eine zweite Person denselben Check durchf\u00fchren muss (Vieraugenprinzip). Hinzu kommt, dass bei einer geschickten Prozessgestaltung (Scanning des Lohnausweises vor dem Ausf\u00fcllen des elektronischen Formulars) die Daten bereits schon vorabgef\u00fcllt werden k\u00f6nnen und so eine sehr hohe Qualit\u00e4t gew\u00e4hrleistet werden kann. Zudem skaliert die automatische L\u00f6sung nat\u00fcrlich bei grossen Volumen besser.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>WinCredit und Smarx als technische Basis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kreditfabrik verwendet die etablierten Softwarel\u00f6sungen der Base-Net Informatik AG als technische Grundlage. Die in der Branche \u00fcblichen L\u00f6sungen zur hedonischen Sch\u00e4tzung der Liegenschaften sind \u00fcber Schnittstellen eingebunden. Auch die g\u00e4ngigen Systeme zur Risikobeurteilung sind integriert und k\u00f6nnen genutzt werden. Insgesamt kann der L\u00f6sung ein hoher Automatisierungsgrad attestiert werden. Dies hat nat\u00fcrlich Auswirkungen auf das IKS. Hier liegt der Fokus auf dem IT-System.<br>Die Kreditfabrik erf\u00fcllt alle Anforderungen als Sourcing Partner. Mit Alexander Rippl als CEO, einem Digitalisierungs- und Prozessspezialisten, und Gerry Gfeller, der \u00fcber 40 Jahre bei der Schaffhauser Kantonalbank gearbeitet und dort w\u00e4hrend rund 20 Jahren f\u00fcr die Kreditverarbeitung zust\u00e4ndig war, verf\u00fcgt die Bank \u00fcber das notwendige Knowhow, um die Dienstleistungen f\u00fcr ihre Kunden kosteneffizient und qualitativ einwandfrei zu erbringen. Die Firma hat denn auch den ISEA 3402-Bericht Typ I von Ihrer Kontrollstelle zu Beginn des Jahres 2018 und den Typ II per Mitte Januar 2019 erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Eintritt der Kreditfabrik in den Markt f\u00fcr Dienstleistungen rund um die Kreditverarbeitung d\u00fcrfte sich der bereits eher hohe Wettbewerb nochmals intensivieren. Versicherungen, Pensionskassen aber auch Banken, die diese Aktivit\u00e4ten nicht oder nicht mehr zu ihrem Kerngesch\u00e4ft z\u00e4hlen, haben nun verschiedene Optionen und k\u00f6nnen deshalb die Angebote der verschiedenen Anbieter sowohl hinsichtlich der Abdeckung ihrer Bed\u00fcrfnisse als auch in Bezug auf deren Preise kritisch pr\u00fcfen.<br>Die Kreditfabrik strebt strategisch die Position des Kostenf\u00fchrers an. Sie geht davon aus, dass es ihr gelingen wird, 30 bis 50 Prozent g\u00fcnstiger als der Markt zu produzieren. Aufgrund meiner Einsch\u00e4tzung sehe ich die Kreditfabrik in der Lage, g\u00fcnstiger als der Markt zu produzieren. Ob dies im genannten Ausmass gelingt, ist im Einzelfall zu \u00fcberpr\u00fcfen und h\u00e4ngt auch stark davon ab, wie effizient ein potenzieller Kunde, der ein Sourcing pr\u00fcft, derzeit produziert.<br>Die Kernfrage bleibt aber, ob und in welchem Mass auch Banken bereit sind, in der Kreditverarbeitung auf die Dienste der Kreditfabrik oder eines anderen Sourcing-Anbieters zu setzen. Erste Informationen dazu werden die Sourcing-Studie des IFZ im Fr\u00fchling resp. die <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/agenda\/veranstaltungen\/2019\/05\/08\/sourcing-konferenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sourcing Konferenz am 8. Mai 2019 <\/a>liefern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie an dieser Stelle schon berichtet, ist Bewegung ins Angebot der Anbieter von Kreditverarbeitungsleistungen gekommen. So hat beispielsweise die Glarner Kantonalbank ihre Prozesse \u00fcberarbeitet und sich strategisch so ausgerichtet, dass sich das Anbieten von Dienstleistungen in der Kreditverarbeitung f\u00fcr Dritte zu einem soliden Ertragspfeiler des Unternehmens entwickeln soll (vgl. Blogbeitrag vom Dezember 2018). Seit 2018 positioniert sich auch die Kreditfabrik AG in diesem Gesch\u00e4ftsfeld. 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