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Dürfen wir vorstellen… Smart-up Botschafterin Silvia Domeniconi-Pfister

Dürfen wir vorstellen…              Smart-up Botschafterin Silvia Domeniconi-Pfister

In unserer Blogreihe «Dürfen wir vorstellen…» präsentieren wir unsere Smart-up Botschafter*innen der verschiedenen Departemente und geben so einen Einblick hinter die Kulissen. Dieses Mal erzählt uns Silvia Domeniconi-Pfister, weshalb Studierende und Alumni der Sozialen Arbeit keine typischen Unternehmer*innen sind.

In der sozialen Arbeit gibt es eine lange Tradition von Unternehmertum – das sogenannte Social Entrepreneurship. Soziale Projekte und private Institutionen bilden ein wichtiges Fundament des schweizerischen Sozialstaats. Nebst Heimen, Arbeitsintegrationsprogrammen oder niederschwelligen Angeboten im Suchtbereich gibt es eine Vielfalt an sozialen Projekten, welche gesellschaftliche Probleme aufgreifen und eine zielgerichtete Unterstützung anbieten. Dabei steht nicht der ökonomische Nutzen im Fokus, sondern der idealistisch-soziale Gedanke. Nichtsdestotrotz braucht es auch dafür Kompetenzen im Business-Bereich. Und genau hier setzt Smart-up an. Durch das grosse Know-how innerhalb der gesamten Hochschule kann Silvia die Jungunternehmer*innen optimal unterstützen. Umgekehrt können aber auch die anderen Departemente von ihren Kompetenzen in den «Softskills» profitieren.

«Ich will die Leute dabei unterstützen, schneller auf Bedürfnisse zu reagieren, die nahe an den Adressat*innen sind und herausfinden, welche Unterstützung sie brauchen.»

Mit ihrer langjährigen Erfahrung bringt Silvia die idealen Voraussetzungen mit, um als Smart-up Botschafterin am Departement Soziale Arbeit zu agieren. Nach Abschluss ihrer Ausbildung im Jahr 2000 hat sie 14 Jahre in diversen Berufsfeldern der Sozialen Arbeit gearbeitet. Anschliessend hat sie eine Fachkarriere gemacht: zuerst im Fachstab der Sozialen Dienste, anschliessend während ihres Masterstudiums an der FHS St. Gallen als wissenschaftliche Assistentin und nach Abschluss des Masters als Dozentin und Projektleiterin an der HSLU. In der Lehre unterrichtet sie v.a. zu methodischen Themen wie Soziale Diagnostik, Gesprächsführung aber auch zu übergeordneten Themen wie Theorien und Wissenschaft der Sozialen Arbeit.

Start-up Kultur in der Sozialen Arbeit
Für Silvia bietet das Smart-up Umfeld einen willkommenen Kontrast zur Hochschulkultur. «Bei Smart-up sind wir agil und kreativ unterwegs, suchen nach Möglichkeiten zur Verwirklichung, teilweise auch schräger, Ideen und schätzen den interdisziplinären Austausch. Meine sonstigen Tätigkeiten erlebe ich stark von der Verwaltungslogik geprägt, wo alles über Jahre geplant, budgetiert, beantragt und wenig verändert wird.»
Für sie ist es befriedigend und spannend, gute Ideen und Projekte wachsen zu sehen und die Freude jener zu erleben, die damit erfolgreich sind, tolle Sachen auf die Beine stellen und auch wichtige gesellschaftliche Bedürfnisse damit erfüllen.

Der gesellschaftliche Nutzen steht im Vordergrund
Bei «Unternehmen» im Bereich der Sozialen Arbeit steht nicht der «Return on Investment» im Vordergrund, sondern der gesellschaftliche und individuelle Nutzen. So geht es meist darum, eine schwierige Situation zu verändern oder die verschiedenen Anspruchsgruppen bei der Veränderung zu unterstützen. Die Angebote werden oft erst unter Druck in Anspruch genommen. Zudem bezahlen die Adressat*innen die Leistungen nicht selbst, sondern sind darauf angewiesen, dass andere Institutionen wie Staat, Kirche oder Stiftungen die Angebote finanzieren.

Wie funktioniert ein soziales Unternehmen? Hier ein Beispiel:
In Unternehmen der Arbeitsintegration möchten staatliche Institutionen, dass wir Menschen soziale und berufliche Integration ermöglichen. Das «Produkt» ist die Ablösungsrate aus der Sozialhilfe oder Arbeitslosenkasse o.ä.. Die Adressat*innen möchten angenehme und sinnvolle Arbeit nach ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten leisten und brauchen dazu auch psycho-soziale Begleitung, während im Restaurant Gäste eine feines, günstiges Essen innert einer Stunde geniessen möchten. Dem Staat verkaufen wir eine Integrationsquote, den Klient*innen bieten wird psychosoziale Begleitung und den Gästen feine, kostengünstige Mahlzeiten, welche die Unternehmenskosten jedoch niemals decken.

Die Herausforderungen von Smart-up am Departement Soziale Arbeit
Unternehmer*innentum gehört nicht zum Selbstverständnis Sozialer Arbeit. Niemand würde von sich sagen: «Ich bin Unternehmerin», auch wenn sie einen Verein gegründet haben und Leistungen anbieten. Soziale Arbeit studieren und praktizieren tendenziell Menschen, die das kapitalistische Wirtschaftssystem kritisieren und die sich sozial engagieren möchten. «Das Business-Jargon stösst bei uns Sozis eher auf Ablehnung.» Deshalb braucht es Übersetzungsarbeit in die Sprache und Kultur der Sozialen Arbeit.

«Ich könnte mir gut vorstellen, selbst ein Start-up zu gründen. Mein Herz schlägt nach wie vor für die Arbeitsintegration und das Gastgewerbe, wo ich 6 Jahre lang arbeiten durfte. Mein Mann und ich haben manchmal damit geliebäugelt, ein Restaurant oder Hotel bzw. ein B&B zu übernehmen und daraus Arbeitsintegrations- und/oder Timeoutplätze anzubieten.»

Erinnerungen, die bleiben
«Eine Studentin kam mit ihrer Herzensidee zu mir und hat sie mir geschildert. Sie sagte immer wieder, es sei halt nur so eine Idee und sie wisse nicht, ob sie zu verwirklichen sei. Sie wirkte also recht unsicher. Als ich in Begeisterung ausbrach und gleich mit ihr die Idee weiterspinnte und ihr Unterstützung anbot, konnte ich zusehen, wie ihr Herz aufging. Sie fasste Mut und ich durfte miterleben, wie sie dran blieb und ihre Idee Schritt für Schritt umsetzte. Dieser Moment, in dem ich in ihrem Gesicht lesen konnte, wie sehr sie über die Bestätigung erleichtert war, den werde ich nicht vergessen.»

10 Fragen an Tim

Tee oder Kaffee?
Die feine englische Art: Tee mit etwas kalter Milch

Home-Office oder Campus?
Für stilles Arbeiten home-office. Für Lehrveranstaltungen Campus

Morgenmensch oder Nachteule?
Weder noch. Zwischen 9 und 22 Uhr bin ich fit.

Podcast oder Blog?
Eher Tages- und Wochenzeitungen?

Stadt oder Land?
Ich lebe sehr urban, wäre aber gern auf dem Land.

Öffentliche Institution oder Non-Profit Unternehmen?
Das kommt sehr darauf an. Für gesetzliche Soziale Arbeit öffentliche Institution, für niederschwellige und innovative Angebote eher NPOs.

Raclette oder Fondue?
beides, aber eher selten.

Teamwork oder Einzelkämpfer?
Ich bin eine Teamplayerin.

Karriereplanung oder go with the flow?
Als Frau mit Familie ist «Karriereplanung» nicht sehr realistisch. Aber ich bin immer dran geblieben und aktuell sehr zufrieden. Trotzdem bleibe ich auch weiter dran.

Smart oder just Start?
start smart?.

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