bool(false)

Mit einem Swipe zum neuen Job

Mit einem Swipe zum neuen Job

Was nach einer Dating-App klingt, ist wohl schon bald die neue Art der Jobsuche. Denn der heutige Bewerbungsprozess widerspiegelt schon lange nicht mehr die Bedürfnisse der jungen Generationen.  Delia, Patrick, Marco, Luca und Patric haben deshalb mit Jobeagle eine Art Dating-App für Jobs entwickelt, die aber weit mehr bietet als nur ein oberflächliches Matching. Wie funktioniert Jobeagle, was für Pläne hat das kreative Start-up Team für die Zukunft, und wie kam es überhaupt zu dem innovativen Projekt, das aktuell die Zentralschweizer Start-up Welt aufmischt? Darüber haben wir mit den Machern von Jobeagle gesprochen.

Das Team von Jobeagle räumt derzeit ganz schön ab: Auf den mit CHF 15’000 dotierten Zinno Ideenscheck von Zentralschweiz Innovativ, den Jobeagle im September 2021 gewann, folgte vor einigen Wochen die Teilnahme an der grossen *zünder-Award Night, wo es das innovative Projekt als eines von fünf Finalisten in die Endrunde schaffte. Mit einem fantastischen Pitch begeisterte Jobeagle das Publikum von einer ebenso überzeugenden wie cleveren Idee: Als digitaler Job- und Headhunter in App-Form will Jobeagle für junge Talente der Generationen Y und Z die Jobsuche und den Bewerbungsprozess attraktiver und einfacher zugänglich machen und für Unternehmen dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Der Claim «matching young talents and outstanding companies» bezieht sich dabei nicht nur auf die von Dating-Apps bekannten Funktionalitäten und den Mechanismus, mit dem die Lösung Arbeitssuchende und Arbeitgebende zusammenbringt – aber dazu später mehr.

Die zündende Idee auf der HSLU-Dachterrasse

Zuerst einmal von vorne – Wie ist die Idee für Jobeagle eigentlich entstanden? Den Grundstein für ihr Start-up legten Delia Herger, Marco Pfefferli, Patrick Huster und Luca Tripodi zusammen mit zwei weiteren Studienkollegen bei einer gemeinsamen Projektarbeit während ihres Masterstudiums an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Wer von ihnen den Einfall hatte, den das Team dann im Modul Business Innovation & Design zum Geschäftsmodell ausarbeitete, wissen die Jungunternehmer nicht mehr genau. An den Moment, als sie im Spätsommer 2020 – frustriert vom endlosen Brainstorming und unzähligen verworfenen Ideen – auf der HSLU-Dachterrasse an der Zentralstrasse endlich auf die zündende Idee kamen, können sie sich aber noch sehr gut erinnern. Rasch merkten die Studierenden, dass das Problem, das sie mit Jobeagle lösen wollten, sehr erfolgsversprechend war. Das grosse Potential wurde ihnen auch von vielen Jobsuchenden und von HR-Verantwortlichen bei Unternehmen bestätigt, die sie im Rahmen ihrer Projektarbeit zur Validierung ihrer Geschäftsidee interviewten.

«Anfangs Dezember war dann das Modul abgeschlossen, was schade war, denn somit war auch die Zusammenarbeit für das Projekt beendet», blickt Marco heute zurück. Etwas später sei er per Zufall auf das *zünder Accelerator-Programm gestossen und als er in der Chat-Gruppe des ehemaligen Projektteams gefragt habe, wer Lust hätte, die Idee weiterzuverfolgen, seien Delia, Luca und Patrick sofort Feuer und Flamme gewesen.

Das Team von Jobeagle

Durchstarten beim *zünder

Der *zünder war für Jobeagle genau die richtige Unterstützung nach dem Studienprojekt. Das Team konnte sich lediglich mit der Idee anmelden und dann das Geschäftsmodell in den verschiedenen Phasen des Accelerator-Programms immer weiter bis zum Start-up entwickeln. Auch der Austausch mit den anderen teilnehmenden Start-ups, die teilweise schon weiter fortgeschritten waren, war enorm wertvoll für die Macher von Jobeagle.

Ein sehr wichtiger Meilenstein war die Gewinnung von Patric Steiner für das Jobeagle-Team. «Da wir alle aus dem Master Business Administration kamen, fehlte uns ein essenzielles Puzzleteil – die technische Seite für die Produktentwicklung. Patric, den wir über gemeinsame Kollegen kennengelernt haben, stellt genau dieses Puzzleteil dar. Er passt fachlich, aber auch persönlich super ins Team», meint Delia und spricht damit für das gesamte Team.

Dass man die vielen Selektionsrunden des *zünder-Accelerators überstehen und es bis ins Finale schaffen würde, damit hatte niemand bei Jobeagle so richtig gerechnet. Doch von Phase zu Phase entwickelte man die Idee weiter, arbeitete an Prototypen und präsentierte diese vor potentiellen Kunden, Investoren und in Pitch-Runden. «Das dabei erhaltene Feedback und die gewonnene Erfahrung motivierten uns enorm und trieben uns voran», findet Patric. Auch wenn es am Ende nicht ganz für den Sieg reichte, habe sich die Teilnahme definitiv gelohnt und vor allem das Netzwerk in der Start-up Szene, das man sich durch den *zünder aufbauen könne, sei Gold wert.

Mit Hochdruck zum Markteintritt

Entsprechend verfolgen die Jobeagles ihr Projekt auch nach Abschluss des Accelerator-Programms mit Hochdruck weiter und bereiten aktuell den Markteintritt vor. «Nachdem wir nun unsere Prototypen mit vielen verschiedenen Unternehmen und Kandidaten besprochen haben, machen wir uns nun an die Entwicklung des Produktes, mit dem Ziel, ein Go-Live im Q2 2022 zu realisieren», sagt Luca. Derzeit arbeiten alle Teammitglieder neben Jobeagle noch in anderen Teilzeitjobs – ein anspruchsvoller Mix. Der Aufwand für Jobeagle steigt stetig, weshalb auch sehr viel Freizeit der Teammitglieder in das Start-up investiert wird. Mit regelmässigen on-site und online Treffen sowie verschiedenen Arbeitstagen unter der Woche funktioniert die Organisation aber sehr gut. Vor allem auch, weil sich das Team perfekt ergänzt und auch ausserhalb des gemeinsamen Business’ ausgezeichnet versteht. Wann immer möglich, werden die Jobeagle-Meetings denn auch mit einem Drink oder einem gemeinsamen Essen ein bisschen ausgedehnt. Und im Januar findet das erste gemeinsame Jobeagle-Weekend statt. Dass das Team dafür eine Berghütte ausgesucht hat, überrascht kaum – denn neben der Leidenschaft für das gemeinsame Start-up teilen die Freunde auch die Begeisterung für Outdoor-Action.

Die Vision von der Revolution des Jobmarkts

Auch bei den Zukunftsplänen für Jobeagle ist sich das Team einig: Das erste Ziel ist es, eine etablierte und erfolgreiche Lösung auf dem Schweizer Jobmarkt zu werden. Mit dem innovativen Konzept soll vielen jungen Leuten bei der Jobsuche geholfen werden und Unternehmen werden dabei unterstützt, passende junge Fachkräfte zu finden. Auf die Frage, wohin die Reise geht, wenn das Jobeagle-Team noch weiter in die Zukunft blickt, antwortet Luca: «In fünf Jahren haben wir hoffentlich die Expansion in den europäischen Jobmarkt geschafft und führen ein erfolgreiches Unternehmen.» Aber bevor die Jobeagles an die ferne Zukunft denken, dreht sich alles um die Vision, den Jobmarkt zu revolutionieren. Und revolutionär ist das Geschäftsmodell des Start-ups im Arbeitsmarkt, wo sich Jobsuche und Bewerbungsprozesse in den letzten Jahrzehnten nur wenig verändert haben, allemal. Statt eines langwierigen schriftlichen Bewerbungsverfahrens steht auf der digitalen Plattform von Jobeagle am Anfang eine einfache Wischbewegung in einer App, mit der Jobsuchende und Unternehmen ihr Interesse aneinander bekunden. Der auf den ersten Kontakt folgende Matching-Prozess verbindet Talente und Unternehmen nicht nur anhand klassischer Aspekte wie Ausbildung und Erfahrung, sondern aufgrund eines fundierten Persönlichkeitsprofils miteinander. Die Vision von Jobeagle geht aber noch weiter: «Das heutige Bewerbungsverfahren basiert auf vielen Vorurteilen. Dies wollen wir in Zukunft aus dem Weg schaffen, indem wir allen Kandidatinnen und Kandidaten mit einem gender- und nationalitätsneutralen Rekrutierungsprozess gleiche Bedingungen bieten», so Patrick.

Just do it!

Daran, dass das Jobeagle-Team seine ambitionierten Ziele erreichen wird, bestehen nach der bisherigen Erfolgsstory kaum Zweifel. Aber natürlich durchleben auch die Jungunternehmer Höhen und Tiefen und stehen immer wieder vor Hürden. «Gerade in herausfordernden Phasen bieten Förderprogramme wie *zünder oder auch Smart-up wertvolle Unterstützung», ist Marco überzeugt. Ebenfalls wichtig sei es, als Start-up immer wieder umfassendes Feedback von möglichst vielen Leuten einzuholen und diese Rückmeldungen ernst zu nehmen. Aber auch wenn man sich bewusst sein müsse, dass enorm viel Arbeit hinter einem Start-up stecke, würden die Jobeagles jeder angehenden Gründerin und jedem angehenden Gründer empfehlen, mit einer kreativen Idee einfach mal durchzustarten. «Die Freiheit, mit einem fantastischen Team eine grossartige, eigene Idee Realität werden zu lassen, ist eine unbezahlbare Erfahrung», sind sich die Macher von Jobeagle einig.

Beitrag teilen

  • Mail
  • Kommentare

    0 Kommentare

    Kommentar verfassen

    Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.

    Pin It on Pinterest