11. März 2026
Was wäre, wenn CO₂ nicht nur reduziert, sondern direkt vor Ort nutzbar gemacht werden könnte? Genau hier kommt die fortyfour AG ins Spiel: Das Climate-Tech-Start-up stellt CO₂ aus der Umgebungsluft für Anwendungen in der Landwirtschaft und Industrie bereit. Für ihr Projekt erhält das Team nun eine Förderung von CHF 130’000 aus dem BRIDGE-Programm. Diese soll die Weiterentwicklung der Technologie zur CO₂-Gewinnung aus der Atmosphäre vorantreiben und ihren Einsatz beschleunigen.
Die fortyfour AG wurde im Juli 2025 von Pedro Reina und Henry Müller gegründet. Das Unternehmen entwickelt Anlagen, die CO₂ direkt aus der Luft gewinnen und für die Nutzung bereitstellen. Die technologische Grundlage entstand während des Masterstudiums von Mitgründer Pedro Reina an der Hochschule Luzern. Dort entwickelte er ein Verfahren zur CO₂-Gewinnung aus der Umgebungsluft, für das inzwischen ein Patent angemeldet wurde. Mit dem Ziel, daraus eine konkrete Lösung mit realem Nutzen zu schaffen, trat er dem Förderprogramm Talent Kick bei. Dort lernte er Henry Müller kennen, der kürzlich an der Universität St. Gallen promoviert hat. Dabei wurde schnell klar, dass beide dieselbe Vision teilen. Gemeinsam beschlossen sie, die Technologie weiterzuentwickeln und ein Unternehmen aufzubauen, das CO₂ künftig direkt für Industrie und Landwirtschaft bereitstellen kann.
CO₂ wird meist als Problem wahrgenommen, etwa im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Weniger bekannt ist jedoch, dass viele Branchen aktiv darauf angewiesen sind, zum Beispiel im Gewächshausbau zur Förderung des Pflanzenwachstums oder in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Heute stammt dieses CO₂ meist aus fossilen Quellen, wobei die Preise kontinuierlich steigen und die Versorgung zunehmend unsicher wird.
Im Gegensatz zu vielen bestehenden Lösungen, die auf den Handel mit CO₂-Zertifikaten ausgerichtet sind, verfolgt fortyfour einen anwendungsgetriebenen Ansatz. Das Start-up entwickelt Anlagen, die CO₂ direkt aus der Umgebungsluft gewinnen und dort bereitstellen, wo es benötigt wird. Damit rückt nicht die dauerhafte Speicherung, sondern die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von CO₂ in den Fokus.
Dank der Förderung von CHF 130’000 durch das BRIDGE Proof of Concept Programm kann fortyfour den nächsten Schritt in Richtung Markteintritt gehen. Ein erster Prototyp gewinnt bereits 10 Kilogramm CO₂ pro Stunde, künftig soll die Anlage rund 100 Kilogramm liefern. Ziel ist es, CO₂ aus der Luft langfristig günstiger bereitzustellen als fossil erzeugtes CO₂. Dafür testet das Team die Technologie unter realen Bedingungen, verbessert die Energieeffizienz und treibt parallel die Pre Seed Finanzierungsrunde voran, um den Weg in die industrielle Anwendung zu ebnen.
Wir gratulieren der fortyfour AG herzlich zu diesem starken Meilenstein und sind gespannt auf die nächsten Schritte!
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