{"id":13472,"date":"2026-05-19T07:30:00","date_gmt":"2026-05-19T05:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/soziale-arbeit\/?p=13472"},"modified":"2026-04-14T14:49:47","modified_gmt":"2026-04-14T12:49:47","slug":"inklusive-offene-kinder-und-jugendarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/soziale-arbeit\/inklusive-offene-kinder-und-jugendarbeit\/","title":{"rendered":"Alle willkommen? Wie die Offene Kinder- und Jugendarbeit inklusiv wird"},"content":{"rendered":"\n<p>Jugendtreffs, Spielpl\u00e4tze, offene Nachmittage \u2013 die OKJA lebt nach dem Prinzip der offenen T\u00fcr. Doch wie offen ist diese T\u00fcre wirklich? Junge Menschen mit Behinderungen fehlen in vielen Angeboten schlicht \u2013 nicht, weil sie nicht willkommen w\u00e4ren, sondern weil die n\u00f6tigen Voraussetzungen fehlen: Wissen, Haltung, Struktur. Was es braucht, damit Inklusion in der OKJA nicht beim guten Vorsatz bleibt, hat Melea Graber in ihrer Bachelorarbeit untersucht.<\/p>\n\n\n<div class=\"blue-box\">\n\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"col-md-12\">\n\t\t\t<p>Die Bachelorarbeit von Malea Graber\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/www.soziothek.ch\/inklusive-offene-kinder-und-jugendarbeit-fuer-junge-menschen-mit-und-ohne-behinderungen\">\u00abInklusive Offene Kinder- und Jugendarbeit f\u00fcr junge Menschen mit und ohne Behinderungen\u00bb\u00a0<\/a><\/strong>kann\u00a0\u00fcber Soziothek.ch heruntergeladen werden.<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Funke, der alles ausl\u00f6ste<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Melea Graber war Inklusion kein abstraktes Thema. W\u00e4hrend ihres Praktikums bei Blindspot, Inklusion und Vielfaltsf\u00f6rderung Schweiz, erlebte sie bei einer inklusiven Karaoke-Party, was m\u00f6glich ist, wenn ein gemischtes Team aus Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam etwas auf die Beine stellt. Als sie danach feststellte, wie wenig in der OKJA in diese Richtung geschieht, war ihr Entscheid gefasst: \u00abWas, wenn nicht einmal ein offenes, niederschwelliges Setting inklusiv gestaltet wird \u2013 wie soll es dann in anderen Bereichen geschehen?\u00bb F\u00fcr Melea Graber war damit klar: Da muss sich etwas \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grosse Chancen, wenig Erfahrung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die OKJA bringt von Natur aus gute Voraussetzungen f\u00fcr Inklusion mit. Partizipation, Niederschwelligkeit, Ressourcenorientierung und Lebensweltbezug sind Grundprinzipien, die im Kern bereits inklusiv gedacht sind. Hinzu kommt das informelle Setting: voneinander lernen, gemeinsam erleben, ohne Leistungsdruck \u2013 das beg\u00fcnstigt echte Begegnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem fehlt es in der Praxis massiv an Erfahrungswissen. Was Melea Graber dabei am meisten schockierte: In der ganzen Schweiz existieren kaum Pilotprojekte, und die Forschungslage ist d\u00fcnn. Viele Fachpersonen sind unsicher im Umgang mit Menschen mit Behinderungen und wissen nicht, wie sie ihre Angebote anpassen sollen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Thema Inklusion in der Ausbildung kaum vorkommt \u2013 ein Defizit, das Melea Graber aus eigener Erfahrung kennt. Die Folge: Inklusion bleibt ein guter Vorsatz, der selten konsequent umgesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was Fachpersonen brauchen \u2013 und was sie bereits mitbringen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihre Bachelorarbeit hat Melea Graber vier Expert:inneninterviews mit zwei Fachpersonen aus der OKJA und zwei Inklusionsfachpersonen gef\u00fchrt. Die Auswertung zeigt ein differenziertes Bild davon, welche Kompetenzen zentral sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Allen voran steht die Reflexionsf\u00e4higkeit. Wer inklusiv arbeiten will, muss die eigenen Vorurteile, Privilegien und Glaubenss\u00e4tze kennen und hinterfragen. Dazu geh\u00f6rt auch eine konstruktive Fehlerkultur: Inklusion ist ein Lernprozess, und Scheitern geh\u00f6rt dazu. Was die Sachkompetenz betrifft, braucht es keine fachspezifische Expertise zu allen Behinderungsformen. Vielmehr geht es um alltagsnahes Wissen: Wie kommuniziere ich barrierefrei? Wie erkenne ich diskriminierende Dynamiken, und wo frage ich nach, wenn ich etwas nicht weiss? Direkt bei den betroffenen Personen selbst.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button animated backInDown\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-align-center wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/studium\/bachelor\/soziale-arbeit\/studienrichtungen\/soziokultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Studium in Sozialer Arbeit: Mehr Infos hier!<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von der Haltung zur Struktur<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Inklusion gelingt nicht allein durch engagierte Einzelpersonen. Organisationen der OKJA m\u00fcssen Inklusion verbindlich in ihren Leitbildern und Zielsetzungen verankern \u2013 mit klaren Zust\u00e4ndigkeiten und ohne sie als Zusatzprojekt zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Melea Graber benennt das offen als Frustrationspunkt: Im Alltag scheitert Inklusion oft an fehlenden zeitlichen und finanziellen Ressourcen. Dabei sei das keine Option, sondern eine klare Verpflichtung: \u00abThemen wie Inklusion m\u00fcssen wir gem\u00e4ss der <a href=\"https:\/\/www.ebgb.admin.ch\/de\/uebereinkommen-der-uno-ueber-die-rechte-von-menschen-mit-behinderungen\">UN-Behindertenrechtskonvention<\/a> Bedeutung und Aufmerksamkeit schenken.\u00bb Fachpersonen brauchen deshalb Raum und Zeit f\u00fcr gemeinsame Reflexion \u2013 im Team, in Supervisionen, in Weiterbildungen, etwa zu leichter Sprache. Das sind keine Extras, sondern strukturelle Notwendigkeiten. Auch die Teamzusammensetzung spielt eine Rolle: Mehr Diversit\u00e4t, einschliesslich Fachpersonen mit eigenen Inklusionserfahrungen, bringt breitere Perspektiven in die t\u00e4gliche Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Konkrete Ans\u00e4tze f\u00fcr den Alltag<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Was bedeutet Inklusion im Arbeitsalltag ganz konkret? Leichte Sprache \u00f6ffnet T\u00fcren \u2013 in der schriftlichen Kommunikation genauso wie im direkten Gespr\u00e4ch. Das Prinzip des Zur\u00fcckstehens meint: Nicht zu fr\u00fch eingreifen, den Jugendlichen zutrauen, selbst L\u00f6sungen zu finden. So entstehen inklusive Dynamiken aus der Gruppe heraus. Das Normalisierungsprinzip erg\u00e4nzt diesen Ansatz: Es geht nicht darum, Sonderangebote f\u00fcr Menschen mit Behinderungen zu schaffen, sondern bestehende Angebote so zu gestalten, dass alle gleichberechtigt teilhaben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pionierarbeit ist gefragt<\/h2>\n\n\n\n<p>Bauliche Barrieren, knappe Ressourcen und fehlendes Wissen in der Ausbildung sind reale Hindernisse. Doch die Bachelorarbeit von Melea Graber zeigt: Die Offene Kinder- und Jugendarbeit hat das Fundament. Was es jetzt braucht, sind mutige Schritte. Ihr Appell an alle Fachpersonen ist klar: \u00abMit Mut einen Schritt wagen, ein inklusives Pilotprojekt initiieren und damit Erfahrungswerte sammeln. Denn ohne Vorbildprojekte werden wir noch lange brauchen, bis Inklusion in der allt\u00e4glichen Realit\u00e4t der OKJA und der Gesellschaft ankommt.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Von Roger Ettlin<br>Bild: Adobe Stock<br>Ver\u00f6ffentlicht: 19. Mai 2026<\/p>\n\n\n<div class=\"blue-box\">\n\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"col-md-12\">\n\t\t\t<p><strong>Studierende beantworten deine Fragen zum Studium<\/strong><\/p>\n<p>Wenn du noch Fragen hast, melde dich einfach bei unseren Studierenden Bastien und Cyra per WhatsApp:\u00a0<strong>079 620 88 25<\/strong>. Sie beantworten deine Fragen. Schreibe einfach\u00a0<strong>\u00abStart Newsletter\u00bb<\/strong>\u00a0und leg los!<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigsten Fragen zum Studium hat die VESTA f\u00fcr dich hier zusammengestellt und beantwortet:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vesta-hslu.ch\/faq\">FAQ zum Studium<\/a>.<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"blue-box\">\n\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"col-md-12\">\n\t\t\t<p><strong><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/studium\/bachelor\/\">Studium Soziale Arbeit an der HSLU<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Inklusion beginnt mit der richtigen Ausbildung. Wie Melea Graber zeigt, braucht eine inklusive Praxis Fachpersonen, die reflektieren, hinterfragen und gestalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Studium Soziale Arbeit an der HSLU lernst du genau das: Menschen in allen Lebenslagen zu begleiten, verschiedene Perspektiven einzunehmen und aktiv zur Teilhabe aller beizutragen. Ein werteorientiertes Studium \u2013 f\u00fcr alle, die gesellschaftlichen Wandel nicht nur denken, sondern leben wollen.<\/p>\n<p><strong>Jetzt informieren und bewerben: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/studium\/bachelor\/\">hslu.ch\/soziale-arbeit<\/a><\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ein Ort sein, an dem junge Menschen mit und ohne Behinderungen selbstverst\u00e4ndlich zusammen sind? Melea Graber hat diese Frage in ihrer Bachelorarbeit untersucht und kommt zu einem klaren Befund: Das Potenzial ist da, aber es wird kaum genutzt.<\/p>\n","protected":false},"author":152,"featured_media":13482,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"1936,1896,7073,1845,5132,6319","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[11,13,7],"tags":[96,335,253,145,403],"class_list":["post-13472","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-behinderung-lebensqualitaet","category-erziehung-bildung-betreuung","category-ausbildung","tag-bachelor-in-sozialer-arbeit","tag-bachelorarbeit","tag-behinderung-und-lebensqualitaet","tag-jugendarbeit","tag-kinder-und-jugendarbeit"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Alle willkommen? 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