{"id":4670,"date":"2022-11-09T08:18:23","date_gmt":"2022-11-09T07:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/hub.hslu.ch\/soziale-arbeit\/?p=4670"},"modified":"2026-02-11T14:54:04","modified_gmt":"2026-02-11T13:54:04","slug":"fachkraeftemangel-sind-aeltere-mitarbeitende-die-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hub.hslu.ch\/soziale-arbeit\/fachkraeftemangel-sind-aeltere-mitarbeitende-die-loesung\/","title":{"rendered":"Fachkr\u00e4ftemangel: Sind \u00e4ltere Mitarbeitende die L\u00f6sung?"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>In den n\u00e4chsten zehn Jahren erreichen mehr als eine Million gut ausgebildete \u00abBabyboomer\u00bb das Pensionsalter. Die seit Jahren tiefe Geburtenrate versch\u00e4rft das Problem: Mehr \u00e4ltere Personen verlassen den Arbeitsmarkt als junge Menschen nachr\u00fccken. Von dieser Entwicklung ist der Sozial- und Gesundheitsbereich ganz besonders betroffen. Dort herrscht bereits jetzt ein akuter Fachkr\u00e4ftemangel. Sozial- und Gesundheitsorganisationen m\u00fcssen deshalb um ein immer kleiner werdendes Angebot von Fachkr\u00e4ften buhlen. Doch nicht genug der d\u00fcsteren Prognosen: Durch den deutlichen Zuwachs von Pensionierten wird der Bedarf nach Gesundheits- und Sozialleistungen weiter steigen. Was wiederum mehr Personal notwendig macht.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00f6sungsans\u00e4tze wie die Erh\u00f6hung des Rentenalters stehen der Tatsache gegen\u00fcber, dass viele Fachpersonen bereits deutlich vor der Pensionierung freiwillig aus dem Arbeitsmarkt austreten. Mehr als 25 Prozent der \u00fcber 50-J\u00e4hrigen treten zwei Jahre und 35 Prozent ein Jahr vor dem Rentenalter in den Ruhestand.<sup>[1]<\/sup>&nbsp;Die Statistiken best\u00e4tigen, dass Unternehmen bei Neuanstellungen j\u00fcngere Personen bevorzugen. \u00c4ltere sind zwar im Vergleich zu J\u00fcngeren weniger vor einem Stellenverlust betroffen. Aber einmal in der Arbeitslosigkeit haben sie es schwerer, wieder Arbeit zu finden. Die Gr\u00fcnde sind schnell gefunden: zu teuer, zu unflexibel, weniger lernbereit und ein Bildungsstand von anno dazumal. Doch sind diese Vorbehalte gegen\u00fcber \u00e4lteren Fachkr\u00e4ften gerechtfertigt?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/studienprogramm\/cas\/strategien-und-ressourcen-managen\/\" style=\"background:linear-gradient(135deg,rgb(235,90,121) 0%,rgb(235,90,121) 100%)\"><strong>CAS Strategien und Ressourcen managen im Sozial- und Gesundheitsbereich<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Potenzial ungenutzt: Vorurteile gegen\u00fcber \u00c4lteren verhindern l\u00e4ngere Besch\u00e4ftigung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>\u00c4ltere Mitarbeitende sollen im Vergleich zur j\u00fcngeren Belegschaft \u00fcber eine geringere Leistungsf\u00e4higkeit, eine tiefere Lernbereitschaft oder eine verminderte Anpassungsf\u00e4higkeit verf\u00fcgen. Diverse Studien widerlegen einen direkten Zusammenhang zwischen Leistungsf\u00e4higkeit von Mitarbeitenden und Alter. Zwar wird die Erfahrung \u00e4lterer Mitarbeitenden oftmals gelobt und alterslimitierende Jobanzeigen sind inzwischen verschwunden. Trotzdem nehmen in der Schweiz rund 60 Prozent der Mitarbeitenden negative Vorurteile gegen\u00fcber \u00e4lteren Besch\u00e4ftigten wahr.<sup>[2]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die empirische Abschlussarbeit von Denise B\u00fcrkler zeigt, dass sich \u00fcber 60 Prozent der Befragten \u00fcber 50 in der Lage s\u00e4hen, ihre Arbeit auch nach der Pensionierung kompetent weiterzuf\u00fchren. Weshalb wird dieses riesige Potenzial nicht genutzt?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine negative Alterskultur verhindert, dass vorhandene F\u00e4higkeiten von \u00e4lteren Mitarbeitenden sowohl von ihnen selbst als auch von den F\u00fchrungspersonen erkannt werden. Solche Vorurteile im Arbeitsumfeld wirken demotivierend: zu alt f\u00fcr einen Jobwechsel \u2013 zu jung f\u00fcr eine Fr\u00fchpension. Motivation spielt eine wesentliche Rolle bei der Bereitschaft bis zum und \u00fcber das Pensionsalter hinaus erwerbst\u00e4tig zu bleiben. Eine negative Alterskultur in Unternehmen und Organisationen f\u00fchrt zu Fehleinsch\u00e4tzungen und ist dadurch h\u00f6chst unwirtschaftlich. Solche Muster zu durchbrechen und eine alterssensitive Unternehmenskultur zu entwickeln, ist eine zunehmend bedeutsame Managementaufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Krux dabei ist, dass negative Einstellungen und Vorurteile \u00fcber das Alter meistens unbewusst in der t\u00e4glichen Zusammenarbeit und Kommunikation &nbsp;auftreten. Meinungen und Vorstellungen \u00fcber \u00e4ltere Menschen beeinflussen sowohl das Verhalten wie auch die Entscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was kann getan werden?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Denise B\u00fcrklers empirische Untersuchung zeigt eindr\u00fccklich die Bedeutung einer alterssensitiven Unternehmenskultur. Nur wenn die F\u00fchrungskr\u00e4fte gerade in der Sozialwirtschaft in der Lage sind, dieses Potenzial zu w\u00fcrdigen und zu f\u00f6rdern, kann es zum Tragen kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der empirischen Studie wurden folgende Erfolgsfaktoren zur \u00dcberwindung von Altersstereotypen identifiziert:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Mechanismen und Auswirkungen von Altersstereotypen erkennen und vermeiden.<\/li>\n\n\n\n<li>Alter(n)sgerechte Arbeitswelten gestalten&nbsp;(z.B. altersgemischte Arbeitsgruppen).<\/li>\n\n\n\n<li>Br\u00fccken zwischen den Generationen bauen&nbsp;(z.B. internes Coaching durch \u00c4ltere).<\/li>\n\n\n\n<li>Die Zusammenh\u00e4nge von Motiv, Motivation und Leistungsf\u00e4higkeit verstehen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Sensibilisierung des Managements f\u00fcr diese Themen ist ein wichtiger Entwicklungsprozess. Impulse in diese Richtung sollten bereits in der Aus- und Weiterbildung der F\u00fchrungskr\u00e4fte erfolgen. Es reicht nicht, \u00e4ltere Arbeitnehmende mit Einzelmassnahmen und -entscheidungen zu f\u00f6rdern. Unternehmungen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft m\u00fcssen sich entsprechende Werte \u00fcber eine Organisationsentwicklung erarbeiten, damit diese kulturell tragf\u00e4hig und nachhaltig werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Marc Zimmermann und Denise B\u00fcrkler<br>Ver\u00f6ffentlicht: 9. November 2022<\/p>\n\n\n\n<div style=\"background-color:#f2f2f2;color:#32373c\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-profile-box square gb-has-avatar gb-font-size-18 gb-block-profile gb-profile-columns\"><div class=\"gb-profile-column gb-profile-avatar-wrap\"><div class=\"gb-profile-image-wrap\"><figure class=\"gb-profile-image-square\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"174\" height=\"183\" class=\"gb-profile-avatar wp-image-4672\" src=\"https:\/\/hub.hslu.ch\/soziale-arbeit\/wp-content\/uploads\/sites\/23\/2022\/11\/Marc-Zimmermann-HSLU.jpg\" alt=\"Marc Zimmermann HSLU\" \/><\/figure><\/div><\/div><div class=\"gb-profile-column gb-profile-content-wrap\"><h2 class=\"gb-profile-name\" style=\"color:#32373c\">Prof. Dr. Marc Zimmermann<\/h2><p class=\"gb-profile-title\" style=\"color:#32373c\"><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/hochschule-luzern\/ueber-uns\/personensuche\/profile\/?pid=4053\">Marc Zimmermann<\/a> ist als Dozent und Projektleiter der Hochschule Luzern \u2013 Soziale Arbeit in der Ausbildung, Weiterbildung und Forschung t\u00e4tig. Er leitet unter anderem das <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/studienprogramm\/mas\/management-im-sozial-und-gesundheitsbereich\/\">MAS Management im Sozial- und Gesundheitsbereich<\/a>.<\/p><div class=\"gb-profile-text\"><\/div><ul class=\"gb-social-links\"><\/ul><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"background-color:#f2f2f2;color:#32373c\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-profile-box square gb-font-size-18 gb-block-profile gb-profile-columns\"><div class=\"gb-profile-column gb-profile-content-wrap\"><h2 class=\"gb-profile-name\" style=\"color:#32373c\">Denise B\u00fcrkler<\/h2><p class=\"gb-profile-title\" style=\"color:#32373c\">Denise B\u00fcrkler ist mit ihrem Unternehmen <a href=\"https:\/\/dbdynamica.ch\/\">dB Dynamica<\/a> als selbst\u00e4ndige Beraterin f\u00fcr Fragen zu Alter, Arbeit, Gesundheit und Soziales t\u00e4tig. Sie hat das <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/studienprogramm\/mas\/management-im-sozial-und-gesundheitsbereich\/\">MAS Management im Sozial- und Gesundheitsbereich<\/a> erfolgreich absolviert.<\/p><div class=\"gb-profile-text\"><\/div><ul class=\"gb-social-links\"><\/ul><\/div><\/div>\n\n\n<div class=\"blue-box\">\n\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"col-md-12\">\n\t\t\t<p><strong><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/studienprogramm\/cas\/sich-und-mitarbeitende-fuehren\/\">CAS Sich und Mitarbeitende f\u00fchren im Sozial- und Gesundheitsbereich<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie f\u00fchre ich mich und meine Mitarbeitende? <\/strong>Gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich sind Werteorientierung und die Pflege einer Zusammenarbeitskultur von hoher Bedeutung. Mitarbeitende sind die wertvollste Ressource dieser Organisationen. In diesem CAS-Programm entwickeln die Teilnehmenden ihre Kompetenzen als F\u00fchrungskraft weiter und machen sich fit f\u00fcr anspruchsvolle Leitungsaufgaben.<\/p>\n<p><strong>Anmeldung:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/studienprogramm\/cas\/sich-und-mitarbeitende-fuehren\/\">Online anmelden<\/a><\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"blue-box\">\n\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"col-md-12\">\n\t\t\t<p>Wir bieten weitere \u00a0<strong><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/themen\/sozialmanagement-sozialpolitik-und-generationen\/\">Weiterbildung<\/a><\/strong>\u00a0an im F\u00fchrungs- und Management Bereich im Kontext des Sozial- und Gesundheitsbereich:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/studienprogramm\/cas\/strategien-und-ressourcen-managen\/\">CAS Strategien und Ressourcen managen<\/a>: Betriebswirtschaft und strategisches Management f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/soziale-arbeit\/weiterbildung\/studienprogramm\/cas\/organisation-und-kultur-entwickeln\/\">CAS Organisation und Kultur entwickeln<\/a> Ver\u00e4nderungsmanagement und Sinnorientierung f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"blue-box\">\n\t<div class=\"row\">\n\t\t<div class=\"col-md-12\">\n\t\t\t<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p><sup>[1]<\/sup>\u00a0Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS), Sektion Arbeit und Erwerbsleben (2018 \u2013 2020). T 03.02.01.07.03.02\u00a0.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --> <!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>[2]<\/sup>\u00a0Schweizer HR-Barometer 2020 der Universit\u00e4ten Luzern und Z\u00fcrich und der ETH Z\u00fcrich .<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --> <!-- wp:separator --><\/p>\n<p>B\u00fcrkler, Denise (2022): Alterssensitive F\u00fchrung, Altersstereotypen in Unternehmen erkennen und vermeiden. Master-Arbeit aus dem MAS Management im Sozial- und Gesundheitsbereich, Hochschule Luzern \u2013 Soziale Arbeit<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fachkr\u00e4ftemangel macht auch vor der Sozialen Arbeit nicht Halt. Die Abschlussarbeit von Denise B\u00fcrkler im MAS Management im Sozial- und Gesundheitsbereich zeigt auf, dass \u00e4ltere Mitarbeitende durchaus l\u00e4nger arbeiten w\u00fcrden. 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