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Ein CAS für die Gebäudehülle der Zukunft

Anfang 2027 startet an der Hochschule Luzern das neue CAS Fassaden entwerfen und konstruieren. Programmleiter Thomas Stöckli erklärt, weshalb es diese Weiterbildung braucht und was sie einzigartig macht.

Ein CAS für die Gebäudehülle der Zukunft

Warum braucht es eine Weiterbildung im Fassadenentwurf und in der Fassadenkonstruktion?

Fassaden sind das Gesicht unserer Städte und Dörfer. Sie erzählen Geschichte, spiegeln gesellschaftliche Werte und zeigen, wie wir künftig bauen und leben wollen. Gleichzeitig gehören sie zu den komplexesten Bauteilen eines Gebäudes: Sie müssen gestalterische, technische, klimatische und wirtschaftliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Gefragt sind Fachpersonen, die diese Aspekte ganzheitlich verstehen und die zunehmende Komplexität beherrschen.

Was zeichnet die Gebäudehülle der Zukunft aus?

Mit gebäudeintegrierter Photovoltaik (BIPV) wird die Fassade der Zukunft zunehmend zum Energieproduzenten. Zukünftige Gebäude werden, unter anderem, innovative Fassaden, Verschattungssysteme und Solarmodule aufweisen. Dank parametrischer Planung, BIM und integrierter Sensorik können Gebäudehüllen bereits heute präzise auf Standort und Nutzung abgestimmt werden. So entstehen adaptive Fassaden, die Energie- und Ressourcenverbrauch laufend optimieren. Die Gebäudehülle ist heute weit mehr als Witterungsschutz. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zu Energieeffizienz, Klimaschutz und Nutzerkomfort.

Gebäudehüllen müssen heute energieeffizient, klimafit, kreislauffähig und wirtschaftlich geplant werden. Entsprechend sind Fachpersonen gefragt, die technische, gestalterische und ökologische Aspekte integrativ denken können.

Wie entwickelt sich die Branche aktuell?

Die Branche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Digitale Planungsmethoden wie BIM, der Einsatz von KI, neue Produktionsverfahren und global verfügbare Materialien verändern Planungs- und Bauprozesse grundlegend. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz deutlich. Gebäudehüllen sollen energieeffizient, klimatauglich und kreislauffähig sein – oft unter zunehmendem Kostendruck. Diese Entwicklungen führen zu neuen Rollenprofilen und erhöhen den Bedarf an interdisziplinär denkenden Fachpersonen.

Was ist der Mehrwert für Teilnehmende des CAS?

Die Teilnehmenden erwerben ein fundiertes und praxisnahes Verständnis für das Zusammenspiel von Entwurf, Konstruktion, Materialität und Ressourceneffizienz. Der Unterricht verbindet Theorie und Praxis gezielt: Laborversuche, Fallstudien, Firmenbesuche und interdisziplinäre Teamarbeit machen die Inhalte unmittelbar erlebbar. Zusätzlich erwerben die Absolventinnen und Absolventen einen international anerkannten CAS-Abschluss auf Hochschulniveau, der sich deutlich von klassischen Weiterbildungen abhebt.

Dies ist aktuell das einzige Weiterbildungsprogramm, das als CAS angeboten wird und technische, gestalterische, nachhaltige und wirtschaftliche Aspekte vereint.

Was macht das neue Angebot besonders?

Das CAS ist in der Schweiz einzigartig, da es technische, gestalterische, nachhaltige und wirtschaftliche Aspekte in einem Hochschulprogramm vereint.

Ein zentrales Merkmal ist die bewusst interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmenden aus Architektur und technischen Fachbereichen. Diese bildet die Realität der Baupraxis ab und fördert den Austausch mit unterschiedlichen Perspektiven. Die Kombination aus Theorie, Laborarbeit, Praxisbeispielen und Einblicken in Unternehmen macht das Programm anwendungsnah und innovativ.

An wen richtet sich das Angebot?

Das Programm richtet sich an Fachpersonen aus Architektur, Bauingenieurwesen und verwandten Disziplinen sowie an Berufsleute mit entsprechender Praxiserfahrung.

Wo findet die Weiterbildung statt und wie praxisnah ist sie aufgebaut?

Die Weiterbildung findet in Horw an der Hochschule Luzern statt und nutzt deren Infrastruktur: Neben theoretischen Einheiten arbeiten die Teilnehmenden in modernen Laboren, beispielsweise zu Themen wie Licht oder Glas im Fassadenbau. Dort werden Materialverhalten, konstruktive Prinzipien und bauphysikalische Zusammenhänge direkt erfahrbar. Ergänzt wird das Programm durch Exkursionen zu spezialisierten Unternehmen der Fassadenbranche.

Die Vielfalt an Perspektiven unter den Teilnehmenden – vom Entwurf über Konstruktion bis hin zu Nachhaltigkeit und Innovation – schafft ein lebendiges und inspirierendes Lernumfeld.

Worauf freuen Sie sich persönlich als Programmleiter?

Der Weg ist das Ziel: Ich freue mich besonders darauf, gemeinsam mit den Teilnehmenden in die faszinierende Welt der Gebäudehülle einzutauchen und den Austausch zwischen Architektur und Technik aktiv zu fördern. Die Vielfalt an Perspektiven – vom Entwurf über Konstruktion bis hin zu Nachhaltigkeit und Innovation – schafft ein lebendiges und inspirierendes Lernumfeld.

Hier gibt’s mehr Infos zur neuen Weiterbildung:

CAS Fassaden entwerfen und konstruieren
Start: Januar 2027

Online-Infoveranstaltung am 1. September 2026 ->Hier anmelden!

Thomas Stöckli ist Bauingenieur HTL und verfügt über Weiterbildungen unter anderem in Betriebswirtschaft (MAS) sowie in Kommunikation und Mediation. Er leitet das CAS Fassaden entwerfen und konstruieren an der HSLU T&A.

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