Baukultur und Bauen im Bestand,
Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz,
Lucerna abbraccia il Ticino: Im Rahmen des CAS Schweizer Gebäudelabel – SNBS und Minergie (-ECO) für Hochbau und Areale reisten die Teilnehmenden ins Tessin. Dort erlebten sie aus erster Hand, wie Gebäude bereits heute mit den klimatischen Bedingungen umgehen, die in der Deutschschweiz künftig zur Normalität werden.
Die Sommer in der Deutschschweiz werden zunehmend heisser. Längere Hitzeperioden, mehr Tropennächte und intensivere Sonneneinstrahlung stellen Gebäude und ihre Nutzerinnen und Nutzer vor neue Herausforderungen. Was heute vielerorts noch als Ausnahme gilt, dürfte in den kommenden Jahrzehnten zum Normalfall werden.
Das Tessin lebt bereits seit Jahren mit diesen klimatischen Bedingungen. Deshalb bietet die Sonnenstube der Schweiz den idealen Lernort: Viele dort realisierte Gebäude zeigten, wie sich Wohn- und Arbeitsräume auch bei hohen Temperaturen komfortabel, energieeffizient und nachhaltig gestalten lassen.
Die Exkursion war Bestandteil des CAS Schweizer Gebäudelabel – SNBS und Minergie(-ECO) für Hochbau und Areale, in dem der Klimawandel einen zentralen Schwerpunkt bildete. Vor Ort wurde sichtbar, wie klimaangepasstes Bauen bereits heute erfolgreich umgesetzt wird.
Während der dreitägigen Exkursion besuchten die Teilnehmenden mehrere zertifizierte Gebäude, deren Planung konsequent auf die Anforderungen des Klimawandels ausgerichtet worden war. Schweizer Gebäudelabel wie SNBS und Minergie bewerteten dabei insbesondere zwei zentrale Aspekte:
Dabei wurde deutlich, dass der sommerliche Wärmeschutz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gebäude müssen künftig nicht nur im Winter energieeffizient sein, sondern auch während immer häufiger auftretender Hitzewellen ohne hohen Energieeinsatz angenehme Innenraumtemperaturen gewährleisten.
«Das dafür erforderliche Wissen ist für zeitgemässe Baufachleute unverzichtbar, wird in der Praxis aber noch zu wenig vermittelt. Die Besichtigung inspirierender Beispiele in angenehmer Tessiner Atmosphäre hilft, diese Wissenslücken zu schliessen», sagte Programmleiter Gianrico Settembrini.
Am ersten Exkursionstag besuchten die Teilnehmenden zwei Gebäude im Raum Lugano, die sich durch ihren innovativen Umgang mit Solarenergie auszeichneten. Gemeinsam mit Fachpersonen aus Architektur, Bauphysik, Gebäudetechnik, Bauingenieurwesen sowie der Zertifizierungsstelle TicinoEnergia diskutierten sie die planerischen Konzepte und deren Umsetzung.
Dabei zeigte sich, dass Solarenergie weit mehr bedeutet als Stromproduktion. Sie beeinflusst ebenso den sommerlichen Wärmeschutz, den Energieverbrauch und den thermischen Komfort eines Gebäudes.

Der zweite Tag führte die Teilnehmenden an die Partnerhochschule SUPSI (Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana) in Mendrisio. In den modernen Laboren erlebten sie praxisnah, wie Photovoltaikmodule mit einer sogenannten «Hagel-Pistole» auf ihre Widerstandsfähigkeit getestet wurden. Solche Prüfverfahren gewinnen an Bedeutung, da Extremwetterereignisse wie Hagel im Zuge des Klimawandels häufiger und intensiver auftreten.
Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Forschung zu innovativen Recyclingmaterialien. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs und der CO₂-Emissionen im Bauwesen.


Am dritten Exkursionstag standen nachwachsende Baustoffe und nachhaltige Sanierungen im Mittelpunkt. Mit dem SNBS-zertifizierten Scudo di Stabio besichtigten die Teilnehmenden ein Gebäude, das Kork als innovative Fassadenverkleidung mit einer Photovoltaikanlage kombinierte. Das Projekt zeigte eindrücklich, wie natürliche Materialien, Energieproduktion und architektonische Qualität zusammenwirken können.

Den Abschluss bildete die Besichtigung einer laufenden Sanierung eines denkmalgeschützten Wohngebäudes, das unter Einhaltung anspruchsvoller Minergie-Vorgaben modernisiert wurde. Vielleicht können die Teilnehmenden des nächsten CAS das fertiggestellte Projekt bereits besichtigen.
Die Exkursion verdeutlichte, dass sich die Anforderungen an Gebäude aufgrund des Klimawandels grundlegend verändern. Angesichts der zunehmenden Sommerhitze in der Deutschschweiz wird klimaangepasstes Planen und Bauen zu einer Schlüsselkompetenz für Architektinnen, Ingenieure und weitere Baufachleute.
Das CAS Schweizer Gebäudelabel – SNBS und Minergie(-ECO) für Hochbau und Areale verbindet aktuelles Fachwissen mit praktischen Beispielen und fördert den interdisziplinären Austausch.
Hier gibt’s mehr Infos zum CAS:
Schweizer Gebäudelabel – SNBS und Minergie(-ECO) für Hochbau und Areale
Start: 16. Februar 2027
Online-Infoveranstaltung am 1. September 2026 ->Hier anmelden!

Programmleiter CAS Schweizer Gebäudelabel
Hochschule Luzern – Technik & Architektur
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