Hochschulsport Campus Luzern: Kopf aus, Energie an
Nach einem langen Tag an der Hochschule braucht es manchmal keinen vierten Kaffee. Oft reicht eine Stunde Bewegung, um den Kopf zu lüften und neue Energie zu tanken. Genau dafür gibt es den Hochschulsport Campus Luzern.
Ob Pump, Yoga, Volleyball, Biken, Rudern, Hyrox, Fitnessraum oder Langlauf: Das Angebot ist gross, vielseitig und offen für Studierende, Alumni und Mitarbeitende.
Wie alles angefangen hat
Patrick Udvardi, Leiter Hochschulsport Campus Luzern, kennt den Hochschulsport seit vielen Jahren. Schon während seines Studiums an der ETH Zürich kam er damit in Berührung und arbeitete später selbst im Hochschulsport Zürich.
Als in Luzern die Universität gegründet wurde und Sport im Hochschulumfeld stärker zum Thema wurde, brachte er eine Idee ein:
«Wir hatten die Idee, für die Campusinstitutionen von Luzern ein Pilotprojekt zu machen. Das war der Hochschulsport.»
Patrick Udvardi, Leiter Hochschulsport Campus Luzern
2001 startete der Hochschulsport Campus Luzern mit zehn Angeboten. Heute gehören über 90 Sportarten sowie zahlreiche Trainings, Kurse und Camps dazu.
Was Patrick an seiner Arbeit besonders mag?
«Die Leute, mit denen ich arbeite, natürlich. Lachende Gesichter zu sehen. Leute zum Sport zu bringen, zum Auszuprobieren. Und auch helfen zu können, wenn es einem nicht so gut geht. Das gehört auch dazu.»
Auch Patrick selbst gibt bis heute Kurse. Früher lief er viele Marathons und begleitete Laufprojekte mit Studierenden. Heute ist er vor allem im Outdoorbereich unterwegs, etwa beim Biken, Wandern, Trekking, Klettern oder auf Skitouren.
Zusammen schwitzen ist irgendwie einfacher
Besonders beliebt sind aktuell Gruppenkurse wie Pump, Spinning, Hyrox oder HIIT.
«Das ist eine Social Gruppe. Man pusht und unterstützt sich gegenseitig.»
Gerade nach einem langen Tag an der Hochschule kann es helfen, wenn andere motivieren oder einfach genauso dabei sind. In der Gruppe wirkt der nächste Satz oft machbarer, vor allem wenn nebenan jemand genauso fertig aussieht und trotzdem weitermacht.
Und wer lieber für sich trainiert, findet genauso seinen Platz.
«Und trotzdem darfst du dich individuell ausleben. Du kannst mit Kopfhörern in den Kraftraum gehen. Da hast du keinen Stress, nichts.»
Beim Hochschulsport müsst ihr also nicht zwingend Smalltalk zwischen zwei Sätzen machen. Ihr dürft auch einfach trainieren, Kopfhörer rein, Kopf aus.
Was man beim Hochschulsport alles ausprobieren kann
Neben Klassikern wie Volleyball, Schwimmen, Pilates, Unihockey oder Fitness gibt es auch Angebote, die ihr vielleicht nicht sofort erwartet. Rudern, Segeln, OL, Trailrunning, Bouldern, Afro Dance oder Langlauflager gehören ebenfalls dazu.
Der Kurs, der Patrick in den letzten Jahren besonders in Erinnerung geblieben ist? Ganz klar der indischer Tanzkurs.
«Sie standen voll in der indischen Traditionstracht da. Das war megacool.»
Genau das macht den Hochschulsport aus: Ihr könnt Bekanntes machen, Neues ausprobieren und vielleicht bei etwas landen, das ihr vorher nie auf dem Radar hattet.
Mit 20 noch Anfänger:in sein dürfen
Ein grosser Vorteil des Hochschulsports ist, dass ihr nicht schon alles können müsst.
«Es gibt kaum einen Verband, in dem du mit 20 noch eine Sportart lernen kannst.»
Wer mit 20 neu Volleyball, Badminton oder Klettern ausprobieren möchte, landet im klassischen Verein schnell in einer Welt, in der alle anderen schon seit Jahren wissen, wo sie stehen müssen. Im Hochschulsport ist das anders.
«Du kannst etwas lernen, ausprobieren, Grenzen überschreiten und aus der Komfortzone rausgehen.»
Ihr müsst also weder Marathon laufen noch Fitnessprofis sein, um mitzumachen. Oft reicht schon etwas Neugier oder eine Kollegin, die sagt: «Komm jetzt einfach mit.»
Sport als Ausgleich zum Studium und Arbeitsalltag
Der Hochschulsport richtet sich vor allem an Studierende, aber auch Mitarbeitende und Alumni können teilnehmen. Gerade im Studienalltag sieht Patrick einen grossen Mehrwert.
«Erst mal macht es Spass. Wir stellen fest, es macht Freude. Es löst Glückshormone aus. Es entspannt und gibt eine Abwechslung im Studienalltag, im Arbeitsalltag. Und es bringt die Leute zusammen. Das wiederum gibt Lacher, neue Begegnungen und Energie.»
Was im Hintergrund passiert
Heute arbeiten 289 Trainingsleitende für den Hochschulsport Luzern. Viele studieren selbst an einer Hochschule und geben während ihres Studiums Kurse. Andere kommen aus dem Profi-, Outdoor- oder Therapiebereich.
Hinter dem lockeren Campusgefühl steckt allerdings viel Organisation. Das Programm wird mehrmals jährlich angepasst. Was läuft, bleibt. Was weniger gefragt ist, wird ersetzt. Wenn Spinning boomt, braucht es mehr Spinning. Wenn Teamrowing weniger läuft, wird umgeplant.
«Wir sind eigentlich sehr nahe dran, da wir von Semester zu Semester planen.»
Dazu kommt die Infrastruktur. Hallen, Räume, Wasser, Outdoorflächen, Zeiten und Personal müssen zusammenpassen. Erst dann entsteht ein Programm, das im Hochschulalltag auch wirklich funktioniert.
Warum sich Reinschauen lohnt
«Ich glaube, du gehst nach einer Lektion mit sehr viel mehr Energie und Freude zurück in den Alltag und hast neue Leute getroffen. Weil zusammen ist man einfach stärker und das erlebst du bei uns.»
Mehr braucht es manchmal gar nicht, um es einfach mal zu probieren. Ihr bewegt euch, lernt neue Leute kennen, lacht vielleicht kurz über die eigene Koordination und geht danach etwas leichter zurück in den Alltag.
Patricks Tipp:
«Wenn du etwas Neues ausprobieren möchtest, schnuppere einfach rein und schau, wie es ist.»
Also: Schnappt euch eine Kollegin oder einen Kollegen, probiert etwas Neues aus und schaut, was hängen bleibt. Vielleicht ist es ein neuer Lieblingskurs, vielleicht neue Energie oder einfach eine Stunde, in der der Kopf mal Pause hat.