Wie können Gemeinden aktiv zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum beitragen? Dieser Beitrag beleuchtet zentrale Förderansätze und zeigt anhand der Stadt Kriens, wie ein Wohnbaureglement als konkretes Instrument ausgestaltet werden kann.
Spätestens seit dem Jahr 2020 steuert die Schweiz gemäss einer Studie des Bundes auf einen Wohnungsmangel zu. Die Leerwohnungsziffer sinkt kontinuierlich und das Mietpreiswachstum übertrifft deutlich die Inflation und die Entwicklung der Löhne. Von den Entwicklungen betroffen sind alle – besonders aber jene, die auf preisgünstigen* Wohnraum angewiesen sind.
Welche Möglichkeiten haben Gemeinden, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern? Die Hochschule Luzern durfte die Stadt Kriens in den vergangenen Monaten bei der Ausarbeitung geeigneter Massnahmen unterstützen.
*Hinweis:
Es gibt keine juristisch einheitliche Definition des Begriffs der Preisgünstigkeit. Im vorliegenden Artikel wird preisgünstig als «deutlich unter dem Durchschnitt liegender Preis» verstanden.
Auf allen drei Staatsebenen gab es in jüngster Vergangenheit politische Bestrebungen zur Förderung und Schaffung von preisgünstigem Wohnraum. Zahlreiche Gemeinden haben Reglemente mit spezifischen Fördermassnahmen erlassen. Vielerorts lassen sich dafür über Parteigrenzen hinweg Mehrheiten finden. Die «Härte» der Massnahmen in den erlassenen Reglementen variiert dabei je nach Gemeinde sehr stark.
Bei der politischen Ausgestaltung von Massnahmen stellt sich die normative Grundsatzfrage: Wie stark sollen öffentliche Akteure in den Wohnungsmarkt eingreifen? Grundsätzlich lassen sich zwei zentrale Stossrichtungen der Förderung unterscheiden, wobei zu beachten ist, dass diverse Massnahmen eine gesetzliche Grundlage auf kantonaler Ebene erfordern.
Auch in der Stadt Kriens, einer stark wachsenden und dynamischen Gemeinde in der Luzerner Agglomeration, wird (preisgünstiger) Wohnraum zusehends knapper. Als Gegenvorschlag zu einer Gemeindeinitiative hat die Stadt daher ein Wohnbaureglement ausgearbeitet, das aktuell in der zweiten Lesung im Einwohnerrat diskutiert wird. Die Hochschule Luzern durfte die Stadt Kriens bei der Erstellung des entsprechenden Reglements begleiten.
Das Wohnbaureglement der Stadt Kriens ist politisch breit abgestützt. Preisgünstiger Wohnraum soll dabei allen voran aktiv durch die Neuerstellung von gemeinnützigem, also nicht-gewinnorientiertem Wohnraum, gefördert werden. Gemeinnütziger Wohnraum ist nachweislich günstiger als vergleichbarer Wohnraum auf dem freien Markt. Im Laufe der Zeit soll der neu erstellte gemeinnützige Wohnraum durch die über das Prinzip der Kostenmiete «gedeckelten» Mietzinse preisgünstig werden .
Mehr Informationen zu den Förder-Massnahmen von preisgünstigem Wohnraum der Stadt Kriens finden sie unter folgendem Link:
Kriens setzt auf Gegenvorschlag: Mehr bezahlbarer Wohnraum mit neuem Wohnbaureglement – Stadt Kriens
Veröffentlicht am: 06.05.2026
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