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Abkühlung in der Nacht – eine Frage der Technik?

Unsere Nächte werden wärmer und damit die Auskühlung von Innenräumen schwieriger. Die Hochschule Luzern erforscht Lösungen, die insbesondere ältere und vulnerable Menschen schützen sollen. Zum Beispiel mit einer Luft gekühlten Bettdecke.

Abkühlung in der Nacht – eine Frage der Technik?

Die Tropennächte in der Schweiz nehmen zu. Das sind Tage, an denen die minimale Temperatur nicht unter 20°C fällt. Häufig in Folge von Hitzetagen (über 30°C). Solche Tage und Nächte sind ein Gesundheitsrisiko – insbesondere für ältere oder vulnerable Personen.

Hohe Innentemperatur wirken sich auf die Sterblichkeit aus

Die HSLU hat zusammen mit dem Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) im Rahmen des Projektes «ResCool» den Zusammenhang zwischen der Temperatur im Innenraum und der Sterblichkeit untersucht.

Projekthinweis

ResCool: Klimaanpassung von Neu-, Um-, und bestehenden Wohnbauten – effiziente Kühlkonzepte (HSLU, 2021) https://www.aramis.admin.ch/Default?DocumentID=68312&Load=true

Es zeigt sich, dass hohe Innentemperaturen während der Nacht Einfluss auf die Sterblichkeit haben. Die Berechnungen der HSLU und dem Swiss TPH zeigen, dass ab 24°C Auswirkungen sichtbar werden. 

Wenn Fensterlüftung nicht ausreicht

Ein offenes Fenster am Abend

«Die Fensterlüftung ist weiterhin die wichtigste Kühllösung», sagt Markus Koschenz, Professor am Institut für Gebäudetechnik und Energie IGE. Allerdings bringen geöffnete Fenster wenig, wenn die Temperaturdifferenz zwischen innen und aussen gering ist (wie es bei Tropennächten der Fall ist). Das ist besonders kritisch in Gebäuden wie Alters- und Pflegeheimen, wo nachts aus Gründen der Privatsphäre die Türen geschlossen bleiben und keine Querlüftung möglich ist. Single Sided Ventilation heisst das in der Forschung.

Kühlen direkt am Körper 

Eine vielversprechende Lösung ist personalisierte Kühlung. Forschende und Studierende am IGE untersuchen, wie mit Luft direkt am Körper gekühlt werden kann – zum Beispiel mit einer belüfteten Decke. Das hat folgende Vorteile:

  • Es ist physikalisch wirksamer, die Wärme direkt am Körper abzutransportieren als den ganzen Raum zu kühlen. Bei einer Körperoberflächentemperatur von 33°C ist eine Kühlung zum Beispiel mit einer Lufttemperatur um 25°C möglich, was auch in heissen Nächten erreichbar ist.
  • Das Temperaturempfinden ist individuell. Manche brauchen mehr, andere weniger Kühlung. Mit personalisierten Möglichkeiten können diese unterschiedlichen Bedürfnisse einfacher bedient werden.
  • Personalisierte Kühllösungen kosten eher weniger als gebäudetechnische Sanierungen. Davon könnten insbesondere Alters- und Pflegeheime profitieren, die viel Bedarf nach Lösungen, aber wenig finanziellen Spielraum haben.
  • Und noch ein Vorteil könnte von einer belüfteten Bettdecke ausgehen: sie bringt Frischluft direkt zum Gesicht der schlafenden Person.

«Kühlende Textilien verfügen über grosses ökologisches und ökonomisches Potential», findet Markus Koschenz.

Markus Koschenz referiert über Lösungen der Gebäudetechnik gegen Hitze am Abend der Wirtschaft der Hochschule Luzern – Technik & Architektur.

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