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Weiterbildung

Zwischen Geistesblitz und Geschäftsmodell – Wie aus Ideen konkrete Innovationen entstehen

Noëlle Jufer leitet seit drei Monaten das CAS Innovation & Technology Management. Im Interview erklärt sie, warum die Weiterbildung heute besonders wichtig ist, welchen Nutzen sie bietet und welche Schwerpunkte sie setzt.

Zwischen Geistesblitz und Geschäftsmodell – Wie aus Ideen konkrete Innovationen entstehen

Um was geht es im CAS  und was ist der wichtigste Nutzen für Teilnehmende?

Im CAS Innovation & Technology Management lernen Teilnehmende, wie aus Ideen, technologischen Möglichkeiten und Marktbedürfnissen neue Produkte, Services oder Geschäftsmodelle entstehen. Dabei geht es nicht nur um kreative Ideen, sondern vor allem darum, ob ein Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll und umsetzbar ist. Die Teilnehmenden lernen, Innovations- und Technologiefragen strukturiert zu beurteilen: Was ist für das eigene Unternehmen relevant? Wo entsteht echter Mehrwert? Welche Ressourcen werden benötigt? Und wie lässt sich ein Vorhaben realistisch umsetzen?

Damit stärkt das CAS die Fähigkeit, Innovationsentscheidungen nicht aus dem Bauch heraus, sondern strukturiert, wirtschaftlich und umsetzungsorientiert zu treffen.

Unternehmen haben heute nicht zu wenig sondern zu viele Optionen. Das CAS vermittelt, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Warum ist dieses CAS gerade jetzt wichtig?

Viele Unternehmen haben heute nicht zu wenig Ideen, sondern (zu) viele Optionen. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und wirtschaftliche Unsicherheit erhöhen den Entscheidungsdruck.

KI und Digitalisierung zeigen sehr deutlich: Eine neue Technologie allein schafft noch keinen Nutzen. Entscheidend ist, ob sie ein relevantes Problem löst, wirtschaftlich tragfähig ist und sinnvoll in Prozesse, Geschäftsmodelle, Kompetenzen und Entscheidungsstrukturen eingebettet werden kann. Gleichzeitig müssen viele Unternehmen ihre Ressourcen bewusster einsetzen. Das CAS unterstützt dabei, die richtigen Prioritäten zu setzen: Welche technologischen Entwicklungen sind relevant? Welche Ideen haben Potenzial? Wo lohnt es sich, Ressourcen einzusetzen? Und welche Ideen sind zwar interessant, aber für das eigene Unternehmen nicht tragfähig? Das CAS unterstützt Teilnehmende dabei, diese Fragen systematisch zu bearbeiten und mehr Klarheit in komplexe Innovations- und Technologieentscheidungen zu bringen.

Das tönt alles sehr abstrakt und theoretisch. Gibt es Beispiele aus dem Unterricht?

Teilnehmende bringen eine Innovationsidee oder Fragestellung aus ihrem Unternehmen mit – zum Beispiel den Einsatz von KI in einem Prozess oder die Entwicklung eines digitalen Services.

Im Kurs wird diese Idee strukturiert beurteilt: Passt sie zur Unternehmensstrategie? Welches Kunden- oder Prozessproblem wird gelöst? Welche Ressourcen werden benötigt? Ist das Vorhaben wirtschaftlich tragfähig und organisatorisch realistisch umsetzbar? So wird aus einer ersten Idee ein konkreter Innovationsansatz mit klarer Entscheidungsgrundlage für das Management.

Im CAS wird viel gebrainstormt, diskutiert und abgewogen.

Was erarbeiten die Teilnehmenden in der Abschlussarbeit?

Die Abschlussarbeit ist ein Businessplan, der während der gesamten Weiterbildung erarbeitet wird. Darin bündeln die Teilnehmenden die zentralen Aspekte des CAS: Sie entwickeln ihre Innovationsidee unter Einbezug von Markt- und Kundenbedürfnis, Technologieanforderungen, Unternehmensstrategie, Wirtschaftlichkeit und Umsetzung. So entsteht nicht nur eine Prüfungsleistung, sondern ein konkretes Arbeitsresultat. Für die Teilnehmenden wird sichtbar, was sie im Verlauf des CAS erarbeitet haben. Für die Arbeitgebenden kann der Businessplan eine fundierte Entscheidungsgrundlage für ein reales Innovationsvorhaben sein.

Die Abschlussarbeit wird in Pitches vorgestellt.

Innovation wird nicht nur als kreative Ideengenerierung verstanden, sondern als strukturierter Prozess: von der strategischen Einbettung über die Bewertung von Markt, Technologie und Wirtschaftlichkeit bis zur Umsetzung im Unternehmen.

Was hast du als neue Programmleiterin am bestehenden Inhalt angepasst?

Ich habe die Inhalte stärker auf aktuelle Herausforderungen ausgerichtet: Der Fokus liegt auf der Bewertung neuer Technologien, der Priorisierung von Innovationsideen und auf der Frage, wie aus guten Ansätzen umsetzbare Vorhaben entstehen.

Innovation wird damit nicht nur als kreative Ideengenerierung verstanden, sondern als strukturierter Prozess: von der strategischen Einbettung über die Bewertung von Markt, Technologie und Wirtschaftlichkeit bis zur Umsetzung im Unternehmen.

An wen richtet sich das CAS?

Das CAS richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Innovations-, Technologie- oder Transformationsfragen in ihrem Unternehmen aktiv mitgestalten. Dazu gehören Personen aus Produktentwicklung, Business Development, Operations, Projektmanagement, Strategie oder Unternehmensentwicklung. Besonders angesprochen sind Personen, die an der Schnittstelle zwischen Technologie, Markt, Organisation und Wirtschaftlichkeit arbeiten. Genau dort entstehen heute viele zentrale Innovationsentscheidungen.

CAS-Absolventen:innnen haben die Möglichkeit, die Weiterbildung zum MAS Wirtschaftsingenieurwesen zu erweitern. Wem empfiehlst du dies und wie grenzt sich das CAS vom MAS ab?

Das CAS ist ideal für Personen, die gezielt Innovations- und Technologiefragen in ihrem Unternehmen bearbeiten möchten. Es stärkt die Fähigkeit, neue Ideen und technologische Entwicklungen einzuordnen, zu priorisieren und in umsetzbare Vorhaben zu überführen. Den MAS Wirtschaftsingenieurwesen sehe ich für Personen, die sich längerfristig an der Schnittstelle von Technik, Wirtschaft und Management positionieren und mehr Verantwortung in Führungs-, Projekt- oder Transformationsrollen übernehmen möchten.

Was bringst du als neue Programmleiterin mit?

Ich bringe eine Kombination aus wissenschaftlicher, wirtschaftlicher, beratender und praxisorientierter Perspektive mit. Mein akademischer Hintergrund verbindet Technologie, Management und Wirtschaft. Meine Promotion an der ETH Zürich hatte einen starken Bezug zu Digitalisierung, Industrie 4.0, Produktentwicklung in der frühen Phase, Variantenvielfalt und Mass Customization. Danach war ich viele Jahre in der Beratung tätig, insbesondere in Operations Management, Prozessverbesserung, Risikomanagement und Business Continuity. Für das CAS ist genau diese Verbindung wichtig: wissenschaftlich fundiert, aber immer mit Blick auf die praktische, wirtschaftliche und strategisch relevante Umsetzbarkeit in Unternehmen.

Was motiviert dich?

Mich motiviert die Möglichkeit, Unternehmen und Fachkräfte bei wichtigen Zukunftsfragen zu unterstützen. Innovation und Technologie bringen viele Chancen, aber auch Unsicherheit. Deshalb ist es wichtig, komplexe Themen verständlich und umsetzbar zu machen. Besonders wertvoll ist für mich der Austausch mit den Teilnehmenden und die gemeinsame Weiterentwicklung des CAS.

Vielen Dank und viel Erfolg!

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