Master im Handball, Bachelor an der HSLU – On startet ins nächste Kapitel
Mit 25 Jahren beginnt für On Langenick ein neues Kapitel: Der Hochdorfer Spitzenhandballer beendet seine Profikarriere beim HC Kriens-Luzern – studiert aber weiterhin Business Administration an der HSLU. Wie sich Sport und Studium vereinbaren lassen, was ihn an Unternehmertum und Immobilien begeistert und worauf er sich freut, erzählt er im folgenden Interview.
On, herzliche Gratulation zum Meistertitel – und damit zu einem ganz besonderen Abschluss deiner Profikarriere! Die letzten Wochen und Monate waren bestimmt intensiv. Nimm uns mit: Wie hast du diese Zeit erlebt?
Ja, definitiv – da war wirklich alles dabei. Die letzten Wochen der Meisterschaft waren von viel Druck und Anspannung geprägt. Danach kamen die riesigen Glücksgefühle mit dem Meistertitel und natürlich auch die eine oder andere Feier dazu. Parallel lief aber das Daily Business mit unserem Start-up FRIZZli weiter, und gleichzeitig standen noch die Prüfungen an der HSLU an, die ich ebenfalls erfolgreich abschliessen wollte.
Es war also eine ziemlich intensive Zeit – aber zum Glück sind das alles Dinge, die ich richtig gerne mache. Dann bringt man auch viel unter einen Hut und hat trotz des vollen Programms Spass dabei.
Was ist FRIZZli?
Unterstützt durch SmartUp, das Startup-Förderprogramm der Hochschule Luzern, hat On mit seinen Freunden ein Getränk entwickelt, das genau das ist, was ihnen selbst bisher gefehlt hat.
Du hast dich entschieden, deinen Vertrag beim HC Kriens-Luzern nicht zu verlängern und deine Profikarriere zu beenden. Inwiefern hat dein Studium diese Entscheidung beeinflusst?
Das war definitiv kein einfacher Entscheid. Ich habe ihn über mehrere Monate mit mir herumgetragen und wirklich reifen lassen. Heute fühlt er sich aber nach wie vor richtig an. Natürlich vermisse ich die Jungs, die Garderobe und den Alltag im Team. Gleichzeitig merke ich erst jetzt, wie viel Zeit plötzlich frei wird – und wie stark der Alltag als Profisportler eigentlich durchgetaktet war.
Das Studium hatte sicher einen Einfluss auf meinen Entscheid. Diesen Ausgleich zwischen Sport und Studium mochte ich schon immer sehr. Das Studium hat zudem neue Interessen geweckt und bestehende bestätigt: einerseits das Unternehmertum, das ich mit FRIZZli ausleben kann, andererseits meine grosse Leidenschaft für die Immobilienwelt.
Dadurch haben sich neue Perspektiven und Möglichkeiten ergeben, auf die ich mittlerweile richtig Lust bekommen habe.
Das Studium hat zudem neue Interessen geweckt und bestehende bestätigt: einerseits das Unternehmertum, das ich mit FRIZZli ausleben kann, andererseits meine grosse Leidenschaft für die Immobilienwelt.
On Langenick
Wie herausfordernd war es, diese beiden Welten – Spitzensport und Wirtschaftsstudium – miteinander zu verbinden? Und was hast du dabei über dich selbst gelernt?
Natürlich gab es Phasen, in denen es ziemlich intensiv war – gerade wenn Prüfungen, wichtige Spiele und Trainings zusammenkamen. Diese Kombination hat mir aber auch sehr viel gegeben.
Ich habe gelernt, meine Zeit gut einzuteilen, Prioritäten zu setzen und auch unter Druck ruhig zu bleiben. Vor allem aber habe ich gemerkt, dass mir ein abwechslungsreicher Alltag liegt und ich gerne mehrere Dinge parallel verfolge – solange ich wirklich Freude daran habe.
Wenn du auf die letzten Jahre zwischen Spitzensport und Studium zurückblickst: Welche Erfahrungen haben dich am stärksten geprägt?
Ich bin es eigentlich schon von klein auf gewohnt, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen – deshalb kenne ich es fast nicht anders. Besonders geschätzt habe ich aber die Abwechslung. Im Sport ist man körperlich gefordert, hat klare Ziele und lebt sehr stark im Moment. Im Studium sitzt man dann wieder da, beschäftigt sich mit ganz anderen Themen und lernt ständig Neues.
Diese beiden Welten haben mir eine gute Balance gegeben. Wenn es in einem Bereich einmal nicht so lief, gab es immer noch etwas anderes, auf das ich mich fokussieren konnte. Ich glaube, genau diese Abwechslung hat mir über die Jahre viel Zufriedenheit gegeben.
Du richtest deinen Blick nun auf ein neues Kapitel. Welche beruflichen Perspektiven oder Branchen reizen dich besonders – und worauf freust du dich dabei am meisten?
Zuerst einmal habe ich noch rund ein Jahr Studium vor mir, bevor ich meinen Bachelor in Business Administration abschliesse. Parallel dazu beschäftigt mich FRIZZli mittlerweile seit rund eineinhalb Jahren intensiv, und auch dort haben wir noch einiges vor.
Seit Anfang August ist ausserdem eine neue Challenge dazugekommen: Ich arbeite bei der Halter AG in der Immobilienentwicklung. Darauf freue ich mich sehr. Für mich ist das die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in einem Bereich zu sammeln, der mich schon länger begeistert – und gleichzeitig Einblicke in ein innovatives Unternehmen und spannende Projekte zu erhalten.
Aktuell ist es also weiterhin eine Kombination aus Studium, Unternehmertum und Immobilien – nur ohne den Profisport. (lacht)
Welche Rolle hat die Hochschule Luzern auf deinem bisherigen Weg gespielt? Gibt es etwas aus deinem Studium, das dich nachhaltig prägt und dich weiter begleiten wird?
Die Hochschule Luzern hat mir vor allem die Möglichkeit gegeben, mich neben dem Sport auch persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Dank des flexiblen Studienmodells konnte ich beides sehr gut miteinander vereinbaren – das war für mich extrem wertvoll.
Inhaltlich hat das Studium meine Interessen in den Bereichen Unternehmertum, Finanzen und Immobilien nochmals verstärkt. Ich habe zudem gelernt, wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen und Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Das sind Erfahrungen, die mich sicher auch in Zukunft begleiten werden.
Was würdest du jungen Sportlerinnen und Sportlern raten, die vor der Herausforderung stehen, Leistungssport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen?
Für mich persönlich war die Kombination perfekt, und ich würde jungen Sportlerinnen und Sportlern grundsätzlich empfehlen, neben dem Sport auch eine Ausbildung oder ein Studium zu verfolgen – sofern es die Situation zulässt.
Ich glaube aber auch, dass das sehr typabhängig ist. Für die einen funktioniert es besser, mehrere Dinge parallel zu machen. Andere brauchen für eine gewisse Zeit den vollen Fokus auf den Sport – und auch das kann absolut der richtige Weg sein.
Am Ende muss jede und jeder selbst herausfinden, welche Kombination funktioniert. Für mich war der Ausgleich jedenfalls enorm wertvoll.
Die HSLU hat mir vor allem die Möglichkeit gegeben, mich neben dem Sport auch persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Dank des flexiblen Studienmodells konnte ich beides sehr gut miteinander vereinbaren – das war für mich extrem wertvoll.
On Langenick
Worauf freust du dich am meisten in der Zukunft?
Ich freue mich sehr auf die neu gewonnene Selbstbestimmung. Im Profisport ist der Alltag extrem stark vorgegeben – Trainings, Spiele, Reisen und Termine zu teilweise eher ungewohnten Zeiten bestimmen die Woche.
Jetzt kann ich meine Tage deutlich mehr selbst gestalten und meine Energie in neue Aufgaben investieren. Ich freue mich auf den neuen Job bei Halter, auf alles, was wir mit FRIZZli noch vorhaben – und natürlich darauf, mein Studium erfolgreich abzuschliessen.
Zum Abschluss wagen wir einen Blick in die Glaskugel: Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Schwierige Frage. (lacht) Ich glaube, da möchte ich mich gar nicht zu stark auf eine bestimmte Position oder einen konkreten Job festlegen.
Ich hoffe, dass ich weiterhin unternehmerisch tätig bin und meine Leidenschaft für Immobilien verfolgen kann. Vielleicht lassen sich diese beiden Welten irgendwann sogar miteinander verbinden. Am wichtigsten ist mir aber, dass ich weiterhin Dinge mache, hinter denen ich wirklich stehe, mich weiterentwickeln kann – und dabei die Freude nicht verliere.

Das Interview mit On führte Daniela Steiner, Studentische Hilfsassistentin an der Hochschule Luzern – Wirtschaft.