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Im Portrait: Studierende im Auslandssemester – Isabelle in Geislingen an der Steige

Im Portrait: Studierende im Auslandssemester – Isabelle in Geislingen an der Steige
Blick über Geislingen an der Steige - Foto von Isabelle Alig

Lesezeit 3′ Minuten // Im Interview mit Isabelle Alig

In unserer «Im Portrait»-Reihe stellen wir Studierende, Mitarbeitende, Dozierende sowie Personen aus dem Bereich der Wirtschaftspsychologie vor. Im letzten Monat berichtete Dennis Justo Ruiz über sein Auslandssemester in Madrid. Diesen Monat haben wir Isabelle Alig, Business Psychology Studentin im 7. Semester, über ihre ersten Eindrücke im Auslandssemester interviewt. Sie befindet sich derzeit in Geislingen an der Steige in Deutschland.

Das Neue, Unbekannte hat mich seit dem ersten Semester gereizt.

Isabelle Alig
Foto von lil artsy (Pexels)

Hallo Isabelle! Du befindest dich aktuell auch mitten im Auslandssemester. Wann hat dieses für dich begonnen, wo genau befindest du dich gerade und wie lange bleibst du da?

Isabelle: Ich reiste am 24.9.22 mit dem Auto nach Geislingen an der Steige. Die Vorlesungen begannen dann am Dienstag, 4.10.22 und dauern noch bis Ende Januar 2023. Ich befinde mich aktuell in meinem WG-Zimmer in Geislingen, weiss aber noch nicht, wann genau ich zurück gehe. Dies ist von den Prüfungsdaten abhängig, welche bis Mitte Februar 2023 dauern.  

Warum hast du dich für ein Auslandssemester entschieden? 

Isabelle: Ich fand den Gedanken schon seit Beginn des Studiums interessant. Ich wollte neue Leute kennenlernen, eine andere Stadt sehen und an einer anderen Hochschule in die Vorlesungen gehen. Das Neue, Unbekannte hat mich seit dem ersten Semester gereizt. Lange Zeit gab es aber an der HSLU keine Partnerhochschulen für meine Vertiefung in Markt- & Konsumentenpsychologie. Deswegen vergass ich schnell, dass ich irgendwann mal ins Ausland wollte. Erst während einer Infoveranstaltung vor knapp einem Jahr fand ich heraus, dass es mittlerweile zwei Partnerhochschulen für die Vertiefung gab. Und so begann ich wieder, mir Gedanken darüber zu machen. Schlussendlich habe ich mich für ein Auslandssemester entschieden, weil ich von dem Alltagstrott in der Schweiz ein bisschen gelangweilt war. Klar, der Alltag ist in Deutschland nicht wirklich anders. Trotzdem war es eine neue Umgebung mit anderen Leuten. In Geislingen lebe ich in einer privaten WG. Da ich aktuell in der Schweiz noch zu Hause wohne, war das kurzzeitige Ausziehen ein spannendes Erlebnis für mich. Ich konnte andere Erfahrungen sammeln, bekam neue Eindrücke und fand heraus, dass Hochdeutsch nicht gleich Hochdeutsch ist. 😉 

Und warum hast du dich für Geislingen entschieden?

Isabelle: Die Entscheidung wurde mir grösstenteils abgenommen. Es gab nur die Möglichkeit, entweder nach Australien oder nach Geislingen zu gehen. Die beiden Hochschulen waren die einzigen Partnerhochschulen bis zum Zeitpunkt der Anmeldefrist. Ich hatte nicht die Zeit und das nötige Wissen, eine andere Hochschule in einem anderen Land zu finden. Zudem fehlten mir die benötigten Sprachzertifikate, um in einem anderen Sprachraum studieren zu gehen. Daher war für mich direkt klar, es wird Geislingen an der Steige in Deutschland.  

Wie war dein erster Eindruck nach der Ankunft? Gab es irgendwelche Herausforderungen?

Isabelle: Die grösste Herausforderung bestand darin, Module zu finden, die an der HSLU angerechnet werden. Es war schwierig, ähnliche Module an der Hochschule in Deutschland zu finden. Sie passten inhaltlich nicht optimal zu den Modulen der HSLU. Oft waren nur gewisse Teilkapitel übereinstimmend oder die Module wurden in dieser Art in Deutschland gar nicht angeboten. Vertiefungsmodule gibt es in Deutschland nur knapp eine Handvoll, aber in der Schweiz macht die Vertiefung einen grossen Teil des Studiums aus. Schlussendlich funktionierte es dann aber doch noch. Die HSLU half mir mit den Abklärungen und zusammen mit der deutschen Hochschule fanden wir Module, die ich besuchen kann.

Wie sieht aktuell ein typischer Unialltag bei dir aus? Wie unterscheidet sich das Studierendenleben zu dem in Luzern?

Isabelle: In Luzern bin ich als Teilzeitstudentin jeweils dienstags und mittwochs an der Hochschule. Da an der Hochschule in Geislingen nur Vollzeit angeboten wird, habe ich an mehreren Tagen pro Woche Vorlesungen. Ausserdem dauern meine Module nicht knapp 2.5 Stunden wie in Luzern, sondern über drei Stunden. Das längste Modul findet samstags statt und dauert mehr als sieben Stunden. Dafür haben wir dieses Modul aber nur jede zweite Woche. 

Da die Module so unterschiedlich lang sind, gibt es keinen typischen Alltag. Jeder Tag ist anders und das bringt eine gewisse Abwechslung mit sich, die ich mag. Aber natürlich ist es anstrengend, sieben Stunden dem gleichen Dozenten zuzuhören. Wir legen regelmässig Pausen ein und er gestaltet die Vorlesungen sehr abwechslungsreich und spannend. Dadurch geht die Zeit viel schneller vorbei und die Vorlesung selbst macht auch Spass.

Wie verbringst du in Geislingen deine Freizeit?   

Isabelle: Es gibt viele Veranstaltungen im Verein des Studiengangs Wirtschaftspsychologie, welche ich regelmässig besuche. Zudem liegt Geislingen in der Nähe von Stuttgart und Ulm und kann mit dem Zug gut erreicht werden. Daher ist es möglich, shoppen zu gehen oder Sightseeing zu machen. In der Umgebung gibt es viele hübsche Weihnachtsmärkte wie beispielsweise in Stuttgart, Ulm oder Esslingen, die ebenfalls gut mit dem Zug erreichbar sind. Ausserdem treffe ich mich mit meinen Kommilitoninnen oder unternehme etwas mit meinen Mitbewohnerinnen. Ich habe Mentorinnen an der Hochschule, die ebenfalls regelmässige Treffen organisieren. Auch die Hochschule selbst organisiert Events mit den Austauschstudierenden, sodass immer irgendetwas los ist neben den Vorlesungen. Das Kino ist zwei Gehminuten von der WG entfernt und gutes Essen findet man in den wenigen Restaurants rund um die Altstadt herum. Die Natur ist sehr nahe, da die Stadt Geislingen in einem Tal liegt und von Hügeln umgeben ist. Ich liebe es, spazieren zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Und wenn es draussen zu kalt ist, dann besuche ich das Hallenbad. Ausserdem gibt es viele Partys. 😉

Worauf freust du dich noch in den nächsten Wochen?

Isabelle: Gute Frage… Ich werde viel Zeit mit den Menschen verbringen, welche ich hier getroffen habe. Ich werde noch einmal die Städte besuchen und einfach die Zeit geniessen, die ich in Geislingen verbringe. 
Auch wenn einige vielleicht denken: „Boaa, wie kann man nur nach Geislingen in Deutschland gehen?“ Vergesst nicht, es ist trotzdem eine Stadt mit fast 30‘000 Einwohnern, die Nahe an Stuttgart liegt. In Geislingen kann alles sehr gut zu Fuss erreicht werden. Meine WG liegt maximal sieben Gehminuten von der Hochschule weg und zum Einkaufen laufe ich etwa zehn Minuten. Es gibt viele Sportvereine, die Natur ist direkt um die Ecke und die kleinen Kaffees und Restaurants in der Altstadt laden zum Verweilen ein. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich wieder nach Geislingen in den Austausch gehen würde, ist meine Antwort „Ja“. 

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Spass in Geislingen! Wir freuen uns schon auf deinen Bericht nach Ende des Semesters! 


Referenzen

Foto von lil artsy: https://www.pexels.com/de-de/foto/selektives-fokusfoto-der-lupe-1194775/

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