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Zentralschweizer Wirtschaft: Viel Optimismus trotz grossen Herausforderungen

Zentralschweizer Wirtschaft: Viel Optimismus trotz grossen Herausforderungen

von Adrian Derungs, Direktor Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ

Eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ zeigt, die Zentralschweizer Unternehmen blicken nach einem «zufriedenstellenden» 2021 optimistisch in die Zukunft. Die breit diversifizierte Zentralschweizer Wirtschaft hat das zweite Krisenjahr mehrheitlich gut überstanden. Befragt wurden die Geschäftsleitenden der grössten Zentralschweizer Unternehmen – noch vor dem Ukraine-Krieg.

Investitionen in Dekarbonisierung, Digitalisierung und Personal

In den letzten Jahren haben die befragten Unternehmen insbesondere in die Reduktion ihres CO2-Ausstosses sowie in die Digitalisierung investiert. Viele gegenwärtige Projekte sehen Investitionen in die Produktentwicklung sowie im Personalmanagement vor. Letztere beinhalten hauptsächlich gezielte Einstellungsprogramme mit Ausbildungsfunktion sowie berufliche und schulische Weiterbildungen des bestehenden Personals. Bis auf wenige Branchen rechnen viele von Entlassungen betroffene Firmen damit, kurz- bis mittelfristig wieder Personal einzustellen. Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern haben überdurchschnittlich viele Stellen geschaffen und planen den Personalbestand 2022 weiter auszubauen. Anzeichen, dass das Investitionsverhalten der Zentralschweizer Firmen stabil bleibt.

Gute Rahmenbedingungen mit Verbesserungspotential

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Zentralschweizer Kantonen werden als gut eingestuft. Trotzdem, gemäss den Befragten hinken die kantonalen und nationalen Behörden in Sachen Digitalisierung hinterher. Weiter führen teils gut gemeinte Gesetze zu ungünstigen Effekten. So zum Beispiel bei der Umsetzung der Lohngleichheitsanalyse im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes. Das Analyse-Tool weist in der betriebswirtschaftlichen Realität einige Schwächen auf. Gute Noten verteilen die befragten Firmen hingegen für die pragmatischen und unkomplizierten Unterstützungsinstrumente während der Covid-19-Krise.

Bremsfaktor Fachkräftemangel

Die Wachstumserwartungen werden durch fehlendes Personal getrübt. Zahlreiche Unternehmen, die planen ihre Produktion zu expandieren, finden die nötigen Fachkräfte nicht. Einige Stellen bleiben auch nach über sechs Monaten unbesetzt, was eine präzise Planbarkeit verunmöglicht und Wachstumsprojekte verzögert. Diese Herausforderung besteht in qualifizierten technischen, handwerklichen und administrativen Berufen und betrifft alle Regionen in und ausserhalb der Zentralschweiz. Mittelfristig besteht die Gefahr, dass Expansionsprojekte aufgrund des Fachkräftemangels im Ausland durchgeführt werden.

Europapolitischer Stillstand

Die Schweiz liegt im Herzen Europas. Wir alle fühlen uns auf die eine oder andere Art mit unseren europäischen Nachbarn verbunden: Persönlich. Sprachlich. Kulturell. Beruflich. Es ist unser Recht, in ganz Europa zu studieren und zu forschen, zu leben, zu reisen und zu arbeiten. Dafür haben wir uns demokratisch entschieden. Mehrmals. Mit Europa unterhalten wir die engsten Forschungs- und Wirtschaftsbeziehungen. In der Zentralschweiz gehen rund 60 Prozent sämtlicher Exporte unserer Unternehmen in den europäischen Raum. Europa ist mit Abstand der wichtigste Export- und Handelsmarkt. Mitunter dank der europäischen Vernetzung sind unsere Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur und Gesundheitsversorgung erstklassig! Es ist im Interesse unseres Landes, diese Vernetzung langfristig zu sichern. Seit dem Verhandlungsabbruch mit der EU bezüglich eines institutionellen Rahmenabkommens befindet sich die Schweiz jedoch im europapolitischen Stillstand. Weiter stellt das gegenwärtige Verhalten Russlands nicht nur Europa, ja die ganze Welt, vor neue, riesige Herausforderungen.

Finanzwirtschaftliche Analyse der Zentralschweizer Finanzverantwortlichen

Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ hat für ihre Umfrage ihren Vorstand, die Leitenden der grössten Zentralschweizer Unternehmen, befragt. Die Studie «Finanzmonitor Zentralschweiz» erhebt nun erstmals die relevantesten unternehmerischen und finanzwirtschaftlichen Tendenzen, Bedürfnisse und Risiken – aus der Perspektive von Finanzverantwortlichen. Ein Novum im Wirtschaftsraum Zentralschweiz. Unter anderem analysiert und veröffentlicht sie die Entwicklung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, das Investitionsverhalten, finanzwirtschaftliche Herausforderungen und Beschaffungsrisiken im Wirtschaftsraum Zentralschweiz. Was läuft bereits rund und wo drückt der Schuh aus Sicht der CFOs? Am 28. März 2022 werden die Studienergebnisse im Campus Zug-Rotkreuz der Hochschule Luzern – Wirtschaft präsentiert.

Hier geht’s zur Anmeldung!

Zum Finanzmonitor Zentralschweiz:
Der «Finanzmonitor Zentralschweiz» ist eine jährlich angelegte Studie. Die Studie dient als Übersicht und Informationsquelle für finanzwirtschaftliche Tendenzen, Bedürfnisse und Risiken von Zentralschweizer Unternehmen – aus der Perspektive von Finanzverantwortlichen. Unter anderem analysiert und veröffentlicht sie die Entwicklung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, das Investitionsverhalten, finanzwirtschaftliche Herausforderungen und Beschaffungsrisiken im Wirtschaftsraum Zentralschweiz. Die Studienergebnisse werden jährlich im Rahmen des «Forum Finanzmonitor Zentralschweiz» präsentiert. Mit der Studie, durchgeführt von der Hochschule Luzern – Wirtschaft, wird erstmals die Wirtschaftslage von Zentralschweizer Unternehmen aus Sicht der Finanzverantwortlichen ausgewertet. Trägerinnen und Träger des «Finanzmonitor Zentralschweiz» sind die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ und das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern – Wirtschaft.

Trägerinnen:
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Platin Partner:


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