15. Januar 2026

Risikomanagement

Modernes Risikomanagement für KMU: Orientierung in unsicheren Zeiten

Kleine und mittlere Unternehmen stehen heute unter zunehmendem Druck. Globale Lieferketten sind fragiler geworden, geopolitische Spannungen nehmen zu, Cyberrisiken treffen längst nicht mehr nur Grossunternehmen, und regulatorische Anforderungen steigen kontinuierlich. Gleichzeitig sind die Ressourcen in KMU begrenzt – strategische Fehlentscheidungen wirken sich oft unmittelbar auf die Liquidität, Stabilität und Zukunftsfähigkeit aus.

Modernes Risikomanagement für KMU: Orientierung in unsicheren Zeiten

Von Prof. Dr. habil. Stefan Hunziker

Vor diesem Hintergrund stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann das Risikomanagement so gestaltet werden, dass es KMU tatsächlich bei strategischen und operativen Entscheidungen unterstützt – ohne zusätzliche Stabsstellen oder übermässige Bürokratie?

Dieser Frage sind das VZ VermögensZentrum und die Hochschule Luzern (HSLU) in einer gemeinsamen Studie nachgegangen. Ziel war es, ein praxisnahes, entscheidungsorientiertes Verständnis des Risikomanagements zu entwickeln, das zur Realität von KMU und Familienunternehmen passt. Im Fokus steht dabei nicht die formale Erfüllung von Anforderungen, sondern die systematische Auseinandersetzung mit strategischen Annahmen, kritischen Abhängigkeiten und potenziellen Entwicklungspfaden.

Die Studie zeigt auf, wie Risikomanagement als Navigationssystem genutzt werden kann: Risiken werden nicht isoliert dokumentiert, sondern im Kontext von Zielen, Szenarien und Handlungsoptionen diskutiert. Statt punktgenauer Prognosen stehen Bandbreiten, Frühindikatoren und vorbereitete Reaktionsmechanismen im Vordergrund – mit dem Ziel, auch unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.

Risikocockpit – Darstellung der zentralen Risiken

Im Rahmen der Studie wurden 7 Grundsätze des modernen Risikomanagements erarbeitet:

  1. Risikomanagement gehört zur Strategie
  2. Zuständigkeiten definieren
  3. Risikokultur leben
  4. In das Risikomanagement investieren
  5. Expertise nutzen
  6. Branchenaustausch fördern
  7. Bedarfsgerecht versichern

Lesen Sie hier mehr dazu:

  • Risikomanagement gehört zur Strategie: Risikomanagement muss fest in Finanz- und Strategieprozesse integriert sein, mit klaren Grenzwerten und definierter Risikobereitschaft für fundierte Entscheidungen.

  • Zuständigkeiten definieren: Für jedes wesentliche Risiko ist eine Person aus dem operativen Bereich verantwortlich. Regelmässige Risiko-Reviews und automatische Reaktionen auf definierte Trigger-Events sichern die Wirksamkeit.

  • Risikokultur leben: Eine offene Kommunikation und der konstruktive Umgang mit Fehlern fördern eine lernorientierte Risikokultur. Schulungen stärken das Bewusstsein für alltägliche Risiken, insbesondere im digitalen Bereich.

  • In das Risikomanagement investieren: Auch mit begrenzten Mitteln sollten KMU regelmässig ins Risikomanagement investieren, um die langfristige Sicherheit zu erhöhen.

  • Expertise nutzen: Spezialwissen von IT-Sicherheitsfirmen, Juristen oder Versicherern hilft, Risiken fundiert zu bewerten und Schwachstellen zu erkennen.

  • Branchenaustausch fördern: Der Austausch mit anderen Unternehmen ermöglicht wertvolle Peer-Vergleiche. So lassen sich eigene Schwachstellen besser erkennen und bestehende Massnahmen gezielt weiterentwickeln.

  • Bedarfsgerecht versichern: Ein bedarfsgerechtes Versicherungsmanagement verhindert Deckungslücken und unnötige Kosten. Regelmässige Überprüfungen und Marktvergleiche sorgen für eine bedarfsgerechte Absicherung.

Als Kooperationsarbeit verbindet die Studie wissenschaftliche Erkenntnisse der HSLU mit der langjährigen Praxiserfahrung des VZ VermögensZentrums in der Beratung von Schweizer KMU. Sie richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer, Geschäftsleitungen sowie Verwaltungsräte, die Risikomanagement nicht als Pflichtübung, sondern als integralen Bestandteil guter Unternehmensführung verstehen.

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