20. März 2026

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Finanzen

Wirtschaft in der Zentralschweiz: Der Optimismus weicht der Realität – Ergebnisse des Finanzmonitors 2026

Die Ergebnisse der fünften Auflage des Finanzmonitors Zentralschweiz 2026 liegen vor. Die jährliche Untersuchung des Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ liefert ein aktuelles Stimmungsbild der regionalen Wirtschaft aus Sicht der Finanzverantwortlichen. Während die Zentralschweizer Unternehmen in den vergangenen vier Jahren eine aussergewöhnliche Stabilität gezeigt haben, sind für das Jahr 2026 erstmals deutliche Anzeichen einer Eintrübung erkennbar.

Wirtschaft in der Zentralschweiz: Der Optimismus weicht der Realität – Ergebnisse des Finanzmonitors 2026

Von Prof. Dr. Stefan Behringer, Prof. Dr. Markus Gisler und Manuel Gesslein

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Deutliche Eintrübung bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage

Zwar beurteilt mit 56.7 % weiterhin eine Mehrheit der befragten Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als gut. Dies entspricht jedoch einem Rückgang von knapp 7 %-Punkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders hervorzuheben: Der Anteil der Unternehmen, die ihre Lage als schlecht einschätzen, hat sich mit 9.9 % im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Im Vergleich zu den Nachbarländern ist dies aber immer noch eine sehr positive Einschätzung.

Vor allem die Industrie und Produktion blickt skeptisch in die Zukunft – hier bezeichnet bereits jedes vierte Unternehmen die eigene Lage als schlecht. Grund hierfür ist die hohe Exportabhängigkeit, die durch die schwankende Zollpolitik der USA und die wirtschaftliche Schwäche in Nachbarländern wie Deutschland und Frankreich belastet wird.

Fokus auf Effizienz statt Expansion bei Investitionen

Die eingetrübte Stimmung spiegelt sich direkt in den Investitionsplänen wider. Expansive Bereiche wie die Erschliessung neuer Geschäftsmodelle sowie Forschung und Entwicklung werden deutlich seltener priorisiert als in den Vorjahren. Stattdessen rücken Rationalisierungsinvestitionen stärker in den Fokus. Spitzenreiter bei den Investitionsbereichen bleibt dennoch die Digitalisierung (85.8 %), gefolgt von Ersatzinvestitionen.

Fachkräftemangel bleibt Thema Nummer 1, US-Zölle belasten punktuell

  • Arbeitsmarkt: Der Fachkräftemangel bleibt das grösste Problem, auch wenn die Intensität der Nennungen im Vergleich zu den Vorjahren leicht abgenommen hat.
  • Zollpolitik: Die protektionistische Politik der USA trifft die Zentralschweizer Wirtschaft punktuell hart. Während nur ca. 20 % der Unternehmen direkt von US-Zöllen betroffen sind, erwartet fast die Hälfte dieser Betriebe infolgedessen geringere Gewinne.
  • Bürokratie: Hinter dem Fachkräftemangel belegt die bürokratische Regulierung weiterhin Platz 2 der grössten Herausforderungen.

Künstliche Intelligenz ist fast überall im Einsatz

Eine zentrale Erkenntnis der diesjährigen Studie ist der flächendeckende Einzug der Künstlichen Intelligenz. Nur noch 2.8 % der Unternehmen geben an, KI gar nicht zu nutzen. Haupttreiber sind hier die Optimierung von Arbeitsabläufen und Produktivitätssteigerungen. Dennoch gibt es Hürden – Datenschutzbedenken und rechtliche Unsicherheiten verhindern bei vielen Firmen einen noch umfassenderen Einsatz.


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