26. Februar 2026

Weiterbildung

Von Excel zu integrierten Modellen – Insights ins moderne Controlling mit Dr. Verena Braun

Der Zertifikatslehrgang CAS Controlling am Institut für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern – Wirtschaft steht seit Langem für eine fundierte und anwendungsorientierte Weiterbildung. Er befähigt Fach- und Führungskräfte dazu, zeitgemässe Instrumente und Methoden des Controllings wirkungsvoll im Unternehmensalltag einzusetzen. Heute erhalten wir spannende Einblicke aus der Perspektive von Dr. Verena Braun, Consultant im Bereich Corporate Performance Management bei Bewida AG in Glattbrugg, die ihre vertieften Fachkenntnisse und ihre Anwendungserfahrung mit grossem Engagement mit uns teilt.

Von Excel zu integrierten Modellen – Insights ins moderne Controlling mit Dr. Verena Braun
Dr. Verena Braun, Consultant für CPM bei Bewida

Von Ute Laun und Alina Caspar

Welche Themen stehen in deinem beruflichen Alltag im Fokus?

In meinem beruflichen Alltag beschäftige ich mich damit, wie Unternehmen ihre Daten strukturiert, konsistent und steuerungsrelevant nutzbar machen können.

Besonders interessiert mich, wie aus operativen Buchungen und Informationen aus unterschiedlichen Quellsystemen eine gemeinsame Datenbasis geschaffen werden kann, die Reporting, Analyse und Planung in einem Modell vereint. Dabei geht es weniger um einzelne Tools, sondern vielmehr um das Zusammenspiel von Datenarchitektur, Governance und Controlling-Logik.

Warum sollten sich Controllerinnen und Controller gerade jetzt mit Digitalisierung beschäftigen?

Weil sich die Rolle des Controllings grundlegend verändert hat.

Controllerinnen und Controller sind heute nicht mehr primär Zahlenlieferanten, sondern Sparringspartner des Managements. Dafür sind Transparenz, Geschwindigkeit und Szenarienfähigkeit erforderlich.

Digitale Systeme ermöglichen Soll-Ist-Vergleiche auf Knopfdruck sowie integrierte Planung und Simulationen. Ohne diese Werkzeuge bleibt das Controlling reaktiv; mit ihnen wird es proaktiv und steuerungsorientiert.

Welche Herausforderungen und Chancen siehst du beim Thema Digitalisierung im Controlling?

„Die größte Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern in der zugrunde liegenden Struktur.“

Viele Unternehmen investieren in BI-Tools, ohne zuvor ihr Datenmodell, die Definition ihrer KPIs oder Verantwortlichkeiten zu klären. Ohne eine klare Data Governance entstehen dadurch neue Komplexitäten statt Transparenz.

Die Chance liegt darin, Controlling neu zu denken:

  • Weg von Excel-Inseln, hin zu integrierten Modellen
  • Weg von reiner Datensammlung, hin zu Steuerungslogik

„Richtig umgesetzt schafft die Digitalisierung Zeit für Analyse, Interpretation und strategische Diskussion – genau dort, wo Controlling echten Mehrwert erzeugt.“

Wohin entwickelt sich das Controlling?

Grosse Konzerne setzen integrierte Planungsmodelle und Advanced Analytics teilweise schon seit Jahren erfolgreich ein. In meiner Arbeit mit mittelständischen Unternehmen erlebe ich jedoch häufig noch fragmentierte Excel-Prozesse und heterogene Datenlandschaften.

Der größte Hebel liegt daher nicht primär in Künstlicher Intelligenz, sondern in einem soliden Fundament: integrierte, treiberbasierte Planung, ein konsistentes Datenmodell und klare Governance-Strukturen.

Predictive Analytics und Machine Learning können Forecasts verbessern und strategische Fragestellungen unterstützen. Sie sind jedoch ein „On-Top“-Instrument – kein Ersatz für ein durchdachtes Corporate Performance Management.

„Digitalisierung im Controlling beginnt mit Struktur und Transparenz. Erst auf dieser Basis entfalten moderne Analysetools ihren wirklichen Mehrwert.“

Dr. Verena Braun unterrichtet das Modul «Digitalisierung im Controlling» im seit vielen Jahren etablierten CAS Controlling am Institut für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Details zu Informationsveranstaltungen und Anmeldungen finden sich hier:

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