19. Juni 2026
Die Rahmenbedingungen für Schweizer Konzerne verändern sich stetig. Neben punktuellen regulatorischen Anpassungen prägt vor allem die schrittweise Integration neuer Softwarelösungen das Tätigkeitsfeld des Konzernrechnungswesens. Um ein empirisch fundiertes Bild über den Status quo und die aktuellen Entwicklungen zu gewinnen, hat das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern in Kooperation mit der Talentia Switzerland AG die Fachöffentlichkeit befragt. Die Ergebnisse dieser im Zweijahresrhythmus durchgeführten Umfrage liegen nun in der Studie Group Controlling 2026 vor.
Von Prof. Dr. Stefan Behringer, Christian Bitterli und Manuel Gesslein
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Folgende vier Kernerkenntnisse liefert die Untersuchung:
Trotz konjunktureller Unsicherheiten erweist sich die strukturelle Verankerung des Group Controllings in den Unternehmen als bemerkenswert resilient.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der diesjährigen Studie liegt auf dem Reifegrad von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) im Group Controlling. Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2024 ist hier eine Verschiebung von der rein theoretischen Auseinandersetzung hin zur praktischen Nutzung erkennbar.

Ein zentraler Meilenstein für IFRS-Bilanzierer ist das Inkrafttreten des neuen Standards IFRS 18 per 1. Januar 2027, welcher den bisherigen IAS 1 ablöst. Die damit einhergehende Neustrukturierung der Erfolgsrechnung in fünf Kategorien sowie die Pflicht zur Ausweisung neuer Zwischensummen erfordern eine methodische Vorbereitung.
Die Erhebung zeigt hier ein differenziertes Bild hinsichtlich des Vorbereitungsstandes. Zwar setzen sich bereits 64 % der betroffenen Anwender mit den neuen Vorschriften auseinander, eine tiefergehende quantitative Analyse der geänderten Kennzahlen findet jedoch noch selten statt. Erst 23 % der befragten IFRS-Konzerne berechnen konkrete Szenarien mit den neuen Kennzahlen. Im Fokus der Umsetzung steht zudem die Regulierung von unternehmensspezifischen Kennzahlen (Management-defined Performance Measures, MPMs) im Anhang. Hier planen die Unternehmen im Durchschnitt die Publikation von drei Kennzahen.
Die Erwartungen an Berufseinsteiger kommen in den Antworten deutlich zum Ausdruck. Im direkten Vergleich der verschiedenen Kompetenzcluster zeigt sich ein differenziertes Bild:


Die Ergebnisse der Studie Group Controlling 2026 zeigen, dass das Konzernrechnungswesen eine beständige Position als verlässlicher Kern der Unternehmenssteuerung hat. Die anstehenden Veränderungen bedeuten keinen strukturellen Umbruch, sondern eine kontinuierliche qualitative Weiterentwicklung. Der sprunghafte Anstieg bei der Nutzung von KI-Tools führt in Schweizer Konzernen nicht zu einem radikalen Stellenabbau, sondern primär zu einer Entlastung bei Routinearbeiten und einer Verschiebung der Aufgabenprofile. Die Einführung von IFRS 18 erfordert eine strukturierte methodische Vorbereitung der Teams. Dass Unternehmen bei der Personalsuche gezielt auf ausgeprägte Praxisnähe und starke Selbstkompetenzen wie analytisches Denken und Sorgfalt setzen, unterstreicht die zukünftigen Anforderungen. Das eigentliche Handwerk der Konsolidierung bleibt immer noch dasselbe, aber die Werkzeuge im Alltag werden moderner. Wer seine Zahlen im Griff hat und offen für neue Tools ist, ist für die nächsten Jahre bestens aufgestellt.
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