24. Juni 2026
Das CAS Sustainability Reporting und ESG Controlling am IFZ vermittelt Kernkompetenzen für die integrierte Steuerung von Finanz- und Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen.
Von Dr. Ute Laun
Ein zentrales Element unseres modular aufgebauten CAS sind Fachbeiträge von erfahrenen Praxisreferentinnen und -Praxisreferenten. Im Modul ESG & Corporate Finance gestaltet Patrick Schmucki, Director im Bereich Sustainability & Climate Change bei PwC Schweiz, einen Beitrag zum Thema ESG-Performance und finanzielle Performance. Im Gespräch mit ihm haben wir nach seinem Werdegang, Herausforderungen und Chancen im Nachhaltigkeitsumfeld sowie seiner Kernbotschaft für die CAS-Teilnehmenden gefragt.
Ich bin seit knapp 20 Jahren in der Finanzbranche tätig, fast ausschliesslich bei grossen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. Den Grossteil davon bei KPMG, in der Schweiz, in Irland und im Vereinigten Königreich. Seit Anfang 2025 bin ich als Director im Bereich Sustainability & Climate Change bei PwC Schweiz.
Gestartet bin ich in der Wirtschaftsprüfung. Ich bin eidgenössisch diplomierter Wirtschaftsprüfer und habe viele Jahre Banken, Asset Manager und Pensionskassen geprüft. Regulierung wurde zum Schwerpunkt: zunächst UCITS, MiFID II und AIFMD, dann die Nachhaltigkeitsregulierung.
Bei KPMG habe ich zudem als Corporate Responsibility Officer die eigene Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens geleitet und den Bereich Sustainable Finance für Finanzinstitute aufgebaut. Ein konkretes Beispiel: Wir haben das EcoVadis-Rating von 46 Punkten (Bronze) im Jahr 2020 auf 76 Punkte (Gold) im Jahr 2024 verbessert, unter anderem durch die Einführung eines internen CO₂-Preises.
Heute berate ich bei PwC Banken, Versicherungen und Asset Manager zu Nachhaltigkeitsfragen. Daneben unterrichte ich an der HSLU IFZ sowie an der Universität St. Gallen, und ich betreibe «The Adaptive Edge», einen Newsletter zu Entscheidungsqualität und Widerstandsfähigkeit von Unternehmen für Führungskräfte in Finanzinstituten.
Aus der Wirtschaftsprüfung heraus sieht man sehr früh, wie gross die Distanz zwischen dem ist, was Unternehmen berichten, und dem, was sie tatsächlich steuern.
CSRD und ähnliche Regulierungen haben den Berichterstattungsaufwand in den letzten Jahren massiv erhöht. Ob die erhobenen Daten auch zu besseren Entscheidungen führen, ist eine offene Frage. Viele Unternehmen haben darauf noch keine Antwort.
Die gängigen Nachhaltigkeitsstandards messen gut, was Unternehmen heute tun und wie viel CO₂ sie ausstossen. Wie ein Unternehmen auf Lieferkettenunterbrüche, politische Kurswechsel oder abrupte Marktverschiebungen reagiert, bleibt weitgehend ausserhalb der Frameworks. Diese Risiken entscheiden in der Praxis häufig über das Überleben, das ist für mich die Kernfrage der Nachhaltigkeit.
Ein dritter Punkt: Unternehmen, die ihre Kennzahlen konsequent verbessern, bauen manchmal Puffer ab, die sie bei Störungen bräuchten. Das ist ein Zielkonflikt, den viele ESG-Frameworks nicht abbilden.
Unternehmen, die ihre Widerstandsfähigkeit aktiv steuern, schaffen dauerhaft bessere Voraussetzungen für den langfristigen Geschäftserfolg. Darin liegt die grosse Chance.
Unternehmen, die langfristig erfolgreich sind, erneuern ihre Strategie regelmässig. Das zeigt die Forschung zu langlebigen Unternehmen.
Die Zahlen sind ernüchternd. Weniger als 5% der Unternehmen halten eine überdurchschnittliche Leistung über 10 Jahre und mehr aufrecht. Was die Ausnahmen verbindet: die Fähigkeit, die eigene Strategie immer wieder zu erneuern, immer wieder kurze Perioden hoher Leistung aneinanderzureihen.
Für das Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet das: Die Fähigkeit, auf Störungen zu reagieren und das Geschäftsmodell anzupassen, ist ein Kernelement einer wirksamen ESG-Agenda. Ein Transitionsplan, der das abbildet, ist glaubwürdiger als einer, der nur Emissionsziele für 2050 listet.
Eine der praktischen Übungen im Kurs dreht sich genau darum: Die Teilnehmenden erarbeiten, welche Informationen institutionelle Investoren benötigen, um die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens gegenüber Klima- und Transitionsrisiken beurteilen zu können.
Patrick Schmucki ist Director im Bereich Sustainability & Climate Change bei PwC Schweiz. Er verfügt über knapp 20 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche, davon den Grossteil bei KPMG in der Schweiz, in Irland und im Vereinigten Königreich. Er ist eidgenössisch diplomierter Wirtschaftsprüfer und hat Banken, Asset Manager und Pensionskassen zu Regulierungs-, Risiko- und Nachhaltigkeitsfragen beraten. Er ist Gastdozent an der HSLU IFZ sowie Gastredner im Executive MBA der Universität St. Gallen. Er ist Autor von «The Adaptive Edge», einem Newsletter zu Entscheidungsqualität und Widerstandsfähigkeit von Unternehmen für Führungskräfte in Finanzinstituten.
Testimonial eines unserer Absolventen
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