22. Juli 2026

Nachhaltigkeit,

Weiterbildung

Reportingstandards als Instrument für die strategische Unternehmenssteuerung

Das CAS Sustainability Reporting und ESG Controlling am IFZ vermittelt Kernkompetenzen für die integrierte Steuerung von Finanz- und Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen.

Reportingstandards als Instrument für die strategische Unternehmenssteuerung
Roland Z'Rotz, Leiter Nachhaltigkeitsberatung, BDO Schweiz

Von Dr. Ute Laun

Ein zentrales Element unseres modular aufgebauten CAS sind Fachbeiträge von erfahrenen Praxisreferentinnen und -Praxisreferenten. Im Modul ESG Reporting gestaltet Roland Z’Rotz, Leiter Nachhaltigkeitsberatung bei BDO Schweiz, einen Beitrag zum Thema Regelwerke, Leitlinien und Standards. Im Gespräch mit ihm haben wir nach seinem Werdegang, Herausforderungen und Chancen im Nachhaltigkeitsumfeld sowie seiner Kernbotschaft für die CAS-Teilnehmenden gefragt.

Roland, was ist dein beruflicher Hintergrund?

Ich komme ursprünglich aus der Wirtschaftsprüfung und verbinde diese Erfahrung heute mit strategischer Nachhaltigkeitsberatung. Als eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer bringe ich ein starkes Verständnis für regulatorische Compliance, Governance, Datenqualität und prüfbare Dokumentation mit. Gleichzeitig beschäftige ich mich intensiv mit der Frage, wie Nachhaltigkeit nicht nur regulatorisch erfüllt, sondern unternehmerisch wirksam verankert werden kann.

Bei BDO Schweiz leite ich den Bereich Nachhaltigkeitsberatung mit Fokus auf ESG-Reporting, Nachhaltigkeits-Strategien, regulatorische Compliance und nachhaltige Lieferketten. In der Praxis begleiten wir CEO/CFOs, Geschäftsleitungen und Fachverantwortliche dabei, aus komplexen ESG-Anforderungen klare Entscheidungsgrundlagen, robuste Prozesse und umsetzbare Massnahmen abzuleiten.

Nachhaltigkeit wird dann wirksam, wenn sie nicht als Zusatzprojekt verstanden wird, sondern als Teil der Unternehmenssteuerung.

Wo siehst du aktuell die grössten Herausforderungen, Risiken und Chancen in der Nachhaltigkeitssteuerung?

Die grösste Herausforderung liegt aus meiner Sicht darin, Orientierung in einer immer dichteren und dynamischeren ESG-Landschaft zu schaffen. Unternehmen sind heute mit steigenden Erwartungen von Regulatoren, Kunden, Banken, Investoren und Mitarbeitenden konfrontiert. Gleichzeitig fehlen oft die Ressourcen, und die Priorisierung auf kurzfristige Herausforderungen erschwert den Fokus. Intern mangelt es oft an klaren Zuständigkeiten, konsistenten Daten und einem gemeinsamen Verständnis dafür, welche Nachhaltigkeitsthemen wirklich wesentlich sind.

Das Risiko besteht darin, ESG als reine Compliance-Aufgabe zu behandeln. Dann entstehen Berichte, Datenpunkte und Prozesse, aber kein echter Mehrwert. Die Chance liegt genau im Gegenteil: Wer Nachhaltigkeit strategisch integriert, erkennt Risiken früher, nutzt Ressourcen gezielter, stärkt die Resilienz und schafft Vertrauen bei den Stakeholdern.

ESG ist kein Selbstzweck. Gute Nachhaltigkeitsarbeit hilft Unternehmen, bessere Entscheidungen zu treffen.

Welche Kernbotschaft vermittelst du im CAS?

In meinem Unterrichtsblock «Regelwerke, Leitlinien und Standards» vermittle ich die Grundlagen der wichtigsten Nachhaltigkeits-Reporting-Rahmenwerke. Dabei fliessen Erfahrungen und konkrete Praxisbeispiele zu Nachhaltigkeitsberichterstattung, Wesentlichkeitsanalysen sowie ESG-Strategieprojekten ein. Die Teilnehmenden erhalten nicht nur einen Überblick über Standards wie GRI, ESRS, VSME bzw. VS, sondern auch ein Verständnis dafür, wie Unternehmen Reporting pragmatisch, prüfbar und wirksam umsetzen können.

Gerade weil es heute eine Vielzahl an Regelwerken, Leitlinien und Standards gibt, brauchen Unternehmen Orientierung: Welcher Standard passt zu welcher Ausgangslage? Welche Anforderungen sind regulatorisch relevant, welche freiwillig, aber strategisch sinnvoll? Und wie lassen sich Reporting-Anforderungen in Prozesse, Datenstrukturen und Governance integrieren, dass daraus ein echter Mehrwert entsteht?

Entscheidend ist, dass die Teilnehmenden verstehen, wie Reporting-Standards in der Praxis angewendet werden und wie sie von der reinen Berichterstattung zur strategischen Unternehmenssteuerung führen können.

Meine Kernbotschaft lautet: Nachhaltigkeitsberichterstattung ist weit mehr als das Abarbeiten von Standards. Sie ist ein Führungsinstrument, das Unternehmen hilft, ihre wesentlichen Themen zu erkennen, Risiken und Chancen systematisch zu beurteilen und gegenüber Stakeholdern transparent zu kommunizieren.

Testimonial eines unserer Absolventen über verschiedene Perspektiven im CAS

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