20. Juli 2026
Das CAS Sustainability Reporting und ESG Controlling am IFZ vermittelt Kernkompetenzen für die integrierte Steuerung von Finanz- und Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen.
Von Dr. Ute Laun
Ein zentrales Element unseres modular aufgebauten CAS sind Fachbeiträge von erfahrenen Praxisreferentinnen und Praxisreferenten. Im Modul ESG & Corporate Finance gestaltet Dr. Maria Gebhardt, Managerin bei PwC AG, Zürich, einen Beitrag zum Thema ESG in der Investitionsrechnung. Im Gespräch mit ihr haben wir nach ihrem Werdegang, Herausforderungen und Chancen im Nachhaltigkeitsumfeld sowie ihrer Kernbotschaft für die CAS-Teilnehmenden gefragt.
Ich bin seit über acht Jahren in der Unternehmensberatung tätig. Gestartet bin ich bei PwC in München im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory. Dort habe ich Unternehmen bei komplexen Fragestellungen der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung im Zusammenhang mit Carve-outs, Post-Merger-Integrationen sowie IPO Readiness begleitet.
Parallel zu meinem Masterstudium und während meiner Promotion war ich am Lehrstuhl für Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung und Kapitalmarktkommunikation der HHL tätig. Dort beschäftigte ich mich insbesondere mit den Informationsbedürfnissen von Investoren und der Frage, wie Unternehmen entscheidungsnützlich Informationen glaubwürdig kommunizieren können. Im Rahmen meiner Promotion rückten dabei zunehmend Nachhaltigkeitsthemen und deren Bedeutung für Kapitalmärkte in den Fokus.
Das Thema Nachhaltigkeit habe ich anschliessend bewusst in meinen beruflichen Alltag integriert. Seit rund zwei Jahren bin ich als Managerin im Bereich Finance Transformation im Investor Reporting Team bei PwC Schweiz tätig. Dabei verbinde ich meinen Hintergrund in Accounting, Finance und Kapitalmarktkommunikation mit aktuellen Fragestellungen rund um Nachhaltigkeit und Unternehmenssteuerung. Mein Fokus liegt darauf, Unternehmen bei der Integration von Finanz- und ESG-Themen zu unterstützen und sie dabei zu begleiten, ihre Zukunfts- und Widerstandsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Die grösste Herausforderung besteht aus meiner Sicht darin, ESG nicht als isoliertes Reporting- oder Compliance-Thema zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung zu verankern. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, regulatorische Anforderungen wie die CSRD, die EU-Taxonomie oder ISSB umzusetzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die erhobenen Informationen einen Mehrwert für interne Entscheidungen schaffen.
Risiken entstehen insbesondere dann, wenn Nachhaltigkeitsberichterstattung losgelöst von bestehenden Finanz- und Steuerungsprozessen erfolgt.
Die Folge sind hoher manueller Aufwand und Inkonsistenzen zwischen finanziellen und nichtfinanziellen Informationen. Gleichzeitig erschwert dies eine glaubwürdige Kommunikation gegenüber Investoren und anderen Stakeholdern.
Gerade darin liegt jedoch auch die grösste Chance.
Unternehmen, die ESG-Daten in Planung und Entscheidungsprozesse integrieren, schaffen die Grundlage, Risiken und Chancen systematisch zu berücksichtigen, stärken das Vertrauen ihrer Stakeholder und können resilienter auf Veränderungen reagieren.
Nachhaltigkeit kann somit als strategisches Instrument für langfristige Zukunfts- und Widerstandsfähigkeit genutzt werden.
Viele Unternehmen haben heute Nachhaltigkeitsziele, Risikobewertungen und umfangreiche Berichterstattungsprozesse. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob Unternehmen diese Informationen tatsächlich nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen.
Meine Erfahrung zeigt, dass Nachhaltigkeitsthemen oft nur als Reporting- oder Compliance-Thema betrachtet werden. Risiken und Chancen werden zwar identifiziert, finden aber häufig nur unzureichend Berücksichtigung in Strategie, Planung, Investitionsentscheidungen und Steuerung.
Meine Kernbotschaft lautet deshalb:
Nachhaltigkeit sollte nicht isoliert betrachtet werden. Sie kann dabei helfen, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und die Zukunfts- und Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens gezielt zu stärken.
Im CAS möchte ich den Teilnehmenden Ideen und Anreize geben, wie sich Nachhaltigkeitsinformationen in bestehende Finanz- und Steuerungsprozesse integrieren lassen. Denn erst wenn Nachhaltigkeitsthemen in Entscheidungen berücksichtigt werden, entsteht ein Mehrwert: Sie unterstützt Unternehmen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, Chancen zu nutzen und langfristig widerstandsfähig zu bleiben.
Dr. Maria Gebhardt ist Managerin im Bereich Finance Transformation im Investor Reporting Team bei PwC in Zürich und verfügt über mehr als acht Jahre Erfahrung in Rechnungslegung, Kapitalmarktkommunikation und Finance Transformation. Sie begleitet Unternehmen bei regulatorischen und strategischen Fragestellungen an der Schnittstelle von Finanzen, Nachhaltigkeit und Unternehmenssteuerung.
Zuvor war sie mehrere Jahre bei PwC in München im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory tätig und unterstützte unter anderem Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprojekte im Zusammenhang mit Carve-outs, Post-Merger-Integrationen sowie IPO Readiness.
Parallel zu ihrer beruflichen Laufbahn forschte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HHL Leipzig Graduate School of Management zu Themen der Unternehmensberichterstattung und Investor Relations. Ihre Promotion (Dr. rer. oec.) widmete sie den Auswirkungen nachhaltiger Kapitalmarktanforderungen auf die Unternehmensberichterstattung.
Akademisch wird ihr Profil durch Abschlüsse in Finance, Accounting und Taxation sowie ein internationales Studiensemester in den USA ergänzt.
Co-Studiengangleitung Stephanie Blättler über Voraussetzungen für das CAS
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