24. Mai 2013
von Prof. Dr. Maurice Pedergnana
Dozent und Studienleiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ
Die globalen Finanzanalysten geben ihren Fokus auf Europa auf. Zu viele angelsächsische Spekulanten hatten auf einen raschen Zusammenbruch der Eurozone gewettet. Mit Verlusten ziehen sie ihr Waffenarsenal zurück. Der Euro scheint gestärkt, der Schweizer Franken schwächelt. Doch sind wir wieder zurück in einem normalen Zustand? Sicher nicht. Der Ernst der Lage hat sich selbst nach dem schrittweisen Übergang der Europäischen Zentralbank zu einer Nullzinspolitik kaum wesentlich verbessert. Das Gleichgewicht bleibt äusserst fragil, und Negativzinsen für Banken und deren Sparer werden für die Zukunft nicht mehr ausgeschlossen. Wenn Geld nichts kostet und die Wirtschaft trotzdem lahmt, verheisst dies nichts Gutes. Rezession und Deflation drohen weiterhin. Die inzwischen tiefen Zinsen, mit denen sich Länder und Unternehmen aus dem südeuropäischen Raum eindecken, widerspiegeln nicht die tektonischen Störungen. Das Risiko von erheblichen Erschütterungen hat sich manchenorts sogar vergrössert. Blicken wir doch mal 150 Kilometer südwärts, nach Italien.
Historisch ist gesichert, dass sich die Bevölkerung von der blühenden Handelsstadt Pompeji am Fusse des Vesuvs ziemlich sicher gefühlt hat. Bodenerschütterungen und erste Explosionen aus dem Vulkan wurden nicht ernst genommen. An einem lauen Sommermorgen am 24. August 79 schwankte der Boden erneut. Im Glauben an den Zorn der Götter wurden Gebete gesprochen, doch am Gipfel des Vesuvs tobte ein Inferno. Die Stadt wurde innert Stunden unter einer zwölf Meter dicken Schicht aus Asche und Bims begraben.
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