8. September 2022

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Die wichtigsten kostenlosen B2C und B2B Datenquellen für Schweizer Unternehmen

Die wichtigsten kostenlosen B2C und B2B Datenquellen für Schweizer Unternehmen
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Autorin: Dr. Simone Griesser

Senior Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikation und Marketing IKM
ikmhslu

Soziale Medien, Messenger Dienste und online Medienplattformen sammeln eine Fülle an Daten. Diese geben Aufschluss darüber, was wir mögen, interessant finden und generell zu verschiedenen Themen des Lebens denken. Unternehmen können somit nicht nur am Puls von Konsumentinnen und Konsumenten sein, sondern auch Trends identifizieren und Meinungen zu verschiedenen Themen und Marken portraitieren – und das alles ohne eine Umfrage in Auftrag geben zu müssen. Nur welches sind die wichtigsten Datenquellen für Unternehmen, die in B2C oder B2B Märkten agieren? Wie können Daten gesammelt werden? Wie viele Daten gibt es? Wie dürfen gesammelte Daten verwendet werden? Nachfolgend gibt es Antworten.

Die relevantesten Datenquellen

IGEM-Digimonitor und Statista erheben die Mediennutzung der Schweizer Bevölkerung. Auf beiden Statistiken belegen YouTube, Facebook, Instagram und LinkedIn die oberen Plätze. Twitter hat stark an Relevanz verloren. TikTok kann insgesamt noch nicht mit den grossen konkurrenzieren, bei jüngeren Nutzenden ist die Plattform jedoch eine starke Konkurrenz. Xing ist mittlerweile überhaupt nicht mehr aufgeführt. Statista inkludiert den Messenger Dienst WhatsApp in die Statistik, währenddem IGEM-Digimonitor Fernsehen miteinbezieht. Auf beiden Statistiken fehlen online Medienplattformen wie jene von NZZ, 20 Minuten, Watson, Nau oder Blick. Resultate eines Forschungsprojektes zeigen, dass auf der online Medienplattform von NZZ, 20 Minuten und Watson extrem viele Kommentare von Konsumenten vorhanden sind. So sind die relevantesten B2C Datenquellen YouTube, Facebook, Instagram, 20 Minuten, Watson, NZZ und für B2B ist es LinkedIn und NZZ.

Zugängliche Datenquellen

YouTube hat ein Advanced-Programming-Interface (API), welches den Datenzugang mittels Python oder einer anderen Programmiersprache ermöglicht. Pro Monat kann eine gewisse Datenmenge kostenlos gesammelt werden. Dies ist mit Python gut umsetzbar. Facebook, Instagram und WhatsApp gehören alle Meta. Forschungsinstitutionen können bei Meta einen Kollaborationsantrag einreichen, um gewisse Daten für Forschungszwecke zu sammeln. Das Bewilligungsverfahren ist streng.

LinkedIn hat auch eine API, ändert jedoch jeden Monat die Funktionalitäten. Weiter hat LinkedIn drei Berechtigungsstufen. Die normale Berechtigungsstufe ist einfach zugänglich. Die zweite, sogenannte «vetted» Berechtigungsstufe muss beantragt werden. Die dritte «partner» Stufe wird nur Institutionen vergeben, die sich für eine gewisse Zeit auf der «vetted» Stufe bewährt haben. Somit ist LinkedIn zwar theoretisch zugänglich, praktisch ist es aber komplex und aufwändig wie eigene Erfahrungen zeigen. Neben der eigenen API versucht LinkedIn Programmierenden die Schnittstelle «Postman» schmackhaft zu machen. Dort sind aber nicht alle Funktionalitäten der eigenen API vorhanden.

Die online Medienplattformen NZZ, 20 Minuten und Watson haben keine API. Daten können mit einem Web-Scraper gesammelt werden. Dieser kann bspw. in Python mit Selenium geschrieben bzw. gebaut werden. Aufmerksame und fachkundige Lesende fragen sich, wieso kein Web-Scraper auf den Webseiten von YouTube, den Meta Plattformen und Linkedin angewandt wird – lesen Sie gerne weiter.

Die verwendbarsten Datenquellen

Neben den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) haben die meisten Plattformen noch zusätzliche Bedingungen fürs Sammeln und Verwenden von Daten. YouTube, Meta und LinkedIn verbieten ausdrücklich den Einsatz von Web-Scrapern zum Datensammeln. Personen, die dies dennoch tun, werden blockiert. Neben den Profilangaben des verwendeten Kontos gibt ein Web-Scraper auch seine IP-Adresse preis. Gescrapte Plattformen können herausfinden wer von wo was bei ihnen gescrapt hat.

Inwiefern Daten analysiert werden dürfen hängt stark vom Anwendungsbeispiel ab. Tendenziell sind kommerzielle Verwendungszwecke nicht erlaubt, auch im Hinblick auf geistige Eigentumsrechte von geposteten Inhalten. Die Frage lautet somit, wem gehört das geistige Eigentum von geposteten Inhalten. Die Antworten fallen je nach Plattform unterschiedlich aus und bergen Chancen für Forschung und Wirtschaft.

Was bedeutet das für Marketing und Kommunikationsexperten?

Daten sind in Hülle und Fülle vorhanden. Bei YouTube und online Medienplattformen kommen Sie mit weniger Aufwand schneller zum Ziel als bei LinkedIn oder Meta. Bevor auf den verfügbaren Daten eine Geschäftsidee entwickelt wird, sollten rechtliche Gegebenheiten sehr genau abgeklärt werden. Customer Insight ist das eine – daraus ein Geschäft zu machen, ist das andere.

Wie geht es weiter?

Nun dürfen wir die gesammelten Kommentare auf YouTube, Twitter, NZZ, 20 Minuten und Watson analysieren. Wir machen uns mit grossem Elan und Interesse an die Arbeit und melden uns hier auf dem IKM Blog wieder mit Resultaten zurück. Interessierte Personen können sich gerne an simone.griesser@hslu.ch wenden.

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