9. Juli 2026
Reichweite allein reicht heute nicht mehr aus. Die aktuelle Screenforce-Studie zeigt, wie sich die Mediaplanung in der Schweiz verändert und warum Werbewirkung zunehmend wichtiger wird als reine Kontaktzahlen. Im Interview ordnet Prof. Dr. Anja Janoschka, Leiterin der Studie am Institut für Kommunikation und Marketing der Hochschule Luzern, die wichtigsten Erkenntnisse ein und erklärt, welche Rolle TV, Connected TV, Social Media und KI künftig in der Mediaplanung spielen.
Wie planen Schweizer Mediaagenturen den Einsatz von TV und anderen Bewegtbildkanälen? Welche Rolle spielen Connected TV, YouTube und Social Media? Und welche Auswirkungen hat Künstliche Intelligenz auf die Mediaplanung?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich die aktuelle qualitative Fokusgruppenstudie des Instituts für Kommunikation und Marketing der Hochschule Luzern, die im Auftrag von Screenforce Schweiz durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden am Screenforce Day 2026 erstmals präsentiert und zeigen: Erfolgreiche Mediaplanung orientiert sich heute nicht mehr ausschliesslich an Reichweite, sondern zunehmend an der tatsächlichen Werbewirkung entlang der gesamten Customer Journey.

Im folgenden Interview fragt Prof. Dr. Matthes Fleck, Institutsleiter des Instituts für Kommunikation und Marketing, nach. Prof. Dr. Anja Janoschka ordnet die wichtigsten Erkenntnisse der Studie ein.
Hier gab es einen breiten Konsens in der Fokusgruppe: Nicht jeder Werbekontakt ist gleich viel wert. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Menschen erreicht werden, sondern welche Wirkung ein Kontakt tatsächlich entfaltet. Für Unternehmen bedeutet das, Reichweitenkennzahlen konsequent mit Wirkungsmessungen wie Brand Lift oder Ad Recall zu verbinden. Zwei Videokampagnen können eine vergleichbare Reichweite erzielen– erst die Wirkungsmessung zeigt, welche Kampagne die Werbeerinnerung und Markenpräferenz tatsächlich erhöht hat.
Viele glauben, die Gen Z sei über klassisches Fernsehen kaum noch erreichbar. Tatsächlich zeigt sich, dass sie Bewegtbild über mehrere Plattformen konsumiert – entscheidend ist weniger der Kanal als der Nutzungskontext. Wer deshalb ausschliesslich auf Social Media setzt, verzichtet häufig auf wertvolle Synergien.
Ich glaube, die grösste Veränderung betrifft weniger die KI selbst als die Art, wie Mediaentscheidungen getroffen werden. Unternehmen werden KI zunehmend nutzen, um Szenarien schneller zu vergleichen und Daten besser auszuwerten. Gleichzeitig können Mediaagenturen Planung, Optimierung und Wirkungsmessung deutlich effizienter gestalten. Entscheidend bleibt jedoch die Fähigkeit, Daten richtig einzuordnen, Zielkonflikte zwischen kurzfristiger Effizienz und langfristigem Markenaufbau abzuwägen und die tatsächliche Werbewirkung zu beurteilen. Operative Aufgaben werden zunehmend automatisiert, während die Anforderungen an strategische Beratung und fundierte Wirkungskompetenz steigen. Der Wettbewerbsvorteil liegt künftig nicht in der Verfügbarkeit von Daten, sondern in der Fähigkeit, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen – ein Thema, mit dem wir uns derzeit auch im Rahmen eines aktuellen Forschungsprojekts zu kausalen Brand Effects in Kampagnen beschäftigen.
Sie möchten tiefer in die Ergebnisse eintauchen?
Auf Screenforce Schweiz finden Sie eine Zusammenfassung der Studie sowie das vollständige Whitepaper zum kostenlosen Download.
Im Institut für Kommunikation und Marketing der Hochschule Luzern beschäftigt sich Prof. Dr. Anja Janoschka aktuell mit der Frage, wie sich kausale Brand Effects in Kampagnen messen lassen.
Interessiert am Forschungsprojekt?
Prof. Dr. Anja Janoschka gibt gerne Auskunft:
anja.janoschka@hslu.ch

Institutsleiter IKM

Professorin
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