22. Juni 2026
Was passiert, wenn Forschende aus ganz Europa zusammenkommen, um über Desinformation, synthetische Daten und die Zukunft des Marketings zu diskutieren? An der EMAC 2026 in Bath wurden neue Forschungsergebnisse präsentiert, bestehende Annahmen bestätigt und spannende Kontakte geknüpft. Dr. Simone Griesser vom IKM blickt auf die Highlights der Konferenz zurück und teilt ihre wichtigsten Erkenntnisse sowie persönliche Eindrücke.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Anja Janoschka und Dr. Sarah Blickenstorfer war Dr. Simone Griesser an der European Marketing Academy Conference (EMAC) 2026 mit zwei Präsentationen und zwei Postern vertreten.
Präsentation
Poster

Die Beiträge stiessen auf grosses Interesse und boten zahlreiche Gelegenheiten für den fachlichen Austausch mit Forschenden aus aller Welt. Wertvolle Impulse lieferten die Diskussionen sowie das konstruktive Feedback aus der internationalen Forschungsgemeinschaft.
Die fünf Präsentationen zum Thema Desinformation sorgten für spannende Einblicke, stützten sich jedoch überwiegend auf klassische Forschungsansätze wie Experimente oder Umfragen. Hervorzuheben ist die Arbeit von Giandomenico Di Domenico et al. Anhand von fünf Experimenten zeigte das Forschungsteam, dass irreführende Informationen nicht nur das Vertrauen in eine Marke beeinträchtigen, sondern auch das Vertrauen in andere Akteure derselben Branche mindern können. Dieser sogenannte Kategorie-Spillover-Effekt liefert empirische Belege für eine Entwicklung, die in der Forschung seit einigen Jahren diskutiert wird.
Ein weiteres Highlight waren die Kontakte, die sich für die Roundtables im Rahmen des Projekts «Die Evolution von Desinformation» ergeben haben.
Für Dr. Simone Griesser als Computerlinguistin im Bereich Marketing Analytics zählte die Session zu Sprache, Inhalt und Konsumentenreaktionen zu den interessantesten Programmpunkten. Die «Meet the Editor»-Session zeigte zudem, wie unterschiedlich die Haltungen von Journal-Editoren gegenüber synthetischen Daten sind. Auch die Session zu synthetischen Daten machte deutlich, dass diese zunehmend in den Forschungsprozess integriert werden – die Frage ist nicht mehr, ob dies geschieht, sondern auf welche Weise.
Als Referentin zum Thema synthetische Daten brachte Dr. Simone Griesser ihre Perspektive in die Diskussion ein und setzte Impulse für den Austausch zu diesem Forschungsfeld.
Auffällig war zudem die hohe Anzahl an Präsentationen im Bereich Marketing Analytics – einem Themengebiet, das an der EMAC vor zehn Jahren in Oslo noch deutlich weniger Beachtung fand.
Mit Blick auf die Zukunft bleibt spannend, welche Rolle synthetische Daten an der EMAC 2036 spielen werden und wie stark sie die Marketingforschung bis dahin prägen.

Den Abschluss der Konferenz bildete das traditionelle Pferderennen auf dem Bath Racecourse – ein aussergewöhnliches Erlebnis und ein stimmungsvoller Ausklang der Veranstaltung.

Dozentin am Institut für Kommunikation und Marketing
Kommentare
0 Kommentare
Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.