6. Juli 2026

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Von der HSLU mit Bachelorarbeit im Gepäck nach Portugal

Als ich im vergangenen Herbst mit meiner Bachelorarbeit begonnen habe, hätte ich nie gedacht, dass mich dieses Projekt einmal bis an eine internationale Forschungskonferenz in Portugal führen würde. Was zunächst als Abschlussarbeit meines Bachelor of Science in Business Psychologie an der Hochschule Luzern begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer Möglichkeit, meine Erkenntnisse einem internationalen Publikum vorzustellen. Meine Bachelorarbeit beschäftigt sich mit persönlichkeitsbasierten Nudges für die Marketingkommunikation von Schweizer Klein- und Mittelunternehmen. Ein Thema an der Schnittstelle von Marketing, Psychologie und Verhaltensökonomie.

Von der HSLU mit Bachelorarbeit im Gepäck nach Portugal
Lisa Zangger

Von der Bachelorarbeit zur Konferenz

Internationale Forschungskonferenz in Portugal 2026

Der Weg bis zur Konferenz war lehrreich. Nach einer erfolgreichen Vorstudie ermutigte mich meine Referentin Simone Griesser, auf Grundlage dieser einen Abstract an der ISMS Marketing Science Conference einzureichen. Dieser wurde von unabhängigen ExpertInnen begutachtet und für relevant sowie den Anforderungen entsprechend erachtet. Daraufhin erhielt ich die Einladung, meine Arbeit mit einem Flash-Talk und einem zusätzlichen Poster auf der diesjährigen Konferenz zu präsentieren. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch mitten in der Fertigstellung meiner Bachelorarbeit. Nach der intensiven Auseinandersetzung mit Theorie, Umfrage- und Interviewergebnissen sowie deren Auswertung folgte nun plötzlich die nächste Herausforderung: die Inhalte mussten so aufbereitet werden, dass sie in einer zehnminütigen Präsentation verständlich, relevant und spannend vermittelt werden konnten und die wichtigsten Erkenntnisse auf einem Poster zusammengefasst waren.

Aus einer schriftlichen Bachelorarbeit wurde also eine Präsentation, aus vielen Seiten Text wurden wenige Kernbotschaften und aus einem Hochschulprojekt wurde ein Beitrag für die ISMS Marketing Science Conference an der Nova School of Business and Economics in Portugal.

Einblick in die internationale Forschung

Am 11. Juni 2026 war es schliesslich so weit: Angekommen vor Ort, wurde mir schnell bewusst, wie gross und vielfältig die Welt der Forschung ist. Besonders überrascht hat mich, wie viele unterschiedliche Forschungsarbeiten auf einer solchen Konferenz vorgestellt werden und wie breit das Feld ist, obwohl sich letztlich alles unter dem Begriff der «Marketing Science» einordnen lässt. Die Themen reichten von Konsumentenforschung und digitalen Plattformen bis hin zu Künstlicher Intelligenz und datengetriebenen Marketingentscheidungen. Gleichzeitig war auch die Vielfalt der Teilnehmenden beeindruckend. Forschende aus der ganzen Welt mit den verschiedensten akademischen Hintergründen und Forschungsschwerpunkten kamen zusammen.

Forschung lebt vom Austausch

Trotz dieser Diversität herrschte eine durchweg unterstützende Atmosphäre. Man spürte, dass die Teilnehmenden einander ernst nahmen, zuhörten und echtes Interesse an den Arbeiten der anderen zeigten. Es wurde aber auch kritisch nachgefragt, diskutiert und weitergedacht. Diese Kombination aus Offenheit und kritischer Reflexion hat mir gezeigt, was eine solche Konferenz ausmacht. Es geht nicht nur darum, Ergebnisse zu präsentieren, sondern sie in den lebendigen Dialog zu bringen und mit neuen Anregungen im Gepäck nach Hause zu reisen.

Eine besondere Erfahrung als Bachelorstudentin

Für mich persönlich war es eine besondere Erfahrung, als junge Studentin mit meiner Bachelorarbeit Teil dieses Umfelds zu sein. Mein Blick auf die Forschung hat sich nachhaltig verändert. Ich verbinde sie nun nicht mehr nur mit Erfahrung, akademischen Titeln und einer langen wissenschaftlichen Laufbahn. Ich habe erkannt, dass man auch in einem frühen Stadium der akademischen Bildung Teil eines internationalen Forschungsumfelds werden und einen Beitrag leisten kann, der andere interessiert. Auch junge Stimmen tragen zur geschätzten Diversität solcher Konferenzen bei.

Aus dieser gesamten Erfahrung habe ich nicht nur fachlich, sondern auch menschlich viel gelernt. Ich werde nie vergessen, wie Menschen mit den unterschiedlichsten akademischen Titeln, einige mit jahrelanger Forschungserfahrung, vor ihren Präsentationsräumen standen und noch einmal angespannt oder nervös ihre Texte vor sich hin murmelten. Egal, ob Bachelorstudentin, Doktorand oder Professorin, am Ende sind wir alle Menschen. Dieser Gedanke hat mir geholfen, meine eigene Nervosität etwas einzuordnen, und ich konnte meine Präsentation schliesslich am zweiten Konferenztag erfolgreich halten.

Die Konferenz bot die Möglichkeit, mit Menschen aus der ganzen Welt ins Gespräch zu kommen. Was uns alle verband, war das gemeinsame Interesse an Marketing und die Neugier auf die Themen der kommenden drei Tage. Gerade diese Begegnungen ausserhalb der offiziellen Programmpunkte waren sehr bereichernd und zeigten mir, dass Forschung nicht nur auf Bühnen und Postern, sondern auch in kurzen Gesprächen beim Kaffee, in Fragen nach einer Präsentation oder in nächtlichen Austauschen auf dem Rückweg vom Gala-Dinner stattfindet. Und auch wenn ich, sobald ich nach den Vorträgen meinen Konferenzbändel abgelegt und mich in kurze Hosen geschlüpft, mit Sonnenbrille im Gesicht auf den Weg an den Strand machte, eher als Studentin, die an der Nova School of Business and Economics studiert, durchging, als wie jemand, der dort gerade seine eigene Arbeit präsentiert hat: Dieser einmalige Einblick in die internationale Welt der Forschung war eine unvergessliche Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Lisa Erika Zangger

Lisa Erika Zangger

Unterstützt von Dr. Simone Griesser

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