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10. Mai 2021

Top 10 der innovativsten digitalen Projekte in der Bau- und Immobilienbranche 2021

Top 10 der innovativsten digitalen Projekte in der Bau- und Immobilienbranche 2021

Nicht nur Startups überzeugen mit innovativen Ideen, sondern auch etablierte Immobilienunternehmen. Die Auszeichnung «Digital Top 10» zeigt, welche Tools einen nachweisbaren Nutzen im Alltag bieten und somit die Schweizer Bau- und Immobilienbranche hinsichtlich der digitalen Transformation vorantreiben. Der Fokus liegt auf den Bereichen: Bewirtschaftung, Facility Management, Nutzerservice, Baumanagement, Investitions- und Portfoliomanagement, Handel & Vermarktung etc.

Einmal jährlich publizieren pom+ und das Fachmagazin «immobilia» die Auswertung «Top 10 Digital Real Estate». Ausgezeichnet werden nur Projekte, die eine echte Innovation darstellen. Sprich, eine Realisierung einer neuartigen und fortschrittlichen Lösung für ein konkretes Problem. Zudem sind die beteiligten Akteure in der Schweiz tätig und die entsprechende Anwendung wurde bereits eingeführt («Use Case» oder Pilotversuch). Die Jury besteht aus 8 Mitgliedern mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Immobilienbranche, darunter pom+ Consulting AG, Leu + Partner AG, Specker Beratungen GmbH, Hochschule Luzern Wirtschaft, ETH Zürich, Amstein+Walthert AG, und SVIT Schweiz.

Vergleich von über 100 Anlageprodukten

Die Alphaprop AG schafft mehr Transparenz im Markt für indirekte Immobilienanlagen, welcher heute eine tragende Säule im Universum der Kapitalanlagen darstellt. Bis dato existierte jedoch kein Gesamtüberblick über den indirekten Immobilienmarkt. Anleger oder Vermögensverwalter mussten sich Vergleichzahlen manuell beschaffen. Das heisst, aus Geschäftsberichten, die meist halb- oder vierteljährlich erscheinen.

Das neue Datenportal der Alphaprop AG richtet sich an institutionelle Investoren und Vermögensverwalter, verbindet Portfolio- und Marktinformationen und ermöglicht individuelle Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten (Finanzkennzahlen der Anlageprodukte, Diversifikation, Performance, Portfolioanalyse etc.).

Plattform für digitale Vermietung

Das Schweizer PropTech-Startup aroov – eine Tochter der Mobiliar und von GARAIO REM – optimiert zeitintensive Arbeitsschritte von Immobilienbewirtschaftern und navigiert potenzielle Mieter durch den digitalen Bewerbungsprozess. Neben vollständigen Dossiers und einer direkten Kommunikation mit den Bewerbern profitieren Immobilienbewirtschafter von automatisierten Bonitätsprüfungen und einer nahtlosen Anbindung an die gängigen IT-Systeme. Die Zahl der Kunden steigt, darunter die Berner Von Graffenried AG Liegenschaften und die Zürcher Freilager AG. Ein aktueller «Use Case» der Zentralschweizer Redinvest zeigt: Der Arbeitsaufwand im Wiedervermietungsprozess, vom Eingang Bewerbung bis zur Vertragserstellung, konnte um durchschnittlich 30 Prozent gesenkt werden.

Digitale Immobilientransaktionen

Über sogenannte Token-Crowdsales ermöglicht die Blockimmo-Plattform gemeinsame Immobilieninvestitionen und senkt damit die Einstiegshürden dieser begehrten Anlageklasse, um sie einem grösseren Kreis von potenziellen Anlegern zugänglich zu machen. Immobilien werden offiziell und rechtsverbindlich als Security Token auf der Ethereum-Blockchain dargestellt. Der digitalisierte Prozess kostet nur einen Bruchteil der üblichen Kosten, die Mindestanlagesumme liegt bei 1’000 CHF. Benötigt werden lediglich eine Internetverbindung und ein sogenanntes Ethereum-Wallet zur Aufbewahrung der Token. Blockimmo hat bereits eine erste Transaktion vorzuweisen, eine Liegenschaft in Baar (ZG) mit 18 Wohnungen und dem Restaurant «Hello World».

Fälschungssicheres Bonitätszertifikat

Das Einreichen von persönlichen Unterlagen und insbesondere einer Betreibungsauskunft in Papierform, wie es in der Wohnungswirtschaft üblich ist, ist zeitaufwendig und umständlich. In den meisten Fällen sind Rückfragen notwendig. Zudem sind herkömmliche Auszüge leicht zu fälschen. Selbst eine einwandfreie Auskunft schützt in der Regel nicht vor Zahlungsausfällen.

CreditTrust lancierte daher im Januar 2020 ein digitales, fälschungssicheres Bonitätszertifikat. Ein komplexer Algorithmus, der Millionen von Daten über Zahlungsverhalten und Inkassofälle auswertet stösst in der Branche auf grosse Resonanz. Inzwischen wird das neue Bonitätszertifikat von über 30 Hausverwaltungen genutzt. CreditTrust ist ein Gemeinschaftsprojekt der zwei Wirtschaftsauskunfteien Intrum und CRIF sowie dem Blockchain-Spezialisten Certifaction.

Echtzeit-Feedback zu Kosten und Produktionszeit von Fassadenelementen

Die Schweizer ERNE AG Holzbau verbindet im Objekt- und Industriebau moderne Technik und Innovation mit einem der ältesten Werkstoffe der Welt: Holz. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und Innosuisse entwickelte sie mehrere Innovationen und setzte sie 2020 in einem Pilotversuch erfolgreich um: vier unterschiedliche, mit Robotern gefertigte Fassadendesigns für einen kleinen Büroneubau.

«CODEFA – Collaborative Design of Prefabricated Façade Systems» zeichnet sich durch drei Innovationen aus: Die Entwicklung eines digitalen Designtools, die Multi-Roboter-Fertigung und der kollaborative Designansatz zwischen Architekten und Industrie. Das parametrische Design stellt die Machbarkeit sicher und ermöglicht individuelle Fassaden, die sonst nicht herstellbar wären. Bei Änderung eines Parameters gibt das Tool ein Echtzeit-Feedback zu den Kosten und der Produktionszeit. Für die robotergestützte Produktion von Fassadenelementen bezieht ERNE Daten aus dem digitalen Designprozess.

Automatisierte Messung und Verrechnung des Energiebedarfs

Die Nachfrage nach intelligenten Messgeräten, digitalen Schnittstellen, Sensoren und Systemen, die für die Eigenerzeugung von Energie ausgerüstet sind, steigt. Besonders im Betrieb stellen die neuen Technologien die Eigentümer aber auch vor Herausforderungen. Die verbrauchsabhängige Messung und Verrechnung des Energiebedarfs ist nach wie vor mit erheblichem Aufwand verbunden.

Ormera ermöglicht eine vollautomatisierte und datensichere Administration und Verrechnung des selbst produzierten Stroms. Sämtliche Arten von Energieverbrauch und -produktion sowie individuelle Kosten werden kontinuierlich gemessen und über eine einheitliche Plattform automatisch verrechnet. Vom Ablesen der Zähler über die Verrechnung bis zum Kontoabzug erfolgt alles digital. Ormera verknüpft Stromzähler in intelligenten Gebäuden als Bestandteile des «Internets der Dinge» mit der Blockchain. Mit einer konkreten Anwendung bzw. einem «Use Case» hat sich die Plattform bereits bewährt: Aktuell wird ein neues Mehrfamilienhaus in Zug in Zusammenarbeit mit ABB mit der neuen Mess- und Verrechnungstechnologie ausgestattet.

Einsparungen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Gebäudeleitsystem

Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden betreibt diverse Gebäude und Einrichtungen, darunter auch eine Rehabilitationsklinik in Bad Zurzach. Die verantwortliche FM-Abteilung hat in den letzten Jahren verstärkt in die Automatisierung und Modernisierung der Anlagen, in die Gebäudeleittechnik und in das Leitsystem investiert. Nun hat die Software DABBEL in einem ersten Testlauf die gesamte Steuerung und Überwachung aller Einrichtungen übernommen. DABBEL ist kompatibel mit gängigen, auch älteren Gebäudeleitsystemen. So können die gesamten HLK-Anlagen vollautomatisch gesteuert werden – technisch mit über 20.000 Eingriffen pro Minute. Signifikante Optimierungen, Energieeinsparungen, eine Reduzierung des CO2-Ausstosses und Kostensenkungen im Betrieb von bis zu 75 Prozent werden in Aussicht gestellt. DABBEL nutzt künstliche Intelligenz und ist in der Lage, fehlende Parameter zu identifizieren (z. B. wenn ein Gebäude noch nicht vollständig digital umgestellt wurde). Der Pilotbetrieb und die Implementierung sind derzeit ausschliesslich auf die Schweiz beschränkt.

Smart Cleaning

Die IT-basierte Lösung von soobr nutzt moderne Technologie, um Leistungs- und Gebäudedaten zu sammeln. Anschliessend implementiert soobr optimierte Prozesse, welche kontinuierlich Daten von Sensoren und Rückmeldungen während des Betriebs einbeziehen. So finden Reinigungstouren zum richtigen Zeitpunkt, in den passenden Intervallen und am gewünschten Ort statt. Eigentümer profitieren von einem übersichtlichen Dashboard der Reinigungsleistungen und einer Kostenreduzierung. Die Reinigungskräfte nutzen eine zeitgemässe App. Die Innovation hat sich bereits in der Praxis bewährt, etwa am Hauptsitz des Dienstleisters Vebego und im neuen Bürogebäude Yond in Zürich-Albisrieden. Hier trägt die Kombination aus Technik, intelligenter Steuerung und menschlicher Interaktion entscheidend zur hohen Zufriedenheit bei.

Intuitive Gebäuderfassung

Visits entstand in einer Kooperation von Wüest Partner und QualiCasa. In einer browserbasierten Webapplikation werden in einem intuitiven Prozess die einzelnen Gebäudeteile erfasst und visualisiert. Im Anschluss liefert das Tool über seine Endsysteme Berichte und Auswertungen, die unter anderem die Lebenszyklen der einzelnen Bauteile abbilden und die künftig zu erwartenden Unterhaltskosten voraussagen. Nach der Erfassung vor Ort erfolgen die detaillierten Auswertungen automatisiert und in einem hohen Mass standardisiert. Die digitale Gebäudeerfassung ist vor allem für Eigentümer grösserer Bestände interessant, etwa zum Vergleich oder für die Investitionsplanung. Eigentümer, Verwalter, Bewerter und Analysten arbeiten nach dem gleichen Standard. Zusätzlich ist die App mit anderen Anwendungen kompatibel. Das Tool wird sowohl von Wüest Partner und QualiCasa «inhouse» als auch von Drittfirmen angewendet.

E-Rent: Mieten in Minuten und rund um die Uhr

Die Digitalisierung spielt in der Immobilienbewirtschaftung schon seit einiger Zeit eine wichtige Rolle. Dennoch erfolgen einige Kernprozesse bzw. deren Teilschritte noch analog und zeitaufwändig. Ende 2020 ist es Wincasa gelungen, einen durchgängig digitalen und vollautomatisierten Vermietungsprozess zu implementieren. Der Vermietungsprozess, zunächst für Aussenstellplätze, wird damit mobil, effizient und rund um die Uhr möglich sein. Für Mietinteressenten ist der Vermietungsprozess damit nicht mehr an die üblichen Geschäftszeiten gebunden. Dies trägt entscheidend zu einer verbesserten «User Experience» für alle Beteiligten bei. Dazu hat Wincasa die datenbasierte Mieterauswahl sowie die digitale Mietvertragserstellung entwickelt. Somit entfallen für Wincasa in Zukunft administrative, wiederkehrende und manuelle Tätigkeiten für die entsprechenden Kernelemente. In Zusammenarbeit mit der Swiss Prime Anlagestiftung (SPA) startet das Pilotprojekt im Februar 2021 für über 1’500 Aussenparkplätze in der ganzen Schweiz.

Fazit

Es gibt Hunderte von Startups, die sich mit neuen Technologien den Problemen der Bau- und Immobilienbranche stellen wollen, doch auch etablierte Immobilienunternehmen richten sich neu aus und überzeugen mit innovativen Projekten. Meist zielen diese Lösungen jedoch darauf ab, bestehende Prozesse grundlegend zu vereinfachen und damit die Effizienz der Akteure zu steigern. Eine disruptive Idee, welche möglicherweise auch Berufszweige in der Immobilienwirtschaft verdrängt, wird bislang nicht befürchtet. Experten rechnen mit einer baldigen Konsolidierung. Um Kundenbedürfnisse langfristig zu befriedigen, müssen sich sowohl etablierte Immobilienunternehmen als auch Startups verstärkt über die Gestaltung von Ökosystemen Gedanken machen. Gelingt die Zusammenarbeit in der Branche nicht, besteht die Gefahr, dass die in den letzten Jahren getätigten Investitionen in Innovationen abgeschrieben werden müssen.

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