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11. Oktober 2021

Wie nachhaltig ist die Schweizer Wohnungswirtschaft?

Wie nachhaltig ist die Schweizer Wohnungswirtschaft?

Am 15. Dezember 2021 präsentieren und diskutieren wir evidenzbasierte Erkenntnisse zum Stand der Nachhaltigkeit im Schweizer Wohnungsmarkt aus ökonomischer Perspektive. Das Programm verspricht einen vielfältigen Austausch zwischen Forschung und Praxis. Hier finden Sie einen Einblick in die Konferenzthemen, die im Dezember zusätzlich in einem Begleitbuch erscheinen werden.

Von Christian Kraft, HSLU

Unsere quantitativ-empirischen Analysen differenzieren die klassischen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft) stärker aus: Innerhalb der Dimension Ökologie zählen nicht nur Ressourcenverbräuche und Emissionen, sondern auch der verantwortungsbewusste und effiziente Umgang mit der endlichen Ressource Boden.

Nachhaltige Entwicklung steckt zwischen Ansprüchen an Lage und Ökologie fest

Doch besonders an vielen urbanen und nachfragestarken Standorten, die theoretisch für eine dichte und energetisch nachhaltige Weiterentwicklung prädestiniert sind, hapert es an der Umsetzung. Der Einsatz erneuerbarer Energien ist teils technisch, architektonisch, baurechtlich oder gesellschaftlich limitiert. Ökonomische Potenziale der Nachverdichtung sind oftmals theoretischer Natur. In der Praxis generieren Regulierungsdichte, baurechtliche Unsicherheiten und Einsprachen Risikozuschläge, die sich in Kostenanstiegen niederschlagen. Dadurch sind die faktischen Anreize für Investitionen in komplexe innere Verdichtungen oftmals unattraktiver, als die Bewertung der Potenziale theoretisch verspricht.

«Dezentrale Ökologie» und «Grüne Zersiedelung»?

Risikoadjustiert und kurzfristig betrachtet sind Investitionen ausserhalb der Städte häufig die lohnendere Variante. Die besseren Voraussetzungen für nachhaltige Technologien, zum Beispiel durch die Möglichkeit geothermischer Heiz- und Kühlsysteme, und die temporär leidende Attraktivität von Innenstädten aufgrund der COVID-19-Pandemie verstärken diese Tendenz. Zusammen mit der Verdrängung des selbstgenutzten Wohneigentums in den ländlichen Raum und der Bildung innerstädtischer Hitzeinseln akzentuiert sich die Tendenz zur «Grünen Zersiedelung»: Der Neubau technologisch vorbildlicher Wohnungen in den Agglomerationen, Kleinzentren und ländlichen Gebieten mit durchschnittlicher verkehrstechnischer Erschliessung und geringer Bevölkerungsdichte. Diese Wohnungen leisten auf der Systemebene «Gebäude» einen grossen Beitrag zur Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Sie induzieren jedoch auch Mobilität und langfristig fehlen vielerorts Aufwertungs- und Mietzinspotenziale für dauerhaft nachhaltige Investitionen.

Fünf Handlungsfelder für eine nachhaltige Wohnungswirtschaft

Insgesamt sind die Herausforderungen gross. Doch die Schweizer Wohnungswirtschaft bietet eine sehr gute Ausgangslage, um diese Herausforderungen zu meistern. Vielfalt im Angebot ist beispielsweise eine Stärke. Deshalb wird es zunehmend wichtiger jede Immobilie kontextabhängig zu betrachten, anstatt sie mit generalisierten Anforderungen zu überladen. Die empirischen Arbeiten zeigen im Ergebnis fünf Handlungsfelder mit besonderer Bedeutung für die weitere nachhaltige Entwicklung der Schweizer Wohnungswirtschaft auf.

  1. Marktstabilität und investitionsfreundliches Umfeld fördern
  2. Datengrundlagen und digitale Kompetenz schaffen
  3. Langfristig bewerten anstatt kurzsichtig Erstellungskosten optimieren
  4. Entwicklungsrisiken im städtischen Bestand abbauen
  5. Portfoliosicht entwickeln

Diese Handlungsfelder werden wir in den kommenden Wochen in diesem Immobilienblog einzeln vertiefen. Melden Sie sich hier an, um diese und weitere Themen am 15. Dezember 2021 mit Expertinnen und Experten aus Praxis und Forschung persönlich zu diskutieren.

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