9. April 2026
Die Immobilienbewirtschaftung steht vor einem fundamentalen Wandel. AI verspricht effizientere Prozesse, bessere Servicequalität und neue Geschäftsmodelle. Doch wie realistisch ist dieses Potenzial tatsächlich?
Ein Artikel von: Prof. Dr. Markus Schmidiger
Im Executive Briefing „AI @ Real Estate“ der Hochschule Luzern vom 1.4.2026 wurden genau diese Fragen diskutiert und anhand zweier Praxisbeispiele greifbar gemacht: einer AI-native Firma und einem etablierten Immobilienunternehmen im Transformationsprozess.
Die Aufzeichnung des Webinars finden Sie hier.
Die Immobilienbewirtschaftung ist heute geprägt von strukturellen Herausforderungen. Fragmentierte IT-Systeme, manuelle Prozesse und Medienbrüche führen zu Ineffizienzen im Alltag. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Mieter, während Fachkräftemangel und hohe Fluktuation den Druck zusätzlich erhöhen
Typisch ist ein „Tool-Wildwuchs“ aus ERP-Systemen, E-Mails, Excel-Dateien und Dokumentenablagen. Diese fehlende Integration erschwert nicht nur den Zugriff auf Informationen, sondern verhindert auch eine durchgängige Automatisierung.
Trotz dieser Herausforderungen bietet die Branche ideale Voraussetzungen für den Einsatz von KI. Viele Prozesse sind repetitiv, standardisierbar und basieren auf klaren Datenstrukturen.
KI kann insbesondere:
Das zentrale Ziel ist dabei nicht die vollständige Automatisierung, sondern die Entlastung der Bewirtschafter, sodass sie sich auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren können
Ein besonders spannender Einblick kam von Bewy, einem Unternehmen, das von Beginn an konsequent auf KI gesetzt hat.
Hier wurde die gesamte Organisation „auf der grünen Wiese“ entwickelt, ohne Altlasten oder gewachsene Systemlandschaften. Das Ergebnis ist eine vollständig integrierte Plattform, in der alle Daten und Prozesse miteinander verbunden sind.
Ein zentrales Element ist ein digitales Asset-Management-Portal, das Eigentümern jederzeit Zugriff auf aktuelle Kennzahlen bietet. Gleichzeitig übernehmen KI-Agenten zahlreiche operative Aufgaben, etwa:
Ein konkretes Beispiel zeigt, wie ein Schaden gemeldet wird: Die KI erfasst das Anliegen, klassifiziert es, sammelt zusätzliche Informationen und bereitet die nächsten Schritte vor. Der Mensch bleibt zwar in der Kontrolle, wird aber deutlich entlastet
Die Effekte sind beachtlich: Bis zu sechs Stunden Zeitersparnis pro Woche und Mitarbeiter sowie deutlich schnellere Reaktionszeiten gegenüber Mietern
Fazit: Wer von Anfang an auf KI setzt, kann Prozesse radikal neu denken und maximale Effizienz erzielen.
Ganz anders sieht die Situation bei Arlewo aus, einem traditionsreichen Unternehmen mit über 50 Jahren Erfahrung und mehr als 160 Mitarbeitenden.
Hier ist die Ausgangslage typisch für die Branche: eine Vielzahl von Tools, fehlende Schnittstellen und keine zentrale Datenbasis. Die Folge sind ineffiziente Abläufe und hoher administrativer Aufwand
Der Weg zur digitalen Transformation erfolgt daher schrittweise:
Dieser Ansatz zeigt deutlich: KI allein reicht nicht aus. Erst durch die Anpassung von Prozessen und Strukturen kann ihr Potenzial wirklich genutzt werden.
Fazit: Transformation ist möglich, erfordert jedoch Zeit, klare Strategie und konsequentes Change Management.
Der Vergleich der beiden Ansätze macht deutlich:
Während neue Unternehmen KI direkt in ihr Geschäftsmodell integrieren können, müssen bestehende Organisationen zunächst ihre Prozesse und Datenbasis neu ordnen.
Aus dem Webinar lassen sich fünf zentrale Erkenntnisse ableiten:
Die Immobilienbewirtschaftung steht am Anfang einer tiefgreifenden Transformation. KI bietet enorme Chancen, doch ihr Nutzen hängt stark davon ab, wie konsequent Unternehmen ihre Prozesse, Systeme und Organisation neu ausrichten.
Die zentrale Erkenntnis des Webinars lautet daher:
KI ist nicht nur ein Tool, sondern ein neues Betriebsmodell.
Unternehmen, die bereit sind, diesen Wandel aktiv zu gestalten, können nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch die Qualität ihrer Dienstleistungen nachhaltig verbessern.
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