11. Februar 2026
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nimmt auch in der Immobilienwirtschaft rasant zu. Effizienzgewinne sind real. Automatisierungspotenziale enorm. Doch je stärker AI operative Prozesse durchdringt, desto drängender wird eine unbequeme Frage: Wie steuert man Systeme, die per Design mit Unsicherheit arbeiten? Generative und agentische AI liefern immer eine Antwort. Aber nicht zwingend eine richtige. Dieses Spannungsfeld zwischen Nutzen, Risiko und Steuerung stand im Zentrum unseres Webinars vom 5. Februar 2026.
Ein Artikel von: Dr. Mark Gille-Sepehri und Prof. Dr. Markus Schmidiger
Moderne AI basiert auf Large Language Models (LLMs). Diese Modelle setzen Texte probabilistisch fort. Sie berechnen Wahrscheinlichkeiten, keine Wahrheiten.
Das Resultat: Halluzinationen sind Systemlogik.
Wenn Informationen fehlen, füllt das Modell die Lücke statistisch plausibel. Für den Alltag mag das harmlos erscheinen. Für geschäftskritische Entscheidungen ist es strukturell riskant.
AI-Antworten sind kontextabhängig. Systemparameter, Gesprächsverlauf, minimale Variationen im Prompt, das alles beeinflusst das Ergebnis. Selbst identische Fragestellungen können unterschiedliche Resultate liefern. Für Unternehmen, die auf Standardisierung, Compliance und Nachvollziehbarkeit angewiesen sind, entsteht damit ein neues Risikoprofil:
Die Unsicherheit ist nicht Ausnahme, sondern integraler Bestandteil des Systems.
Mit agentischer AI erhöht sich die Dynamik. Diese Systeme:
Fehler in frühen Schritten propagieren sich durch die gesamte Prozesskette und erzeugen am Ende konsistent wirkende, aber falsche Resultate. Gleichzeitig steigt der Wert massiv: Komplexe, fragmentierte Prozesse können strukturiert, dokumentiert und automatisiert werden.
Das bedeutet: Mehr Wirkung, mehr Skalierung, aber auch und vor allem mehr systemische Verantwortung.
In Unternehmen beobachten wir derzeit drei Entwicklungsstufen:
Mitarbeitende verwenden AI individuell für Zusammenfassungen, Übersetzungen oder Textentwürfe.
Softwareanbieter integrieren AI-Funktionen in bestehende Systeme. Produktivität steigt – aber ohne strategische Steuerung.
Agentische AI wird in Kernprozesse integriert und schliesst Wertschöpfungslücken.
Erst diese Stufe ist strategisch relevant. Und erst hier wird Governance zur Führungsaufgabe.
Gerade in der Immobilienwirtschaft existieren:
AI kann hier standardisieren, dokumentieren und skalieren. Doch mit der Prozessdurchdringung verbreitet sich auch die Unsicherheit systemweit. Je stärker AI integriert ist, desto weniger darf sie unkontrolliert laufen.
Technische Evaluationen innerhalb agentischer Prozesse, also automatische Zwischenprüfungen, sind wichtig. Aber sie ersetzen keine organisatorische Verantwortung. Daraus ergibt sich ein klares Governance-Framework:
Entscheidend ist der Perspektivwechsel:
AI ist kein IT-Thema.
AI ist Führungsarbeit.
AI darf nicht primär als IT-Thema verstanden werden, sondern als Frage von Verantwortung, Prozessdesign und Führung.
Zum Abschluss lassen sich fünf operative Schritte ableiten:
Identifizieren Sie, wo AI bereits informell genutzt wird. Schattennutzung ist das grösste Risiko.
Klassifizieren Sie Prozesse nach Risikostufen (operativ, finanziell, regulatorisch, reputationsrelevant).
Jeder AI-gestützte Prozess braucht eine fachliche Owner-Rolle, nicht nur eine technische.
Implementieren Sie systematische Zwischenprüfungen mit klaren Entscheidungsregeln. «Human in the Loop» ist essenziell.
C-Level und Bereichsleitungen müssen AI-Risiken verstehen. Governance ist strategische Kernkompetenz.
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