13. Mai 2026

AI@RE Webinare,

AI@Real Estate

Wo lohnt sich AI wirklich?

Die Diskussion rund um Künstliche Intelligenz hat die Immobilienbranche längst erreicht. Viele Unternehmen experimentieren bereits mit Chatbots, automatisierten Analysen oder AI-gestützten Softwarelösungen. Doch eine zentrale Frage bleibt oft unbeantwortet: Wo entsteht tatsächlich nachhaltiger Mehrwert durch AI?

Wo lohnt sich AI wirklich?

Ein Artikel von: Dr. Mark Gille-Sepehri

Genau dieser Frage widmete sich das Webinar vom 7. Mai 2026 der Hochschule Luzern zum Thema „Wo lohnt sich AI wirklich?“. Dabei wurde schnell klar: Der wahre Hebel liegt nicht nur in einzelnen AI-Tools, sondern in der intelligenten Orchestrierung von Geschäftsprozessen. Die Aufzeichnung des Webinars finden Sie hier:

Die heutige IT-Landschaft in Immobilienunternehmen

Immobilienunternehmen verfügen heute meist über eine komplexe Systemlandschaft. Typischerweise bestehen diese aus:

  • ERP-Systeme
  • CRM-Lösungen
  • CAFM-Systemen
  • PropTech-Anwendungen
  • individuellen Spezialtools

Diese Systeme bilden die Grundlage der täglichen Geschäftsprozesse im Asset Management, Property Management, Facility Management oder der Projektentwicklung. In den vergangenen Jahren kamen zusätzlich zahlreiche spezialisierte Start-up-Lösungen hinzu, um neue Anforderungen schneller abzudecken.  

Nun dringt AI in genau diese Landschaft ein. Dabei entstehen zwei zentrale Ebenen:

  1. AI-gestützte Individualarbeit
  2. AI-gestützte Unternehmensprozesse

Der Unterschied zwischen diesen beiden Ebenen entscheidet darüber, ob AI lediglich ein Produktivitätswerkzeug bleibt oder zu einem echten Wettbewerbsvorteil wird.

AI im Arbeitsalltag: Der erste Schritt

Viele Mitarbeitende nutzen AI heute bereits täglich. ChatGPT, Claude oder Gemini unterstützen bei:

  • Internetrecherchen
  • Dokumentenanalyse
  • Erstellung von Excel-Dateien
  • Präsentationen
  • Textgenerierung
  • Datenaufbereitung

Besonders spannend ist dabei die Entwicklung sogenannter „agentischer Systeme“. Moderne AI-Modelle nutzen heute eigenständig Werkzeuge im Hintergrund, beispielsweise zur Websuche oder Dateibearbeitung.  

Im Webinar wurde ein einfaches Beispiel genannt:

Ein Nutzer fordert die AI auf, die Agenda einer Konferenz automatisch als Excel-Datei aufzubereiten. Die AI recherchiert selbstständig die Informationen im Internet und generiert anschliessend die gewünschte Datei.  

Diese Form der Nutzung steigert die persönliche Effizienz enorm. Dennoch reicht sie für eine unternehmensweite AI-Strategie nicht aus.

Warum AI-Features allein keine Unternehmensstrategie sind

Viele Softwareanbieter integrieren derzeit AI-Funktionen in ihre bestehenden Produkte. ERP-, CRM- oder CAFM-Systeme erhalten neue AI-Module und intelligente Assistenten. Das ist sinnvoll und wird künftig Standard sein.  

Doch im Webinar wurde ausdrücklich betont:

AI-Features in bestehenden Tools ersetzen keine ganzheitliche AI-Unternehmensstrategie.  

Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo ganze Geschäftsprozesse intelligent orchestriert werden.

Der entscheidende Hebel: AI-gestützte Prozessorchestrierung

Immobilienunternehmen arbeiten mit zahlreichen wiederkehrenden Prozessen:

  • Mieter-Onboarding
  • Immobilienankauf
  • Verkaufsprozesse
  • Facility-Management-Ausschreibungen
  • Bewertungsprozesse
  • Helpdesk-Anfragen
  • Datenraumanalysen

Genau hier setzt die nächste Entwicklungsstufe an. Statt einzelne Aufgaben isoliert durch AI zu unterstützen, werden komplette Prozessketten automatisiert und strukturiert ausgeführt.  

Dabei übernimmt die AI nicht mehr eigenständig die komplette Planung der Abläufe. Vielmehr werden klare Leitplanken definiert:

  • Welche Schritte erfolgen?
  • Welche Datenquellen werden genutzt?
  • Welche Tools werden eingesetzt?
  • Wann braucht es menschliche Entscheidungen?

Dadurch entsteht ein kontrollierbarer und reproduzierbarer Unternehmensprozess.  

Praxisbeispiel: AI in der Immobilienbewertung

Ein Beispiel dient die Erstellung von Beleihungswertgutachten.  

Hierbei könnte eine AI beispielsweise:

  1. Mietverträge analysieren
  2. Mieteinheiten strukturieren
  3. Laufzeiten extrahieren
  4. Mietzinsinformationen normalisieren
  5. Marktdaten integrieren
  6. Cashflow-Modelle vorbereiten

Die AI verarbeitet dabei nicht nur einzelne Dokumente, sondern führt mehrere Prozessschritte systematisch hintereinander aus.

Das Ergebnis:

  • massive Zeitersparnis
  • höhere Standardisierung
  • geringere Fehlerquote
  • bessere Skalierbarkeit

AI im Facility Management

Auch im Facility Management wurden konkrete Anwendungsfälle vorgestellt. Beispielsweise bei der automatisierten Erstellung von Anlagenlisten für Ausschreibungen.  

Die Herausforderung:

  • uneinheitliche Dokumentationen
  • unterschiedliche Schreibweisen
  • gescannte Dokumente
  • fehlende Strukturierung

AI kann diese Daten normalisieren, technische Anlagen erkennen und automatisch Wartungsanforderungen oder Prüfpflichten ableiten.

Gerade bei grossen Immobilienportfolios entstehen dadurch enorme Effizienzpotenziale.

Portfolio Intelligence und Standortanalysen

Ein weiteres spannendes Feld ist die AI-gestützte Analyse von Standorten und Portfolios.  

Hier kombiniert AI verschiedene Datenquellen:

  • Infrastruktur
  • Verkehrsanbindung
  • Topografie
  • Naturgefahren
  • Bauleitplanung
  • Energienetze
  • Telekommunikation
  • Marktdaten

Anschliessend bewertet die AI beispielsweise:

  • die Eignung einer Immobilie als Rechenzentrum
  • Potenziale für Photovoltaik
  • Entwicklungschancen
  • Risiken

Besonders relevant: Die AI führt dabei nicht nur Zahlen zusammen, sondern verarbeitet auch qualitative Informationen im Kontext des gesamten Prozesses.

Human in the Loop bleibt entscheidend

Trotz aller Automatisierung wurde im Webinar ein zentraler Punkt mehrfach betont:

Kritische Entscheidungen bleiben menschlich.  

Das Konzept „Human in the Loop“ bedeutet:

  • Die AI bereitet Entscheidungen vor.
  • Der Mensch validiert und trifft die finale Entscheidung.

Dies ist besonders wichtig bei:

  • Investitionsentscheidungen
  • Vertragsabschlüssen
  • Ausschreibungen
  • Zahlungsfreigaben
  • Risikoanalysen

Gerade in der Immobilienwirtschaft mit ihren hohen Vermögenswerten bleibt menschliche Verantwortung essenziell.

Fazit: AI lohnt sich dort, wo Prozesse neu gedacht werden

Das Webinar machte deutlich:

Die grössten Potenziale von AI liegen nicht in einzelnen Tools oder Chatbots. Sie entstehen dort, wo Unternehmen ihre Geschäftsprozesse intelligent neu strukturieren.

Die Immobilienwirtschaft verfügt über ideale Voraussetzungen dafür:

  • viele wiederkehrende Prozesse
  • grosse Datenmengen
  • komplexe Dokumentationen
  • hohe Standardisierungsanteile
  • gleichzeitig hoher Bedarf an menschlicher Kontrolle

Unternehmen, die AI strategisch in ihre Prozesslandschaft integrieren, werden künftig deutlich effizienter, schneller und skalierbarer arbeiten können.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr:

„Nutzen wir AI?“

Sondern vielmehr:

„Welche Prozesse bauen wir mit AI völlig neu?“

AI@RE Best Use Case Award 2026

 

5 Finalisten: reale Anwendungen aus der Praxis

 

Öffentliche Abstimmung entscheidet über den Gewinner

 

Präsentation an der AI@Real Estate Conference 2026 am 1.6.2026

Jetzt abstimmen und alle Use Cases entdecken:
ai-at-re.hslu.ch

Konferenz besuchen und Einblicke vertiefen:
AI in Real Estate Conference 2026

AI strategisch erfolgreich einsetzen: Der AI Transformation Circle

Viele Unternehmen experimentieren mit AI. Nur wenige integrieren sie systematisch in ihre Wertschöpfung.

Der AI Transformation Circle bietet den strukturierten Rahmen dafür. Sie arbeiten gemeinsam mit anderen Unternehmen an:

  • einem klaren AI-Zukunftsbild
  • priorisierten Anwendungsfeldern
  • Prozess- und Datenanalyse
  • Governance-Design
  • konkreten Umsetzungsschritten

Klare strategische Organisationsentwicklung. Und konkrete Umsetzung mit sofort nutzbaren Resultaten.

Der Circle hilft Ihnen, AI aus der Pilotphase zu führen und dauerhaft produktiv zu machen.

AI in Real Estate: bleiben Sie am Puls

Unsere Webinarreihe beleuchtet regelmässig aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle von AI und Immobilienwirtschaft.

Nächstes Webinar:
9. Juni 2026
AI in Kernprozessen der Immobilienwirtschaft

Von Erkenntnis zu Umsetzung

In unseren Seminaren und Workshops vertiefen wir die Themen praxisnah und mit konkreter Transferunterstützung für Ihr Unternehmen.

Alle Angebote rund um AI @ Real Estate finden Sie hier.

Kommentare

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.